De Vries: Wie Mercedes seine Formel-1-Zukunft einschätzt
Was Mercedes-Sportchef Toto Wolff über eine mögliche Formel-1-Zukunft von Nyck de Vries denkt und welche Stärken den Formel-E-Champion auszeichnen
Nyck de Vries habe sich als Freitagsfahrer "sehr, sehr gut" verkauft, sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Doch ob der Trainingsfahrt beim Frankreich-Grand-Prix 2022 in Le Castellet weitere Formel-1-Einsätze folgen werden, vielleicht sogar als Stammfahrer, das ist noch offen: Aktuell hat de Vries keine Aussicht auf ein Cockpit in der Formel 1. Übersicht: Fahrer und Teams der Formel 1 2023!
Deshalb sagt Wolff bei 'Sky': "Ich schätze, wenn es uns nicht gelingt, ihm ein interessantes Formel-1-Projekt anzubieten, dann müssen wir ihn irgendwie ziehen lassen. Er schaut sich verschiedene Optionen an, Sportwagen und Formel E. Man darf aber nie die Hoffnung aufgeben, dass sich eines Tages noch die Tür öffnet in der Formel 1."
Für 2022 hatte sich diese Hoffnung nicht erfüllt: Bei Alfa Romeo und Williams zählte de Vries zwar als Kandidat auf einen Stammplatz, doch letztlich gingen die Autos an Guanyu Zhou und Alexander Albon. Immerhin: De Vries durfte dieses Jahr bereits für Williams am Freitagstraining in Barcelona teilnehmen und jetzt für Mercedes in Le Castellet fahren.
Warum Wolff de Vries nicht ins Gespräch bringt
Ob Wolff also nicht ein gutes Wort für seinen Fahrer bei anderen Teamchefs einlegen könnte? Wolff verneint: "Ich kann ihm da wirklich nicht helfen, denn wir können keinem anderen Team sagen, es soll sich mit ihm befassen. Denn das wäre eine Art Einmischung, die [meist] nach hinten losgeht."
Laut Mercedes' leitendem Renningenieur Andrew Shovlin aber hat de Vries ohnehin schon genug Werbung in eigener Sache gemacht. De Vries "versteht die Prioritäten" bei einem Formel-1-Einsatz, erklärt er. Das bedeute: "Keine Fehler machen, nicht crashen, sich auf das Testprogramm konzentrieren, Daten sammeln. Erst danach geht es darum, schnell zu sein."
Nyck de Vries im Mercedes W13 beim Freitagstraining in Le Castellet 2022 Foto: Motorsport Images
Hamilton in einer ungewohnten Rolle
"Auch Lewis [Hamilton] war sehr beeindruckt von Nyck", sagt Shovlin. Hamilton hatte de Vries im ersten Freien Training in Le Castellet sein Auto überlassen und selbst nur den interessierten Zuschauer in der Box gegeben.
"Das war eine sehr seltsame und neue Erfahrung für Lewis, weil er beobachtet hat, wie jemand anders sein Auto fährt", meint Shovlin. "Vielleicht braucht er eine Weile, bis er sich daran gewöhnt hat."
Regelmäßig aber wird Hamilton freitags nicht pausieren müssen: Das Reglement sieht zwei Testeinheiten für Nachwuchsfahrer vor, pro Team und Saison. Wahrscheinlich also muss jeder Stammfahrer einmal sein Cockpit für einen anderen Fahrer räumen.
Mit Bildmaterial von Motorsport Images.
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