Den F1-Titelrivalen im Nacken: Lando Norris will "nichts kaputt machen"

McLaren-Pilot Lando Norris hat beim Start in Abu Dhabi die beiden WM-Rivalen direkt vor sich, will sich aber nicht "zu sehr einmischen" - Was sein Teamchef ihm rät

Den F1-Titelrivalen im Nacken: Lando Norris will "nichts kaputt machen"
Im Poleduell der beiden WM-Rivalen ging der dritte Startplatz für McLaren-Pilot Lando Norris am Samstag beinahe unter. Nur in Monza, als der Brite auf der Poleposition stand, schnitt er in einem Formel-1-Qualifying dieser Saison besser ab.

Direkt danach gab Norris zu, dass ihn die Aussicht darauf, direkt hinter den beiden Titelkonkurrenten Max Verstappen und Lewis Hamilton zu starten, "ein bisschen nervös" mache. In den Kampf um die WM wolle er sich freilich nicht einmischen.

"Natürlich muss man respektieren, dass sie um die Meisterschaft kämpfen, und man will nichts kaputt machen, was dort vor sich geht", sagt der 22-Jährige vor dem letzten Rennen des Jahres. "Also ja, ich denke, man will kein übermäßiges Risiko eingehen. Ich weiß, wofür sie kämpfen. Ich weiß, wofür ich kämpfe."

Norris: Es ist unser aller Verantwortung

Das bedeute aber nicht, dass er eine Chance, wenn sie sich ihm bieten sollte, nicht ergreifen würde, betont der McLaren-Pilot: "Gleichzeitig können wir immer noch Rennen fahren, ich darf sie überholen und ich kann immer noch gegen sie fahren. Wenn ich die Chance zum Überholen habe, kann ich immer noch überholen."

"Natürlich geht damit eine Menge Verantwortung für mich und für sie einher, aber sie haben auch etwas zu verlieren und ich habe etwas zu gewinnen. Sicherlich will ich nichts kaputt machen, ich will auch nicht der Typ sein, der sich zu sehr einmischt. Realistisch betrachtet, weiß ich, dass ich nicht gegen sie antrete."

Im Normalfall, so Norris, werden sich Verstappen und Hamilton innerhalb von ein paar Runden ohnehin absetzen. "Ich muss also klug vorgehen und mir meine Kämpfe aussuchen", sagt er weiter. "Ich weiß, dass ich realistischerweise gegen Ferrari fahre."

Seidl sieht Gefahr darin, zu vorsichtig zu sein

"Aber dabei kann ich meine Position verbessern, wenn ich die Gelegenheit bekomme, sie am Start zu überholen, also werde ich das tun. Aber ich fahre nicht gegen sie, wenn es um die Dauer des Rennens geht. Man muss ihnen vielleicht etwas mehr Platz lassen und etwas mehr Respekt zeigen, denn sie kämpfen um den Titel."

McLaren-Teamchef Andreas Seidl warnt jedoch davor, sich darüber zu viele Gedanken zu machen. "Ich denke, wenn man in solchen Situationen ist, ist es das Wichtigste, das zu tun, was man immer tut, denn wenn man versucht, zu vorsichtig zu sein, dann nimmt man den Fahrern dieses intuitive Gefühl", sagt der Deutsche.

Dann werde es erst recht gefährlich. Norris solle also am besten so fahren wie immer. "Letztendlich ist das Ziel für morgen klar: Wir wollen ein gutes Ergebnis für uns als Team erzielen und mit Lando wieder auf Platz fünf in der Fahrerwertung kommen. Dazu brauchen wir ein gutes Ergebnis, und so gehen wir es auch an."

Soft-Reifen am Start: Vor- oder Nachteil?

Eine entscheidende Rolle könnten dabei auch die Reifen am Start spielen: Während Verstappen und Norris auf dem weichen Reifen ins Rennen gehen, hat Hamilton die Medium-Mischung drauf. "Natürlich werde ich auf der Strecke wahrscheinlich einen kleinen Vorteil gegenüber Lewis haben", urteilt der McLaren-Pilot.

"Max fährt auch auf dem weichen Reifen, also erwarte ich, dass er einen besseren Start haben wird als Lewis. Aber der weiche Reifen ist immer noch ein anständiger Reifen, wenn es darum geht, lange damit zu fahren." Länger hält aber der Medium-Reifen.

Den hätte auch Norris bevorzugt: "Das wäre der Idealfall gewesen. Ich glaube, Max wollte auf dem Medium fahren. Wir wollten auch auf dem Medium fahren, aber wir hatten einfach nicht die Pace, um das zu schaffen und ins Q3 zu kommen. Aber es gibt natürlich den Vorteil des Starts und der ersten Runde."

"Gleichzeitig wird der weiche Reifen im Vergleich zum Medium-Reifen auf lange Sicht nicht so stark sein, und er wird schneller abbauen. Das macht es knifflig, aber es ist auch schön, dass es Unterschiede gibt und die Leute auf verschiedenen Reifen starten. Es gibt für beide Vor- und Nachteile", analysiert Norris.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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