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Daniel Ricciardo frustriert: "Hoffentlich finden wir ein riesiges Loch im Auto!"

Formel-1-Fahrer Daniel Ricciardo kann sich seine aktuelle Form nicht erklären und tappt bei seiner Analyse zum Großbritannien-Grand-Prix vollkommen im Dunkeln

Daniel Ricciardo frustriert: "Hoffentlich finden wir ein riesiges Loch im Auto"

Daniel Ricciardo hat keine Erklärung für seine aktuelle Form in der Formel-1-Saison 2024. Nach Platz 13 im Großbritannien-Grand-Prix 2024 in Silverstone gibt sich der Racing-Bulls-Fahrer ratlos.

Mehr noch: Ricciardo übt sich in Galgenhumor, wenn er sagt: "Hoffentlich finden wir ein großes Loch in meinem Auto, das uns bisher entgangen ist, sich aber als Grund erweist, warum wir wirklich langsam waren."

Denn in Silverstone lief für Ricciardo nicht viel zusammen: P15 im Qualifying mit sieben Zehnteln Rückstand auf Teamkollege Yuki Tsunoda, im Rennen abgeschlagen außerhalb der Top 10, obwohl Tsunoda mit dem VCARB 01 als Zehnter noch in die Punkte gefahren ist.

 

"Yuki hat sich gut geschlagen", meint Ricciardo anerkennend. "Aber als Team waren wir an diesem Wochenende nicht sehr konkurrenzfähig. Ich hatte sicherlich im Rennen mehr zu kämpfen. Und bisher weiß ich nicht sicher, weshalb das so war."

Eindruck und Rundenzeit passen nicht zusammen

Bei ihm decke sich die Cockpitperspektive nämlich nicht mit den Werten auf der Stoppuhr, sagt Ricciardo. Er habe zum Beispiel in Silverstone "gefühlt eine gute Runde" hingelegt. "Mein Ingenieur aber sagte mir, ich habe acht Zehntelsekunden Rückstand. Da war ich ziemlich überrascht." Und eine Antwort auf seine Fragen hat Ricciardo bislang nicht erhalten und/oder nicht gefunden.

"Mein Ingenieur fragte mich mal: 'Was fehlt dir? Was brauchst du?' Dann sagte ich: 'Eigentlich passt die Balance.' Ich glaube einfach, wir haben nicht genug Abtrieb. Denn die Runden an sich sind ziemlich in Ordnung, vielleicht abgesehen von ein paar Kleinigkeiten. Aber eben das, was das Auto kann."

"Irgendwas hat also gefehlt", sagt Ricciardo. "Vielleicht haben wir es bei der Abstimmung auch nicht auf den Punkt gebracht. Vielleicht ist da noch etwas, das wir bisher nicht verstehen."

Auf der Strecke jedenfalls zeige sich ein deutliches Bild: "Andere Autos sind uns auf den Geraden davongefahren", meint Ricciardo. "Sargeant [im Williams] hat sich von mir abgesetzt und Albon ist an Yuki vorbeigezogen."

Hat Racing Bulls nicht gut genug entwickelt?

Deshalb fühle er sich mit seinem Team ein Stück weit "entlarvt" durch die jüngsten Grands Prix auf schnellen Strecken. "Außerdem haben andere Teams einige gute Updates gebracht. Auch das ist die Realität", sagt Ricciardo.

Haas zum Beispiel ist positiv aufgefallen in Spielberg und in Silverstone: Nico Hülkenberg hat zweimal in Folge sechste Plätze erzielt. "Und plötzlich ist unser Puffer in der Konstrukteurswertung nicht mehr da", meint Ricciardo. "In diesem Sport können sich die Dinge eben sehr schnell verändern. Ausruhen darfst du dich einfach nicht."

Deshalb gebe sich Racing Bulls in der Saison 2024 Mühe, möglichst gut mitzuhalten im Entwicklungsrennen der Formel 1. Und die jüngsten Updates hätten "wirklich gut funktioniert", sagt Ricciardo. "Sie haben aber vielleicht nicht so viel gebracht, wie wir es uns erhofft hatten. Das liegt aber nicht daran, dass wir es nicht probieren würden." Wichtig sei aus seiner Sicht daher ein "richtiger Schritt" auf technischer Seite.

"Es geht nicht darum, mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Wir machen das alles konstruktiv, auch wenn es einen gewissen Frust gibt", sagt Ricciardo. "Wir versuchen zusammenzuhalten. Denn die Situation ist ja auch motivierend, wenn man sieht, dass Haas offensichtlich etwas gefunden hat. Dann gibt es also etwas, das man finden kann."

Tsunoda hofft: In Ungarn wird alles besser

Oder reicht ein einfacher Ortswechsel aus, um Racing Bulls wieder in die Spur zu bringen? Das scheint Tsunoda zu glauben. Auch er sieht "Dinge, an denen wir arbeiten müssen", aber setzt vor allem darauf, auf der "langsamen Strecke" in Ungarn "unsere Stärken" wieder zum Vorschein bringen zu können. Dort wirke sich der aerodynamische Nachteil seines Teams nicht so gravierend aus wie in Silverstone.

Dass er trotzdem einen Punkt mitgenommen habe, noch dazu mit der älteren Ausbaustufe des Unterbodens, sei "zufriedenstellend", sagt Tsunoda. "Das hatten wir auf Basis des Freien Trainings nicht erwartet." Denn P13 durch Ricciardo war im Training vorab das höchste der Gefühle gewesen für das Team aus Faenza in Italien.

"Das Positive an diesem Rennen war also, dass wir den Abstand zu den schnelleren Autos halten oder zufahren konnten. Das reichte aus, um in der zweiten Rennhälfte bei trockenen Bedingungen in die Punkte zu fahren."

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