Damon Hill: WM-Entscheidung durch Kollision wäre "traurig" für die Formel 1

Ex-Formel-1-Pilot Damon Hill hofft, dass die WM nicht durch einen Crash entschieden wird - "Wir haben eine Verpflichtung, sportlich zu sein", so der Weltmeister von 1996

Damon Hill: WM-Entscheidung durch Kollision wäre "traurig" für die Formel 1

Im Formel-1-Titelkampf zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen ist es in Silverstone und Monza bereits zu Kollisionen gekommen. Beim Grand Prix von Brasilien kam es zu einem weiteren kontroversen Aufeinandertreffen. Damon Hill hofft, dass sich so etwas in den letzten zwei Rennen nicht wiederholt.

"Es wäre traurig für die Formel 1", wenn der Titelkampf durch einen Crash entschieden würde, sagt der Sky-Experte. "Ich finde, wir haben eine Verpflichtung, sportlich zu sein."

"Es wäre großartig, wenn es einen Weg gäbe, das zu klären, nicht freundschaftlich, aber zur Zufriedenheit aller... Ich möchte mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass dies eine großartige Meisterschaft war, die von zwei würdigen Gegnern hart umkämpft wurde und bei der der beste Mann im besten Team gewonnen hat."

Hill fürchtet Wiederholung von Adelaide

Denn "dass so etwas am Ende über der Meisterschaft hängt", könne niemand wollen, meint Hill. Er selbst hat ein solches Szenario in seiner Williams-Zeit aus erster Hand erlebt, als er 1994 beim Titelkampf in Adelaide von Benetton-Pilot Michael Schumacher überholt wurde und beide Autos ausschieden.

Schumachers Punktevorsprung bescherte ihm somit seinen ersten von sieben Weltmeistertiteln. Hill glaubt, dass ein ähnliches Manöver wie in Adelaide für denjenigen, der in Abu Dhabi die Meisterschaft anführt, schwer zu verhindern sein könnte. Deshalb müsse die FIA vor dem Finale klare Grenzen setzen.

"Angenommen, Max liegt in Führung und es kommt zu einem Rad-an-Rad-Duell, dann würde ich sagen, dass es für einen Fahrer sehr schwierig ist, der Versuchung zu widerstehen, ein aggressiver Verteidiger zu sein", erklärt der Weltmeister von 1996.

FIA sollte vorauseilend Maßnahmen treffen

"Der Punkt ist: Wie kann der Sport Maßnahmen ergreifen, um ein unglückliches Ende zu verhindern. Wir haben genug davon, dass diese Meisterschaften kontrovers entschieden werden. Und ich denke, dass all die gute Arbeit, die der Sport leistet, leicht zunichte gemacht wird, wenn wir eine unbefriedigende Lösung haben."

"Vielleicht sollten wir deshalb im Vorfeld einen klaren Hinweis darauf geben, dass sie einen Punktabzug verhängen können, wenn wir einen Kampf haben, der als unfair angesehen wird. Das ist vielleicht die einzige Möglichkeit, so etwas zu verhindern."

Hamilton und Verstappen liegen aktuell nur acht Punkte auseinander, sodass die Meisterschaft 2021 in den letzten beiden Grands Prix in Jeddah und Abu Dhabi entschieden wird. Hill hofft, dass die beiden WM-Rivalen bis zum Schluss fair miteinander umgehen und dem Sport den Höhepunkt geben, den er verdient.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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