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Foto: AFP

Der Automobil-Weltverband FIA hat eine Anpassung des Reglements für die Startphase der Formel 1 beschlossen, die ab dem Großen Preis von Miami greifen wird. Obwohl damit mutmaßlich ein Vorteil von Ferrari verringert wird, kann das Team laut David Coulthard keine überzeugenden Argumente gegen diese Änderung vorbringen.

Im Podcast Up To Speed diskutierte Coulthard die Thematik mit Moderatorin Naomi Schiff. Dabei ging er auch auf die Vorwürfe von Fans ein, die eine gezielte Benachteiligung der Scuderia wittern.

"Eine der Fragen, die ich von einem offensichtlichen Ferrari-Fan erhielt, war: Was hältst du davon, dass die FIA die Regeln ändert, um Ferrari am Start zu benachteiligen? Ich sagte: Ja, ich verstehe, in welche Richtung deine Gedanken gehen", erklärte Coulthard.

Der Schotte betonte jedoch, dass das Gefahrenpotenzial bei massiven Geschwindigkeitsunterschieden im Feld schlicht zu groß sei: "Aufgrund der Sicherheit haben sie das Potenzial für eine massive Gefahr beim Losfahren aus der Startaufstellung angepasst. Wenn man große Geschwindigkeitsunterschiede hat, kann es zu gefährlichen Situationen kommen."

In den ersten drei Saisonrennen dominierte Ferrari die Startphase deutlich. Die neue Regelung zielt jedoch darauf ab, gefährliche Situationen zu vermeiden, die durch extrem langsame Fahrzeuge beim Erlöschen der Ampeln entstehen. Ein neues System zur Erkennung von Starts mit geringer Leistung ("low power start detection") wird eingeführt. Dieses identifiziert Autos, die nach dem Loslassen der Kupplung eine ungewöhnlich niedrige Beschleunigung aufweisen.

Sobald das System eine zu geringe Leistung registriert, wird automatisch die MGU-K zugeschaltet. Dies garantiert ein Mindestmaß an Beschleunigung, um zu verhindern, dass das Fahrzeug zu einem Hindernis für die nachfolgenden Fahrer wird.

Die Regeländerung hilft effektiv jenen Teams, deren Antriebseinheiten beim Zusammenspiel von Verbrennungsmotor und Turbolader schwieriger zu starten sind. Die zusätzliche Leistungsfreigabe wird aktiviert, sobald das Drehmoment unter ein bestimmtes Niveau fällt, damit das Auto eine festgelegte Mindestgeschwindigkeit beibehält.

Coulthard räumte ein, dass Ferrari die Fairness hinterfragen könnte, da das Team bei der Motorenentwicklung bewusste Entscheidungen getroffen hat. Dennoch stehe das Kollektivinteresse der Formel 1 im Vordergrund: "Niemand kann bestreiten, dass es das Richtige ist. Diese Autos sind unglaublich stabil und sicher. Aber wenn ein Auto auf der Stelle steht, und ein anderes mit 100 Meilen pro Stunde ankommt, ist da viel Gewicht, viel Masse und ein hohes Potenzial für Unfälle."

Abschließend stellte der Vizeweltmeister von 2001 klar, dass die Änderung nun Bestand hat und für ein engeres Feld beim Start sorgen sollte: "Man gewinnt das Rennen nicht am Start. Man kann es dort aber verlieren. Das Rennen gewinnt man bei der Zielflagge, also eine Stunde und 20 oder 30 Minuten nach dem Start."

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