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Diese "Pistole" soll die Reifenanalyse in der Formel 1 revolutionieren

Der technische Fortschritt in der Formel 1 geht immer weiter, ein italienisches Start-up könnte nun das heikle Thema Reifen revolutionieren

Diese "Pistole" soll die Reifenanalyse in der Formel 1 revolutionieren

Im ewigen Wettlauf um die beste Reifenanalyse hat nun offenbar ein neues Werkzeug in der Formel 1 Einzug gehalten. Während der Testfahrten in Bahrain wurden mehrere Techniker dabei beobachtet, wie sie die Reifen nach einem Stint mit einer Art "Pistole" bearbeitet haben. Diese wurde in die Reifen eingepresst.

Wie in der Formel 1 üblich, wird aus jeder Neuerung ein großes Geheimnis gemacht. Dieses ist nun aber gelüftet. Bei dem neuen Gerät handelt es sich um das sogenannte "VESevo", was vom lateinischen Namen des Vulkans Vesuv abgeleitet ist. Hergestellt wurde es vom italienischen Start-up MegaRide.

Ausgeschrieben bedeutet VESevo "Viscoelasticity Evaluation System - EVOlved" und ist das Forschungsergebnis eines Projekts der Universität von Neapel. Der Apparat hilft dabei, Informationen über das Reifenprofil zu sammeln, wie es während der Fahrt auf der Strecke reagiert und sich verhalten hat.

Besseres Verständnis für Temperaturen und Profil

Genutzt wird dafür ein Nachbearbeitungs-Algorithmus, der dem Benutzer detaillierte Informationen über die Beschaffenheit des Reifens liefert. So bietet er ein besseres Verständnis der inneren Temperaturen, die Steifigkeit der Mischung, die Abnutzung des Profils und seine Dämpfungseigenschaften.

VESevo Grafik

Eine Grafik aus dem Analysetool von VESevo

Foto: Giorgio Piola

Diese Daten werden in verschiedenen Grafiken dargestellt und können als weiteres Werkzeug benutzt werden, um zu verstehen, welchen Einfluss die Reifentemperatur und die Streckenoberfläche auf die Performance und Lebensdauer der Reifen haben.

Für die Teams können diese zusätzlichen Daten Gold wert sein. Zwar liefert Reifenhersteller Pirelli bereits eine ganze Reihe von Daten über das perfekte Arbeitsfenster jeder Mischung, dennoch kommt es immer wieder zu Beschwerden der Fahrer über fehlenden Grip oder zu starke Abnutzung.

Kein Neuland im Motorsport

Ein großer Vorteil des Geräts ist die Tatsache, dass es den Reifen bei den Messungen nicht beschädigt. Wie viele Teams die Neuentwicklung bereits nutzen, ist nicht sicher. Während der Testfahrten wurden jedoch mehrere Techniker von MegaRide gesichtet, die diverse Informationen ausgewertet haben.

Neu ist das Gerät im Motorsport aber nicht. Der italienische Rennstall Trident hat es bereits in der Formel 2 und Formel 3 genutzt, auch in der MotoGP, Formel E und DTM kam es bereits zum Einsatz. In Bahrain wurde es aber wohl erstmals in der Formel 1 verwendet.

Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.

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Urheber Franco Nugnes