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Die Geschichte hinter dem Aufschwung von Red Bull in Miami

Der Aufschwung in Miami kommt nicht zufällig: Red Bull hat zentrale Probleme im RB22 behoben und ein komplexes Upgrade-Paket eingeführt

Die Geschichte hinter dem Aufschwung von Red Bull in Miami

Verstappen nach P5 in Miami zwischen Lust und Frust

Foto: LAT Images

Red Bulls Leistungssteigerung beim Formel 1 Wochenende in Miami gehört zu den größten Überraschungen des Events. Nachdem das Team in Japan noch eingeräumt hatte, die Probleme des RB22 nicht vollständig zu verstehen, präsentierte sich der Rennstall in Florida plötzlich wieder konkurrenzfähig.

Max Verstappen belegte am Ende Rang fünf, doch das Ergebnis spiegelt laut Team nicht das tatsächliche Potenzial wider. Ein Dreher in der ersten Runde sowie ein früher Boxenstopp beeinflussten das Rennen des viermaligen Weltmeisters entscheidend.

Verstappen erklärte bereits gegenüber niederländischen Medien, dass das neue Updatepaket dem gesamten Team neues Vertrauen gebe. Das gilt auch für Technikchef Pierre Wache, der nach einem schwierigen Saisonstart unter Druck stand, die Situation zu verbessern.

Trotz Platz fünf positives Fazit in Miami

"Es ist nicht einfach, aber ich bin natürlich enttäuscht vom Ergebnis. Ich denke, das Resultat in Miami zeigt nicht unsere wahre Pace. Aber es ist gut für das Team zu sehen, dass das Auto Potenzial hat und dass wir wieder mitmischen", sagte Wache nach dem Grand Prix von Miami.

Die Wirkung des Red Bull Updates überrascht viele Beobachter im Fahrerlager. Im Vergleich zum Grand Prix von Japan konnte das Team den Rückstand auf die Spitze laut eigenen Angaben um etwa eine Sekunde reduzieren. Besonders bemerkenswert ist das, da auch Ferrari und McLaren umfangreiche Updatepakete nach Miami gebracht hatten.

Wache zeigt sich weniger überrascht über die Leistung der neuen Teile selbst, sondern vielmehr über den positiven Effekt auf Verstappens Fahrgefühl. "Das Paket hat genau das geliefert, was wir erwartet haben. Aber nachdem wir einige andere Probleme gelöst haben, kam auch zusätzliche Performance von Max dazu, die wir vielleicht nicht erwartet hatten."

Red Bull behebt Problem mit der Lenkung

Ein wichtiger Faktor war dabei ein Problem im Lenksystem, das Red Bull inzwischen identifiziert und behoben hat. Die Technikabteilung tauschte vor einem Filmtag in Silverstone sowie vor dem Miami Grand Prix die komplette Lenkungseinheit und mehrere unterstützende Komponenten aus.

Max Verstappen

Max Verstappen in der Pit-Lane

Foto: circuitpics.de

Verstappen hatte angegeben, bereits bei den ersten Runden des Shakedowns in Barcelona Probleme mit der Lenkung gespürt zu haben. Auf die Frage, warum die Lösung so lange dauerte, erklärt Wache:"Zuerst mussten wir sicherstellen, dass überhaupt ein Problem vorliegt. Danach mussten wir herausfinden, woher es kommt, und das dauert lange. Anschließend ging es darum, das Problem zu beheben."

Weiter sagte er: "Es tut mir leid, dass wir das nicht früher gelöst haben. Wir haben viele Dinge ausprobiert, die nicht funktioniert haben. Einige Teile hatten zudem lange Lieferzeiten, aber ich denke, dass das Ingenieurteam hervorragende Arbeit geleistet hat."

April-Pause verschaffte Zeit für neue Teile

Laut Wache wurde das Problem bereits kurz vor der April-Pause entdeckt. Die Pause habe jedoch Zeit verschafft, die notwendigen Teile zu produzieren.Für besonderes Interesse sorgte in Miami auch Red Bulls eigene Version des sogenannten "Macarena Wings". Das Team betonte sofort, dass das Konzept nicht von Ferrari kopiert worden sei und zudem anders funktioniere.

Max Verstappen Heckflügel

Im Detail der Heckflügel von Max Verstappen

Foto: Sutton Images

Während sich die Ferrari Version um bis zu 270 Grad in eine Richtung bewegen kann, rotiert die Red Bull Variante um bis zu 160 Grad in die entgegengesetzte Richtung. Rund um das Hard Rock Stadium funktionierte das System erfolgreich.

"Ich denke, wir haben im November begonnen. Wir wollten es bereits in Bahrain und später in Melbourne einsetzen, hatten aber Probleme damit, es richtig zum Arbeiten zu bringen", erklärt Wache."Wir haben es in Suzuka erneut versucht, hatten dabei aber große Schwierigkeiten. Jetzt funktioniert es. Es ist ein langer Prozess, ein solches System zum Laufen zu bringen."

FIA-Regularien als größte Herausforderung

Als größte Herausforderung bezeichnete der Franzose die Einhaltung der FIA-Regularien: "Die Zeit zum Öffnen und Schließen ist begrenzt. Außerdem ist der Bewegungsweg länger als bei bisherigen Lösungen. Wir hatten einige Probleme nicht erwartet, weil es ein komplett neues System ist."

Neben den Updates in Miami arbeitet Red Bull bereits an weiteren Entwicklungsschritten für den RB22. Nach Angaben des Teams wurde das Übergewicht des Fahrzeugs bereits von zwölf auf sechs Kilogramm reduziert.

Weitere Updates für die Europa-Saison geplant

Ein kleineres Update ist laut Wache bereits für den in zwei Wochen stattfindenden Grand Prix von Montreal geplant. Das nächste große Paket soll, während der europäischen Rennen eingeführt werden. Ziel ist es, das Mindestgewicht des Fahrzeugs spätestens bis zum Rennen in Österreich Ende Juni zu erreichen.

"Ja, ich denke, es wird noch einen weiteren Schritt geben. Ich weiß nicht genau wann, aber wahrscheinlich werden wir bis Österreich eine weitere Gewichtsreduktion sehen."

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