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DAS-Verbot 2021: Renault fürchtet um "Querdenker"-Geist in der Formel 1

Sollte es mit dem DAS-System von Mercedes für 2021 schon wieder vorbei sein, sieht Renault den Erfindergeist der Formel 1 in Gefahr - Nachbau schwierig und aufwendig

DAS-Verbot 2021: Renault fürchtet um "Querdenker"-Geist in der Formel 1

Für das beim Barcelona-Test eingeführte DAS-System ("Dual Axis Steering", also zweiaxiale Lenkung) hat Mercedes viel Beachtung und Lob erhalten. Doch während so mancher Konkurrent rätselt, was der Lenktrick tatsächlich bringt und wie man ihn kopieren könnte, droht der Innovation für die Formel-1-Saison 2021 das Aus.

Denn ein neuer Paragraph im Reglement erklärt DAS für illegal. Für diese Saison noch durchgewunken, scheint die FIA also mit einem Verbot 2021 auf die Mercedes-Entwicklung reagiert zu haben. Das wiederum bereitet Renault-Sportchef Alan Permane Sorgen. Er sieht den Innovationsgeist der Formel 1 gefährdet.

"Ich weiß nicht, wie das 2021 laufen wird. Ob Projekte wie dieses gar nicht mehr Fuß fassen, wenn du zur Formel 1 gehst und sagst: 'Schaut mal, ich habe dies und jenes, es bringt zwei Zehntel pro Runde.' Und zwei Rennen später verbieten sie es. Dann wird es sowas nicht mehr geben. Wir bewegen uns da auf einem schmalen Grat", sagt Permane.

Ferrari: "Es darf kein Wettrüsten geben"

Der Brite warnt: "Ich finde, wir müssen darauf achten, dass wir den Geist des Querdenkens nicht unterbinden. Denn das ist Teil der DNA der Formel 1." Für Laurent Mekies, Sportdirektor bei Ferrari, kommt es indes darauf, die richtige Balance "zwischen der Freiheit, die wir uns wünschen, und einer gewissen Vernunft" zu finden.

"In diesem Fall (von DAS; Anm. d R.) können wir ja sehen, worum es geht. Das war in einigen anderen Fällen sehr frustrierend, denn da wusste niemand, was ein Team eigentlich entwickelt hatte. Es darf kein Wettrüsten daraus resultieren. Darüber müssen wir reden, wenn wir die Regeln 2021 final ausformulieren", mahnt der Ferrari-Mann.

Ähnlich wie Mekies, der einst selbst als stellvertretender Rennleiter fungierte, äußert sich Formel-1-Renndirektor Michael Masi. "Wir haben hier zum ersten Mal seit langer Zeit einen Fall, wo für jeden sofort offensichtlich ist, worum es geht", kommentiert er die innovative Mercedes-Lenkung, die in Barcelona erstmals zum Einsatz kam.

Renault: DAS ist nicht leicht zu kopieren

"Vielleicht haben auch die beiden (Mekies und Permane) in ihren Autos sehr innovative Ideen verbaut, die man aber nicht sehen kann. Dann gibt es auch keine Diskussion drüber. Einige der Dinge sind ziemlich cool." Und zwar so cool, dass die Konkurrenz nicht selten versucht, so schnell wie möglich nachzuziehen - auch im Fall von DAS?

Laurent Mekies, Alan Permane

Laurent Mekies (links) und Alan Permane äußerten sich in Barcelona zu DAS

Foto: LAT

Mekies glaubt: "Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt Zeitverschwendung, uns groß damit auseinandersetzen. Zuerst müssen wir im Dialog mit der FIA erheben, ob das System legal ist oder nicht. Danach werden wir alle untersuchen, was die Auswirkungen sind." Ein Nachbau kann schwierig sein und viel Zeit beanspruchen, weiß Permane.

"Es ist definitiv kein System, das wir mal eben für Melbourne kopieren können, das steht fest. Ich vermute, dass Mercedes lange dafür gebraucht hat, es zu entwickeln und in der Fabrik zu testen. Wenn es etwas bringt und wenn es legal ist, wovon ich ausgehe, rechne ich nicht damit, dass allzu bald auch andere Autos damit ausgestattet sein werden."

Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Teams Ferrari , Mercedes , Renault F1 Team
Urheber Juliane Ziegengeist