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"Das war haarig!": Wie Vettel P2 in Hockenheim beinahe verlor

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"Das war haarig!": Wie Vettel P2 in Hockenheim beinahe verlor
Autor:
Co-Autor: Roberto Chinchero
02.08.2019, 12:52

Was im TV-Bild nicht zu sehen war: Beinahe ein Dreher hätte Sebastian Vettel fast das Podium beim Heimrennen in Deutschland gekostet

"Das war ganz schön haarig in der letzten Runde, beim Anbremsen auf Kurve 8", funkte Sebastian Vettel nach der Zieldurchfahrt beim Grand Prix von Deutschland. In Hockenheim konnte der Deutsche zwar eine tolle Aufholjagd von Startplatz 20 auf das Podium zeigen, in der letzten Runde hätte der Ferrari-Pilot den zweiten Platz aber fast noch verschenkt.

Was in der TV-Übertragung in der letzten Rennrunde nicht zu sehen war: Vettel jagte auf den weichen Reifen mit nur noch wenig Benzin im Tank die schnellste Rennrunde von Max Verstappen. Der Niederländer fuhr in Runde 61 eine Zeit von 1:16.645 Minuten.

Nachdem Vettel sich in den Runden 62 und 63 an Lance Strolls Racing Point und Daniil Kwjats Toro Rosso vorbeigearbeitet hatte, blieb ihm nur noch die allerletzte Runde, um die Verstappen-Zeit zu knacken. Am Teamfunk wurde dem Deutschen von Riccardo Adami immer wieder der Richtwert angesagt, außerdem wurde ihm mehr Motorleistung zur Verfügung gestellt.

Vettel scherzt: "Die richtige Stelle ausgesucht"

Bereits kurz nach seinem Überholmanöver an Kwjat in der DRS-Zone in der Parabolica musste Vettel in Kurve 8, der langsamen Linkskurve kurz vor der Einfahrt ins Motodrom nachbessern. Auf seinem schnellen Versuch kam er schließlich an jener Stelle beim Anbremsen zu weit von der Ideallinie ab.

Vettel musste korrigieren und verlor dadurch auf Verstappen 2,5 Sekunden im zweiten Sektor. "Ich bin von der Strecke abgekommen, weil ich gepusht habe, um die schnellste Rennrunde einzufahren. Das ist aber nicht gelungen. Man versucht, ans Limit zu gehen und manchmal ist man knapp dran, manchmal aber auch zu knapp."

"Zum Glück habe ich mir die richtige Stelle dafür ausgesucht", muss er mit Blick auf das Vorjahr schmunzeln. Denn im Gegensatz zum Kiesbett in der Sachs-Kurve, in der er vor einem Jahr den Sieg weggeworfen hatte, ist die Auslaufzone in Kurve 8 asphaltiert.

 

"Ich bin froh, dass wir die Zielflagge gesehen haben. Wir haben unsere Chancen genutzt, besonders im letzten Renndrittel." Vettel kam schließlich mit 7,3 Sekunden statt rund vier Sekunden Rückstand ins Ziel. Durch seinen Fahrfehler hätte fast noch Kwjat zur Bedrohung werden können: Dem Überraschungsmann fehlten nur 0,972 Sekunden.

Bereits zu Rennbeginn musste Vettel bei kaum vorhandener Sicht im Regen von ganz hinten durchs Feld pflügen und kam dabei vor der Spitzkehre kurz von der Strecke ab. "Ich konnte überhaupt nichts sehen. Man schaut links und rechts und versucht, das Ende der Strecke zu sehen und es nicht zu verpassen."

Zwar konnte er am Start einige Positionen aufholen, dennoch befand er sich mitten im Mittelfeld. "Auch wenn es okay wäre, Vollgas auf der Geraden zu fahren, gehst du dennoch vom Gas, weil du nicht weißt, wo du gerade fährst. Das ist nicht das schönste Gefühl, ehrlich gesagt."

Vettel: Mercedes geht am besten mit den Reifen um

Er war sehr "froh", wie sich das Feld nach ein paar Runden aufgeteilt hat, sodass weniger Gischt beim Hinterherfahren die Sicht beeinträchtigte. Schlussendlich meisterte Vettel sein Heimrennen mit Bravour und durfte sich über Platz zwei freuen.

Mit den 18 Punkten ist er zwar zufrieden, am Donnerstag in Ungarn merkte er aber auch lächelnd an, dass er eigentlich versucht habe, 19 Zähler einzufahren. Die schnellste Rennrunde ist ihm nicht geglückt. "In diesen Rennen brauchst du meist ein wenig Glück. Ein unglücklicher Moment oder eine falsche Entscheidung kann das Aus bedeuten."

"Ich denke, wir haben einen guten Job gemacht, im Rennen zu bleiben. Obwohl wir weiter zurückgefallen sind, haben wir nicht aufgegeben und sind weitergefahren. Wir haben die Chancen genutzt, die sich uns auftaten am Ende des Rennens."

 

Mit einer Strategie wie jener von Racing-Point-Fahrer Lance Stroll hätte er das Rennen womöglich sogar gewinnen können, spekuliert Vettel im Nachhinein. Der Kanadier blieb länger als Vettel auf dem Regenreifen auf der Strecke, schob zu Rennmitte einen kurzen Stint auf Mediums ein und wechselte früher auf den Soft am Ende des Rennens.

"Es war klar, dass viele so schnell wie möglich auf Inters gewechselt haben. Die haben aber nicht so lang gehalten, mit der Ausnahme von Mercedes vielleicht. Die schienen mit Abstand am besten damit zurechtzukommen und die Reifen am längsten am Leben zu halten", ist Vettel aufgefallen.

In der ersten virtuellen Safety-Car-Phase blieb der Deutsche auf der Strecke. Das sei im Nachhinein wohl ein Fehler gewesen: "Es wäre womöglich besser gewesen, reinzukommen, gleich wie Charles das gemacht hat. Aber bei diesen Rennen passieren so viele Dinge."

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Mit Bildmaterial von LAT.

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