Daniel Ricciardo: Warum Doping im Motorsport nichts bringt

Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo erklärt, warum im Motorsport Doping kaum eine Rolle spielt - In anderen Sportarten "spielt man mit Menschenleben", warnt der Australier.

Während im Radsport oder in der Leichtathletik systematisch gedopt wird, sind im Motorsport kaum Fälle von unerlaubtem Substanzmissbrauch bekannt. Dennoch arbeitet die FIA gemeinsam mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zusammen, die Formel-1-Piloten werden nach dem Zufallsprinzip regelmäßig getestet. Aufgefallen ist dabei noch niemand, Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo erklärt auch warum.

"Ich bin in Abu Dhabi nach dem Qualifying getestet worden. Das ist Zufall. Sie können dich jederzeit rausholen", plaudert der Australier in Natalie Pinkhams Podcast 'In the Pink'. "Wir werden von der WADA getestet. Natürlich habe ich noch nie etwas genommen. Ich kenne mich auch nicht aus damit, daher weiß ich nicht, was wirklich helfen könnte", gibt Ricciardo zu.

Schon 2016 hat Weltmeister Lewis Hamilton über das Thema Doping gesprochen und damals verraten, dass er nur sehr sporadisch getestet wird: "Manchmal drei- oder viermal im Jahr, in anderen Jahren wiederum gar nicht." Um dennoch jederzeit auffindbar zu sein, müssen die Fahrer der WADA jeden Tag ihren Aufenthaltsort melden. Bereits in seinem dritten Weltmeisterschaftsjahr fand der Brite das Thema überbewertet, denn er glaubte nicht daran, dass irgendwelche Mittel einen Vorteil im Formel-1-Cockpit bringen können.

Wesentlicher Unterschied zwischen F1 & MMA

Ricciardo stimmt dem Briten auf ganzer Linie zu: "Wenn ich, sagen wir, Steroide nehmen würde, dann wüsste ich nicht, wie uns das helfen könnte. Ich könnte mir nur vorstellen, dass ein Mittel zur Verbesserung der Konzentration Sinn ergibt. Dass man frischer ist für die Dauer des Rennens", kann sich der Red-Bull-Pilot vorstellen. In anderen Sportarten sei das Thema jedenfalls deutlich prominenter, wie in Ricciardos Lieblingssportart Mixed Martial Arts (MMA). "Ich denke, es ist viel erheblicher, wenn es jemand in MMA nimmt als beim Rennfahren."

Denn in der Kampfsportszene gab es ein großes Doping-Problem. "Sie haben da vor ein paar Jahren reinen Tisch gemacht. Die USADA hat sich das alles angesehen. Das ist einer dieser Sportarten, wo leistungssteigernde Mittel üblich waren. Dieser Sport ist extrem gefährlich, wenn also jemand etwas genommen hat, kann ein KO-Schlag vielleicht größere Konsequenzen haben", denkt Ricciardo weiter.

"Da spielt man mit Menschenleben. Das war sehr wichtig, dass sie damit aufgeräumt haben." Neben der FIA, die sich 2017 auf eine noch engere Zusammenarbeit mit der WADA geeinigt hat, startete auch die MotoGP beim Saisonauftakt in Katar eine neue Anti-Doping-Kampagne unter dem Namen "Say no! to doping".

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