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Porträt

Die Erfolgsformel des Toto Wolff: Vom Fahrlehrer zum Milliardär

Wie Toto Wolff vom gescheiterten Rennfahrer und Fahrlehrer zum Milliardär und einflussreichsten Teamchef der Formel 1 wurde

Die Erfolgsformel des Toto Wolff: Vom Fahrlehrer zum Milliardär

Toto Wolff ist als Teamchef und als Businessman extrem erfolgreich

Foto: Getty Getty

Toto Wolff wird von der einen Hälfte des Paddocks verachtet und von der anderen bewundert, kein Teamchef in der Formel 1 sorgt für so viele Debatten wie der Selfmade Milliardär. Torger Christian "Toto" Wolff, geboren als Sohn einer polnischen Mutter und eines rumänischen Vaters, infizierte sich in seiner Jugend mit dem Motorsport Virus.

Er startete in der österreichischen und deutschen Formel Ford und finanzierte seine Karriere, indem er als Fahrlehrer arbeitete, ausgerechnet am heutigen Red Bull Ring. Wolff merkte schnell, dass ihm das Talent fehlte, um es als Fahrer ganz nach oben zu schaffen. Er konzentrierte sich deshalb auf ein Volkswirtschaftsstudium an der Uni Wien.

Auch das hielt nicht lange, er brach ab und schlug eine Karriere im Bankwesen ein. Schließlich stieg er als Wagniskapitalgeber ein, der in Start-ups investierte. 1998 gründete er seine eigene Investmentfirma Marchfifteen, die vom Internetboom der späten Neunziger profitierte. Das Geschäft lief gut, 2004 folgte die Gründung von Marchsixteen.

Auch bei HWA war Wolff im Hintergrund am Ruder

Toto Wolff zeigt gern Emotionen - positiv wie negativ

Toto Wolff zeigt gern Emotionen - positiv wie negativ

Foto: LAT Images

Über dieses Investmentvehikel erwarb Wolff eine Minderheitsbeteiligung an der HWA AG, gegründet von AMG-Mitgründer Hans Werner Aufrecht. HWA managte das DTM-Programm von Mercedes und startete in mehreren Rennserien. Durch diese Motorsportkontakte erwachte Wolffs Rennleidenschaft erneut, er fuhr Rallyes und Langstreckenrennen.

Am Ende war er aber zu alt, um wirklich konkurrenzfähig zu werden. Seine wachsende Präsenz in der Szene führte 2009 zu einem entscheidenden Moment, als er Frank Williams kennenlernte. Wolff investierte in das Williams Formel-1-Team und zog in den Vorstand ein. 2012 wurde er Executive Director von Williams, doch schon bahnte sich eine neue Chance an.

Mercedes war 2010 nach mehr als sechzig Jahren als Werksteam in die Formel 1 zurückgekehrt. Die Erwartungen waren hoch, mit dem Comeback des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher und dem Titelauto von Brawn GP aus 2009 als Basis. Doch der Erfolg blieb aus. Mercedes erkannte den Bedarf an Veränderungen in der Teamführung.

Niki Lauda als Drahtzieher und späterer kongenialer Partner

Teamberater Niki Lauda überredete Lewis Hamilton zum Wechsel, parallel konzentrierte sich das Team früh auf die großen Reglementänderungen 2014, vor allem die Einführung der Hybrid V6 Motoren. Um diese Transformation zu steuern, wurde Wolff angesprochen. "Es war eigentlich ein seltsamer Zufall", sagte Wolff 2024 in einem Interview mit "Forbes".

"Ich war Miteigentümer von Williams und es lief recht gut. Wir hatten 2012 ein Rennen gewonnen, Pastor Maldonado in Spanien, und das Top Management von Mercedes bat mich zu analysieren, warum ihr Team nicht vorankam. Ich versuchte, die bestmögliche Bewertung abzugeben, und dann boten sie mir einen Job an."

Geschäftspartner, Kollegen und gute Freunde: Toto Wolff und Niki Lauda

Geschäftspartner, Kollegen und gute Freunde: Toto Wolff und Niki Lauda

Foto: Getty Images

Wolff lehnte zunächst ab. "Es war eine große Ehre, aber ich sagte ihnen sofort, dass ich Unternehmer bin und einen finanziellen Anteil an Williams habe." Mercedes verstand die Botschaft und bot ihm einen 40 prozentigen Anteil am Team an, natürlich im Austausch für eine erhebliche finanzielle Investition. Wolff stimmte schließlich 30 Prozent zu.

Wolff/Lauda/Hamilton als Gespann jahrelang unschlagbar

Niki Lauda übernahm zehn Prozent, damals wurde das Team mit weniger als 250 Millionen Euro bewertet. Was folgte, ist Geschichte. Ab 2014 dominierte Mercedes die Formel 1. Mit dem stärksten Motor im Feld und einem der größten Fahrer aller Zeiten, Lewis Hamilton, holte das Team aus Brackley zwischen 2014 und 2021 fünfzehn WM Titel.

Der Erfolg und die Übernahme der Formel 1 durch Liberty Media ließen den Wert von Mercedes explodieren. Das Team wird heute auf 5,2 Milliarden Euro geschätzt. Diese Bewertung basiert darauf, dass Wolff einen Fünf-Prozent-Anteil an George Kurtz, den CEO von Sponsor CrowdStrike, für 258 Millionen Euro verkauft hat.

Wolff hält weiterhin 33 Prozent an Mercedes und besitzt außerdem einen kleinen Anteil von einem Prozent an Aston Martin Lagonda, der Muttergesellschaft des Aston Martin F1 Teams. Abgesehen davon bleibt der 52-Jährige Unternehmer im Herzen. Obwohl er bei Mercedes rund 20 Millionen Euro pro Jahr verdienen soll, denkt er nicht ans Bremsen.

Kluge Investments im Motorsport-Umfeld

Wolff investiert weiter in verschiedene Projekte, darunter BBR Rallye Racing, einen der größten Rallyeteile-Händler Europas. Zusammen mit Ex-Weltmeister Mika Häkkinen ist er außerdem Mitinhaber einer Sportmanagement Firma, die Fahrer wie Bruno Spengler, Alexandre Prémat und Valtteri Bottas betreut hat.

Wolffs Vermögen wird 2026 auf rund 2,3 Milliarden Euro geschätzt, nicht schlecht für einen gescheiterten Rennfahrer und ehemaligen Fahrlehrer. Doch der Moment, auf den er am stolzesten ist, liegt im Jahr 2014. Beim Großen Preis von Österreich, ausgetragen auf genau jener Strecke, auf der er einst ohne Geld begonnen hatte.

Damals belegten Mercedes und Williams, an denen Wolff zu diesem Zeitpunkt beide beteiligt war, die ersten vier Plätze im Rennen. "Das", sagte Wolff, "war etwas Besonderes."

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