Daniel Ricciardo: Erste Runde der Schlüssel zu Platz fünf

Wie McLaren in Austin das "Maximum" erreicht und einen Ferrari hinter sich gelassen hat und warum das Team in den USA eigentlich in der Defensive war

Daniel Ricciardo: Erste Runde der Schlüssel zu Platz fünf

Vier Punkte hat McLaren beim USA-Grand-Prix in Austin auf Ferrari verloren. Doch es hätte auch mehr sein können: "Beide Ferrari waren schneller als wir, über das gesamte Wochenende hinweg", sagt McLaren-Teamchef Andreas Seidl. Dass Daniel Ricciardo immerhin einen roten Renner hinter sich habe lassen können, sei daher aller Ehren wert.

Doch wie genau ging das eigentlich vor sich, wo beide McLaren doch hinter beiden Ferrari an den Start gegangen waren? Ricciardo selbst beschreibt es so: "Ich kassierte Carlos [Sainz] gleich beim Start. Dann überholte er mich wieder mit einem guten Manöver außenrum in den Kurven sechs und sieben. Und schließlich ging ich in Kurve 17 wieder innen an ihm vorbei."

Position fünf im Rennen wechselte also alleine in der ersten Rennrunde in Austin gleich drei Mal, mit dem besseren Ende für Ricciardo. "Das war entscheidend für ein Top-5-Ergebnis", meint er rückblickend. Seidl pflichtet seinem Fahrer bei: "Dass Daniel gleich an Carlos vorbeigegangen ist, war der Schlüssel."

McLaren räumt ein: Ferrari war eine Nummer zu groß in Austin

Über die Distanz wäre es aus McLaren-Sicht wohl schwierig geworden, Ferrari die Position streitig zu machen. "Charles [Leclerc] hat ja gezeigt, dass Ferrari schneller war", sagt Ricciardo. "Wir konnten da nicht mithalten."

In der Tat: Im Qualifying hatte Leclerc McLaren um zwei Zehntelsekunden distanziert und kreuzte im Rennen 24 Sekunden vor Ricciardo die Ziellinie. "Angesichts dessen ist es ziemlich gut, immerhin einen Ferrari geschlagen zu haben", sagt Ricciardo, der schon im Zeittraining bis auf 0,016 Sekunden an Sainz herangekommen war.

Auch Seidl gibt an, "absolut zufrieden" zu sein mit dem Ergebnis. "Ich glaube nämlich, wir haben unser Maximum erreicht - oder sogar noch mehr, weil wir vor einem Ferrari angekommen sind. Deshalb ist das eine gute Leistung. Auch, dass wir vor Valtteri [Bottas] geblieben sind. Das hatten wir nicht notwendigerweise erwartet."

Ricciardo: "Schmutziges" Manöver rettet P5 gegen Sainz

Und es war auch nicht immer klar, dass Ricciardo P5 würde halten können: In der Schlussphase des Rennens wurde es nämlich noch einmal eng zwischen ihm und Sainz, der ihn im dritten Sektor außenrum attackierte. Doch Ricciardo wehrte rustikal ab, was Sainz später als "schmutzig" beschrieb.

Ricciardo stört sich nicht an diesen Äußerungen, die Sainz auf Nachfrage auch nicht zurücknehmen wollte. Ricciardo meint nur, verschmitzt: "Das ist in Ordnung. Ich bin gerne schmutzig. Ich bin ein netter Kerl. Wenn ich also hin und wieder schmutzig bin, ist das okay."

Ernsthaft fügt der McLaren-Fahrer hinzu, dass er die Situation weitaus weniger dramatisch empfunden habe. Sainz hatte ihm "Absicht" unterstellt, es auf eine Berührung angelegt zu haben.

Der McLaren-Fahrer beteuert: keine Absicht!

Ricciardo aber spricht lediglich davon, dass Sainz "gut attackiert" und dass man sich "sogar leicht berührt" habe. An Entschlossenheit habe es ihm jedenfalls nicht gefehlt: "Ich musste mit allem, was ich hatte, dagegenhalten."

"Natürlich: Man will nicht absichtlich in jemanden reinfahren", sagt Ricciardo weiter. "Es war halt ein Fall von Lackaustausch, wenn man so will. Denn wenn du dich für die Außenseite entscheidest, dann ist dort das Risiko ein bisschen größer. Es war keine Absicht [meinerseits]."

Doch es hat sich gelohnt für die Konstrukteurswertung: Fünf Rennen vor Schluss liegt McLaren dort immer noch auf P3 vor Ferrari, hat zuletzt aber zwei Mal in Folge von seinem Vorsprung eingebüßt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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