Der Gedanke hinter Aston Martins einzigartigem "Slidepod"
Downwash-Rampe, Badewanne, Zero-Pod und nun die Wasserrutsche vom Aston-Martin-F1-Team: Was es mit dem einzigartigem Seitenkasten-Design auf sich hat
Aston Martin ist zweifelsohne das Überraschungspaket der neuen Formel-1-Saison. Der Podiumsplatz von Fernando Alonso in Bahrain und das unglaubliche Tempo bei den Vorsaisontests haben das Team in die vorderen Ränge des Feldes gespült.
Und während die Faktoren, die dem Team zum Erfolg verholfen haben, ausgiebig analysiert wurden, gibt es auch viele interessante technische Lösungen für den AMR23. Keine sticht vielleicht so sehr hervor wie das, was als "Slidepods" bekannt geworden ist - die aggressive Lösung, die das Red-Bull-Downwash-Konzept auf eine andere Ebene bringt.
Hier werfen wir einen Blick darauf, was Aston Martin getan hat und wie es erreicht wurde.
Über das hinausgehen, was wir sehen
Zunächst eine Warnung. In der Formel 1 ist es sehr einfach, den Erfolg auf Bereiche der Autos zu schieben, die anders aussehen als die der Konkurrenz. Bei der aktuellen Generation der Autos liegt die geheime Sauce aus aerodynamischer Sicht jedoch im Verborgenen, da Unterboden und Diffusor einen großen Teil der Rundenzeit ausmachen.
Angesichts des Mangels an Bildmaterial und Informationen über diese streng gehüteten Geheimbereiche der Autos sind es jedoch die Seitenkästen, die die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen, zumal sich die Designsprache der führenden Teams hier deutlich unterscheidet.
Die offensichtlichen optischen Unterschiede werden von vielen als Zeichen dafür angesehen, warum ein Auto schneller ist als ein anderes, auch wenn das nicht unbedingt stimmt. Dennoch ist es interessant, dass wir jetzt drei Hauptzweige im Entwicklungsbaum haben - die Downwash-Rampe, die Badewanne und den Zero-Pod, wobei sich einige Designs auf alle drei erstrecken.
Alpine der Vorreiter für neue Seitenkastenlösung
Aston Martin könnte sich ohne Weiteres in diese letzte Kategorie einordnen, da das Team die zusätzlichen CFD- und Windkanal-Ressourcen genutzt hat, um auf dem Downwash-Konzept aufzubauen, zu dem es im Jahr 2022 überging.
Es entwickelte sich jedoch allmählich zu einem Hybrid aus diesem und dem Badewannendesign von Ferrari, wobei der zentrale Hangteil der Karosserie maximiert wurde, um darin eine Rutsche zu schaffen.
Aston lässt sich von Mercedes inspirieren
Um eine eigene, viel tiefere Abwärtsrampe auszugraben, musste sich Aston Martin weiter von Mercedes inspirieren lassen, da das Team die gleiche Triebwerks- und Heckarchitektur verwendet, was zweifellos zum Nachdenken darüber anregte, wie man mit der Anordnung der internen Komponenten umgeht und wie sich dies auf die Form der Karosserie auswirkt.
Mercedes W13 Foto: Giorgio Piola
Das ursprüngliche Zero-Pod-Konzept von Mercedes baute auf dem Ansatz des früheren Reglements auf, bei dem die Karosserie so eng wie möglich an die inneren Teile geschrumpft wurde.
Warum der Aston Martin einen anderen Ansatz als Mercedes wählt
Mit dem neuen Reglement wurden jedoch viele der aerodynamischen Strömungswerkzeuge abgeschafft, mit denen die Teams diese Methode so effektiv wie früher gestalten konnten. Das erklärt, warum sich die meisten Teams für Seitenkästen entschieden haben, die eine aerodynamische Fassade entlang ihrer Flanken haben.
Die Seitenkastendesigns von Mercedes und Aston Martin Foto: Giorgio Piola
Auf diese Weise konnte Aston Martin den zentralen Slide in der Karosserie realisieren, da die Flanke des Sidepods aus einer hohlen aerodynamischen Fassade besteht. Ähnlich wie bei den Motorabdeckungen der Konkurrenten, wo die Karosserie einen äußeren aerodynamischen Zweck erfüllt, da sie viel näher an den inneren Komponenten liegt.
Wie Aston Martin bewährte Konzepte weiterentwickelt
An der Vorderseite der Seitenkästen des AMR23 sind die Einflüsse der Designs von Red Bull und Ferrari ebenfalls deutlich zu erkennen, denn die Einlass- und Unterschneidungsdesigns beider Hersteller finden sich in der Designsprache von Aston Martin wieder.
Mercedes W14 Foto: Giorgio Piola
Dies ist ein schönes Beispiel dafür, wie Aston Martin bewährte Konzepte seiner Konkurrenten übernommen und mit zusätzlichen CFD- und Windkanal-Ressourcen verbessert hat. Und das ist wahrscheinlich noch nicht alles, denn der siebte Platz im Jahr 2022 bedeutet, dass Aston Martin bis zum 30. Juni dieser Saison wieder 100 Prozent des Handicap-Koeffizienten erreicht.
Dies verschafft ihm einen erheblichen Vorteil gegenüber seinen engsten Konkurrenten Red Bull, Ferrari und Mercedes, die im gleichen Zeitraum mit 63, 75 beziehungsweise 80 Prozent arbeiten müssen, und dürfte ihm dabei helfen, den Rivalen weiter auf die Pelle zu rücken und gleichzeitig ein Sprungbrett für den Herausforderer des nächsten Jahres zu schaffen.
Auge fürs Detail
Die Slidepods des AMR23 sind ein offensichtlicher optischer Unterschied zur letzten Saison, aber das Auto hat noch zahlreiche andere, kleinere Tricks in petto, darunter die Art und Weise, wie das letzte Element des Frontflügels mit der Endplatte verbunden ist.
Der Frontflügel des Aston Martin AMR23 Foto: Giorgio Piola
Gleichzeitig sorgt ein Metalleinsatz dafür, dass der Flügel die erforderlichen Belastungstests bestehen kann, und ermöglicht es, einen kleinen Teil der vorderen Flaps auszuschneiden, um die aerodynamischen Vorteile weiter zu verbessern.
Der Heckflügel des Aston Martin AMR23 Foto: Giorgio Piola
Die Endplatte ist mit einer markanten Sickenlinie versehen, die den Aufwindeffekt für die lokale Luftströmung fördert, wobei die Form des vorderen Teils der Endplatte speziell darauf zugeschnitten ist, das Potenzial des Designs weiter zu steigern.
Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.
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