Daniel Ricciardo gibt zu: "Hatte ein wenig den Glauben verloren"

Nach dem schwachen Start in die Saison 2021 plagten McLaren-Neuzugang Daniel Ricciardo Selbstzweifel - Wie er die Kurve am Ende doch noch bekam

Daniel Ricciardo gibt zu: "Hatte ein wenig den Glauben verloren"

Daniel Ricciardos erste Formel-1-Saison mit McLaren war von Höhen und Tiefen geprägt. Rückblickend gibt der Australier zu, dass er nach seinem "fast lächerlichen" Start in die Saison 2021 an sich selbst zu zweifeln begann.

Denn sein Teamkollege Lando Norris holte vor der Sommerpause drei Podiumsplätze und mehr als doppelt so viele Punkte wie Ricciardo, während der 32-Jährige in der ersten Saisonhälfte mit dem McLaren MCL35M zu kämpfen hatte.

Der Knoten platzte, als Ricciardo beim Grand Prix von Italien in Monza den ersten McLaren-Sieg seit fast neun Jahren einfuhr und Norris das Ergebnis als Zweiter perfekt machte.

Ricciardo meldete sich nach seinem Sieg über Funk bei seinem Team: "Tief im Inneren wusste ich, dass es so kommen würde, also danke, dass ihr mir den Rücken gestärkt habt. Und für alle, die dachten, ich sei weg vom Fenster - das war ich nie. Ich bin nur für eine Weile beiseite gegangen", sagte er.

Monza-Sieg auch eine Botschaft an sich selbst

Im Nachhinein betont der McLaren-Pilot, dass diese Botschaft nicht nur an diejenigen gerichtet war, die ihn abgeschrieben hatten, sondern auch an ihn selbst, nachdem er zugab, dass bei ihm einige Zweifel und Fragen aufgekommen waren.

"Diese Botschaft war an die Leute gerichtet, die vielleicht dachten, dass ich mich schon abgemeldet habe und gescheitert bin", erklärt Ricciardo im Interview mit 'Motorsport.com'.

"Aber trotzdem war diese Nachricht in erster Linie für mich, denn es gab Zeiten, in denen ich ein wenig den Glauben verloren habe und an mir gezweifelt habe: Warum kämpfe ich so sehr? Habe ich etwa Angst, sodass ich das Auto nicht mehr so stark pushe?"

"Ich wusste, dass das nicht der Fall war", sagt Riccardo, "aber wenn die Dinge nicht gut laufen, tauchen einige dieser Fragen auf. Das 'Ich war nie weg' galt also auch für mich als Zeichen, dass ich es immer noch kann, dass ich immer noch hierher gehöre. Und jeder, der es vergessen hat, soll sich daran erinnern."

Warum in der ersten Saisonhälfte nicht viel ging

Nach dem starken Saisonende mit Renault 2020 und dem Qualifying zum Eröffnungsrennen 2021 in Bahrain, wo er besser abschnitt als Norris, dachte sich Ricciardo eigentlich, dass es "nur noch besser werden würde". "Vielleicht war das schlecht", sagt er heute.

"Denn danach habe ich mir umso den Kopf darüber zerbrochen, warum es in den nächsten Rennen in gewisse Weise rückwärts ging. Aber ja, ich denke, in der zweiten Saisonhälfte lief es besser. Ich habe den Sieg geholt und mir selbst eine Menge bestätigt. Ich bin glücklich mit Status quo. Er ist nicht perfekt. Aber ich bin glücklich."

Einen der Tiefpunkte seiner Saison erlebte Ricciardo beim Grand Prix von Ungarn, als er die Ziellinie nur als Elfter von 13 Fahrern überquerte, nachdem er sich bei einer Kollision in Kurve 1 der ersten Runde einen Schaden am Auto zugezogen hatte.

"So niedergeschlagen ich zu diesem Zeitpunkt auch war, ein Teil von mir war auch glücklich. Ich dachte mir einfach, okay, die erste Hälfte war, wie sie war. Es ist fast lächerlich in mancher Hinsicht", erklärt der McLaren-Pilot. Die anschließende Sommerpause kam für ihn deshalb genau zum richtigen Zeitpunkt.

Er wollte alles hinter sich lassen und die Formel 1 zwei Wochen lang einmal ausblenden: "Ich denke, dass jeder anders handelt, aber ich brauche diese Flucht manchmal. Ich bin kein Fahrer, der jeden Abend mit dem Gedanken an die Formel 1 ins Bett geht. Ich wusste also, dass es gesund für mich sein würde."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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