Daniil Kvyat: Auf dem heimischen Sofa vom Rauswurf erfahren

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Daniil Kvyat: Auf dem heimischen Sofa vom Rauswurf erfahren
Jonathan Noble
Autor: Jonathan Noble
12.05.2016, 18:02

Der von Red Bull Racing zu Toro Rosso zurückversetzte Daniil Kvyat erklärt, wie er vom Cockpittausch erfahren hat und betont, dass er auf eine "richtige Erklärung" noch wartet.

Max Verstappen, Red Bull Racing and Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso
Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso
Max Verstappen, Red Bull Racing
Dr. Helmut Marko, Red Bull Racing Team Consultant
Max Verstappen, Red Bull Racing
Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso, mit Herbie Blash, FIA-Deligierter
Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso
Max Verstappen, Red Bull Racing, beim Werksbesuch
Max Verstappen, Red Bull Racing, beim Werksbesuch
Max Verstappen, Red Bull Racing RB12
Helmut Marko, Red Bull Racing, Berater, mit Max Verstappen, Scuderia Toro Rosso

Der Cockpittausch innerhalb der beiden Formel-1-Teams von Red Bull wurde wenige Tage nach dem Grand Prix von Russland offiziell gemacht. Beim Grand Prix von Spanien an diesem Wochenende tritt Max Verstappen erstmals als Teamkollege von Daniel Ricciardo bei Red Bull Racing an. Daniil Kvyat ist ab sofort neuer Teamkollege von Carlos Sainz Jr. bei der Scuderia Toro Rosso.

Über den wahren Grund für die Rochade rätselt Kvyat noch. "Es gab keine richtige Erklärung", bemerkt der Russe am Tag vor den ersten beiden Freien Trainings in Barcelona. Abfinden muss er sich mit der Entscheidung aber wohl oder übel. "Wenn die Chefs wollen, dass etwas passiert, dann passiert es. So einfach ist das", weiß der 22-Jährige.

Fotos: Werksbesuch von Max Verstappen bei Red Bull Racing

Mit seinem missratenen Auftritt beim Heimrennen in Sochi hat Kvyat allen voran bei Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko für alles andere als Begeisterung gesorgt. Wie hat der nun ehemalige Teamkollege von Ricciardo überhaupt erfahren, dass er beim viermaligen Weltmeisterteam aus Milton Keynes nicht mehr erwünscht ist?

Anruf von Helmut Marko in Moskau...

"Ich war in Moskau, lag auf dem Sofa und schaute mir gerade eine TV-Serie an. Da klingelte plötzlich das Telefon und es hieß: 'Hallo, ich habe Neuigkeiten für dich.'", erinnert sich Kvyat. Am anderen Ende der Leitung: Helmut Marko.

"Es war Doktor Marko, der mich anrief", bestätigt Kvyat und offenbart: "Wir redeten 20 Minuten lang und ich wollte eine Erklärung von ihm hören." Diese gab es nach Aussage des Russen aber nicht, sondern: "Ich habe viele interessante Details erfahren, aber die werde ich erst einmal für mich behalten."

 

Reise nach Jerusalem
Reise nach Jerusalem

Foto Cirebox

Zwar sei die von den Red-Bull-Bossen getroffene Entscheidung "natürlich ein Schock" für Kvyat gewesen, doch inzwischen sieht er das Positive: "Ich mag das Team sehr", sagt der 22-Jährige über seinen neuen Arbeitgeber Toro Rosso, für den er bereits in seiner Rookie-Saison in der Formel 1 (2014) ins Lenkrad griff.

Fotostrecke: Von Toro Rosso zu Red Bull - und vielleicht auch wieder zurück

"Ich wurde herzlich empfangen und spüre, dass die Atmosphäre im Team eine positive ist. Es gibt klare Ziele für das Team und für mich selbst", sagt Kvyat nach seiner Rückkehr ins Team aus Faenza und versichert: "Ich werde auf der Strecke ans absolute Limit gehen und dort meine Antworten geben."

Derweil kann Günther Steiner, Teamchef des in diesem Jahr in die Formel 1 eingestiegenen Haas F1 Teams, die Entscheidung der Red-Bull-Bosse absolut nachvollziehen: "Ich finde gar nicht, dass Kvyat degradiert wurde. Das ist einfach eine interne Entscheidung."

"Wenn man wie Red Bull zwei Teams hat, kann man das machen", sagt Steiner und findet es "gut für Verstappen, dass er sich jetzt mit jemandem messen kann, von dem jeder weiß, was er leisten kann". Im Vergleich mit dem bisherigen Teamkollegen Sainz sei dies schwierig gewesen, weil man, so Steiner, "gar nicht genau weiß, wer von beiden das größere Talent ist".

Verstappen bei Red Bull Racing langfristig gesetzt

Red-Bull-Teamchef Christian Horner bestätigt dies, indem er sagt: "Der Unfall in Russland wird von vielen Leuten als Auslöser gesehen, aber es gab in diesem Zusammenhang eine Vielzahl weiterer Dinge, die eine Rolle gespielt haben." So hat die Auswertung der Telemetriedaten der vergangenen Wochen gezeigt, dass Kvyat im Vergleich zu Ricciardo zurückgefallen ist.

"Wir hätten noch bis nach dem Silverstone-Test oder noch länger warten können, aber haben uns entschieden, den Wechsel zum Beginn der Europa-Saison vorzunehmen", so Horner, der damit auch verhindern wollte, dass Max Verstappen zu einem der Topteams vom Schlage Mercedes oder Ferrari wechselt. Bei seinem neuen Team Red Bull Racing ist der 18-jährige Niederländer laut Horner "zweifellos für mehrere Jahre verpflichtet".

Mit Informationen von Jonathan Noble

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