David Coulthard: Heutigen F1-Fahrern fehlt die Wut und der Hunger
David Coulthard vergleicht die Fahrer der modernen Formel 1 mit seiner eigenen aktiven Zeit: Früher hätten die Piloten noch einen ganz anderen Antrieb gehabt
David Coulthard interviewt Mercedes-Pilot George Russell
Foto: LAT Images
Der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard glaubt, dass die aktuelle Generation von Fahrern die rohe "Wut und den Hunger" verloren hat, die den Sport in gefährlicheren Ären prägten. Im Podcast Up To Speed reflektiert er über die Kontraste zwischen seiner eigenen aktiven Zeit (1994 bis 2008) und der heutigen modernen Ära.
"Meine Generation ist bei jedem Wetter gefahren. Man hat nichts gesehen, aber man ist weitergefahren, bis man irgendwo eingeschlagen ist. Heute hat sich die Welt so weiterentwickelt, dass Rennen gar nicht erst gestartet werden, weil es zu nass ist", erzählt er.
Der heute 55-Jährige gab sein Formel-1-Debüt 1994 bei Williams. Er hatte seit 1993 als Testfahrer für das Team aus Grove gearbeitet und übernahm das Cockpit nach dem Tod von Ayrton Senna beim Großen Preis von San Marino 1994.
"Ich habe eine sehr gefährliche Ära durchlebt", sagt er. "Ich habe eine Zeit erlebt, in der sich meine Chance ergab, weil der größte Fahrer dieser Generation getötet wurde. Sagen wir also, ich denke, wir hatten ein echtes Gespür dafür, was es bedeutete, wenn man erstens nicht crashte und zweitens das Glück hatte, in der Position zu sein, gewinnen zu können."
"Es fühlt sich alles ein bisschen so an - und jetzt begebe ich mich in ein gewisses Territorium ... es fühlt sich ein bisschen so an, als dächte jeder, seine Zeit [eine Weltmeisterschaft zu gewinnen] würde schon noch kommen. Es gibt keine Garantie, dass deine Zeit kommen wird."
Zwar betont der Schotte, dass die Formel 1 auch heute noch ein gefährlicher und technologiegetriebener Sport sei, "aber ich denke, wir haben bestimmte Elemente der Wut, des Hungers und des Kampfes entfernt."
"Die Fahrer scheinen sich alle prächtig zu verstehen, sie reisen alle zusammen und sie vergleichen alle ihre Autos: 'Schau dir meinen Ferrari an, schau dir meinen Lamborghini an", so Coulthard.
"Ein Teil davon mag durchaus daran liegen, dass es ihnen durch die sozialen Medien unmöglich gemacht wird, ihr Leben in der Öffentlichkeit zu feiern, weil ständig jemand mit einer Handykamera parat steht."
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