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Rund 20 Personen arbeiten an einem Boxenstopp in der Formel 1: Eine Position ist dabei extremer als alle anderen und steht direkt vor dem ankommenden Auto

Der gefährlichste Job beim Formel-1-Boxenstopp: Frontheber im Fokus

Boxenstopp des Haas-Teams während eines Formel-1-Rennens

Foto: LAT Images

Ein Boxenstopp in der Formel 1 ist ein exakt einstudiertes Zusammenspiel aus Präzision, Beweglichkeit und Geschwindigkeit. Innerhalb weniger Sekunden wechseln die Teams alle vier Reifen, nehmen bei Bedarf Anpassungen am Frontflügel vor und schicken das Auto zurück auf die Strecke. Rund 20 Personen sind an einem solchen Stopp beteiligt.

An jedem Rad arbeiten jeweils drei Mechaniker, zwei weitere stabilisieren das Fahrzeug, zwei stehen für mögliche Frontflügelanpassungen bereit. Hinzu kommt ein Mechaniker, der das Heck des Autos anhebt. Die anspruchsvollste Aufgabe übernimmt jedoch der Bediener des Wagenhebers an der Front. Er steht direkt vor einem rund 800 Kilogramm schweren Rennwagen, der mit hoher Geschwindigkeit auf seinen Standplatz zusteuert und nur wenige Zentimeter vor seinen Füßen zum Stillstand kommt.

"Dafür muss man ziemlich mutig sein", erklärt Mark Lowe, Sportdirektor des Haas-Teams. "Ein Auto kommt mit etwa 80 km/h auf dich zu. Zwar hat der Fahrer ein Stoppschild als Orientierung, nutzt aber auch den Frontheber, um sich exakt auszurichten und korrekt in der Box zum Stehen zu kommen."

Wehe, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig stoppt

In der Vergangenheit kam es dabei auch zu Zwischenfällen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ein Unfall beim Grand Prix der Emilia Romagna 2020, als Lance Stroll in seinen Frontheber-Operator fuhr und dieser nach der Kollision zu Boden ging.

Verläuft der Stopp planmäßig, hebt der Frontheber das Auto an, sodass die übrigen Mechaniker ihre Arbeit an den Rädern ausführen können. Sobald alle Reifen korrekt montiert sind, muss der Frontheber blitzschnell aus dem Weg gezogen werden, um keine Verzögerung beim Losfahren zu verursachen.

"Der Frontheber muss das Gerät so schnell wie möglich entfernen, damit das Auto sofort freigegeben werden kann", so Lowe. Um diese explosive Aufgabe ausführen zu können, müssen Frontheber bestimmte körperliche Voraussetzungen erfüllen. Zudem trainieren sie die Boxenstopps während der gesamten Saison immer wieder.

Abläufe werden ständig trainiert

"Bei jedem Rennen absolvieren wir während der Trainingssitzungen auch reale Boxenstopps, damit das Team den Ablauf unter Rennbedingungen verinnerlicht", erklärt Lowe. "Wir üben dabei auch verschiedene Szenarien, etwa was passiert, wenn ein Heber ausfällt, wer einspringt und welche Abläufe dann greifen."

Darüber hinaus ist der Einsatz in der Boxengasse für die Crewmitglieder nicht die einzige Aufgabe an einem Rennwochenende. "Jeder im Boxenteam hat eigentlich eine Hauptfunktion, die Tätigkeit beim Boxenstopp kommt zusätzlich dazu", sagt Lowe. "Die Boxencrew besteht aus Mechanikern, Garagentechnikern und Elektrikern."

Der Bediener des Fronthebers ist damit ein Beispiel dafür, wie viel Verantwortung und Vorbereitung hinter den spektakulären Sekunden eines Formel-1-Boxenstopps steckt.

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