"Das ist Schrott": Rosberg widerspricht Buttons Hamilton-Urteil

Wie die Ex-Champions Jenson Button und Nico Rosberg die Form von Lewis Hamilton im Formel-1-Qualifying in Abu Dhabi einordnen und wo sie sich uneins sind

"Das ist Schrott": Rosberg widerspricht Buttons Hamilton-Urteil

Platz zwei im Formel-1-Qualifying in Abu Dhabi für Lewis Hamilton hinter seinem WM-Rivalen Max Verstappen: Ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Ergebnis? Darüber streiten nach dem vorläufigen Höhepunkt am finalen Rennwochenende der Formel 1 2021 die ehemaligen Weltmeister Jenson Button und Nico Rosberg bei 'Sky'.

Button legt vor und meint, das Qualifying sei "ungewöhnlich für Lewis" gelaufen, weil der Mercedes für Hamilton "nicht gepasst" habe. "Man hat es gesehen: Er konnte damit nicht ans Limit gehen. Jedes Mal, wenn er es probiert hat, ging ihm das Heck weg oder er hat sich vorne verbremst am Kurveneingang."

Hamilton habe deshalb "wahrscheinlich nicht sein bestes Qualifying" abgeliefert, sagt Button. "Aber: Ein schlechtes Qualifying bei Lewis spielt immer noch in der Region, wo wir unser bestes Qualifying haben, wenn du verstehst, was ich meine."

Das will Rosberg so nicht stehen lassen ...

Doch Rosberg fällt Button an diesem Punkt ins Wort, und zwar deutlich: "Das ist Schrott! In meinen Augen hat Lewis heute wirklich gut abgeschnitten."

"Er sagte ja selbst: Die Runde war sauber. Und vergessen wir mal nicht, wo sein Teamkollege steht. Sieben Zehntel [dahinter]. Selbst wenn man zwei Zehntel für den [frischeren] Antrieb [bei Hamilton] abzieht, ist es noch immer eine halbe Sekunde [Abstand]." (Hier das komplette Qualifying-Ergebnis abrufen!)

Button stimmt zu: "Das ist viel." Und Rosberg fährt fort: "Deshalb sage ich, Lewis war gut heute. Aber der andere Kerl hat eben etwas Magisches aus dem Hut gezaubert."

Und jetzt widerspricht Button Rosberg

An dieser Stelle ist es Button, der Rosberg widerspricht. Er meint: Sowohl Verstappen als auch Hamilton seien beide auf "einfach unglaublichem" Niveau unterwegs. "Lewis steht sieben Zehntel vor dem Teamkollegen und Max steht acht Zehntel vor dem Teamkollegen. Und der Teamkollege fährt das gleiche Auto!" Button wiederholt sich: "Das ist viel!"

Mit Damon Hill schaltet sich ein weiterer Ex-Champion in die Diskussion ein und ergänzt, Hamilton und Verstappen hätten beide "diesen X-Faktor", das gewisse Etwas, was sie von den anderen Formel-1-Fahrern abhebe. Weiter sagt Hill: "Was Max geschafft hat, ist unglaublich. In Saudi-Arabien hätte er die Runde [im Qualifying] beinahe hingekriegt. In Abu Dhabi hat er es geschafft."

Die psychologische Wirkung der Verstappen-Pole

Und gerade die Pole-Runde in Abu Dhabi dürfte ihre psychologische Wirkung auf Hamilton und Mercedes nicht verfehlt haben, so lautet die These des Moderators. Aber wie groß sei denn diese Wirkung, wird Rosberg gefragt. Antwort: "Gigantisch! Im Augenblick ist jede Kleinigkeit ein Riesending."

"Wenn du eine solche Runde hinknallst und auf die Pole fährst, unter diesem Druck, das verschafft ihm so viel Bestätigung und Sicherheit. [Er weiß:] Ja, ich kann in Bestform auftreten. Selbst unter diesem Druck. Das hilft ihm immens für den Sonntag. Das war ein großer Schritt für Max", erklärt Rosberg.

Button stimmt zu und sagt: "Das gibt Max Selbstvertrauen. Lewis will einen Max, der laut ist und sich darüber ereifert, dass alle sich gegen ihn verschworen haben. Jetzt aber hat er es mit einem Max zu tun, der ganz entspannt ist, weil er das Auto gerade auf die Poleposition gestellt hat."

Hamilton startet am Sonntag beim Grand Prix in Abu Dhabi von Platz zwei und damit ebenfalls aus der ersten Reihe. Allerdings gibt es einen Reifenunterschied bei den WM-Rivalen: Verstappen fährt beim Start auf Soft los, Hamilton auf Medium.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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