Domenicali: Zandvoort hat gezeigt, Fahrer bilden "Seele" der Formel 1

Formel-1-Boss Stefano Domenicali betont, dass die Vision von Liberty Media beim Grand Prix der Niederlande einmal mehr bekräftigt wurde

Domenicali: Zandvoort hat gezeigt, Fahrer bilden "Seele" der Formel 1

Die Formel-1-Fahrer bilden die "Seele" der Königsklasse. So lautet die Vision von Liberty Media. Das erfolgreiche Comeback der Serie in den Niederlanden mit Max Verstappen als Fanmagneten gibt Formel-1-Boss Stefano Domenicali recht, und lässt ihn an dieser Vision weiter festhalten.

Die Leidenschaft und der Enthusiasmus der "Orange Army" am vergangenen Wochenende in Zandvoort beeindruckte nicht nur Journalisten und Beobachter vor Ort, sondern selbst erfahrene Teamchefs und Fahrer im Paddock. Die ausgelassene Stimmung machte die Rückkehr der Formel 1 zu einem vollen Erfolg.

Der Grund: Max Verstappen. Der WM-Führende zog die Massen zu seinem Heimspektakel an, und sorgte mit seinen Erfolgen - Poleposition im Qualifying und Sieg im Rennen - für Volksfeststimmung. Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media hätte sich keine besseren Bilder wünschen können.

Fokus auf Fahrer "müssen wir beibehalten"

Das Management der Formel 1 sieht sich in seiner Philosophie bestätigt, den Fahrer in den Mittelpunkt des Sports zu stellen. Diese Vision wurde von Chase Carey seit 2017 entwickelt und wird nun von seinem Nachfolger Stefano Domenicali an der Spitze der Organisation fortgeführt.

"Wir sind definitiv glücklich, denn das war der Beweis dafür, dass man, wenn man mit den richtigen Promotern eine Vision ausarbeitet, ein einmaliges Event auf die Beine stellen kann", erklärt der Italiener gegenüber unserer Schwesterseite 'motorsport.com'.

Domenicali ist sich bewusst, dass der Hype um Verstappen, der seit dessen Wechsel zu Topteam Red Bull 2016 immer größer wurde, seine Wirkung nicht verfehlt hat. "Zu Beginn des Jahres haben wir erklärt, dass die Fahrer unsere Seele bilden."

Die Persönlichkeiten der einzelnen Athleten werden in den Vordergrund gestellt, so der Formel-1-Boss, und erzeugen dadurch große Aufmerksamkeit und Euphorie. "Das ist eine wirklich unglaubliche Situation, die wir zusammen erleben. Das ist großartig", ist er erfreut.

"Und es war schön zu sehen, was die Formel 1 sein kann." Nämlich ein Sport, der wieder Massen an Fans an die Rennstrecken und vor die TV-Bildschirme zieht und grenzenlose Begeisterung auslöst - dank starker Charaktere im Mittelpunkt. "Diesen Fokus müssen wir behalten", betont Domenicali.

Die Verstappen-Party in Zandvoort erinnerte an die "Schumi-Mania" zu Beginn der 2000er-Jahre im Hockenheim-Autodrom, oder auch an leidenschaftliche Fanmassen dank Fernando Alonso in Barcelona, Sergio Perez im Stadion auf dem Autodromo in Mexiko oder natürlich Lewis Hamilton in Silverstone.

US-amerikanischer Fahrer? "Vielleicht in Zukunft"

Mit dem richtigen Fahrer im Fokus könne eine solche Euphorie auch in anderen Ländern entstehen, ist Domenicali überzeugt. "Das ist die Strategie, um die richtige Plattform für die Zukunft aufzubauen. Natürlich könnte man jetzt sagen: Was wäre, wenn wir einen tollen amerikanischen Piloten hätten?"

Zuletzt nahm mit Alexander Rossi 2015 ein US-Amerikaner an einem Formel-1-Rennen teil. Bereits mehrfach hat Liberty Media den Wunsch geäußert, einen US-Piloten im Fahrerfeld haben zu wollen. Mit der wachsenden Begeisterung in den USA könnte mit einem Aushängeschild der nächste Schritt gelingen.

"Vielleicht in Zukunft, warum nicht?", meint Domenicali. "Das ist sehr wichtig. Und wenn man gute Entscheidungen trifft und zusammenarbeitet, dann ist das der Beweis dafür, dass wir etwas Spektakuläres schaffen können - auf der ganzen Welt."

Max Verstappen

Knapp 70.000 Fans jubelten über den Verstappen-Sieg

Foto: Motorsport Images

Der Formel-1-Boss betont, er bekomme Zuschriften und Nachrichten von allen möglichen Ecken. "Das zeigt, dass uns sehr viel Aufmerksamkeit zuteilwird."

Zandvoort steht nicht nur symbolhaft für die Fahrer-zentrierte Vision von Liberty Media, sondern auch als Musterbeispiel dafür, wie Rennen heutzutage organisiert werden. "Wir lernen eine Lektion, was wir alles machen können."

Die Organisatoren des Grand Prix von Miami waren in den Niederlanden zu Besuch, um sich anzusehen, wie der Veranstalter das Event auf die Beine gestellt hat und was den Zuschauern dargeboten wurde. Das Fazit: "Je mehr wir das Publikum miteinbeziehen, desto besser wird das Event sein."

Corona schränkt Formel 1 weiterhin ein

Domenicali fügt hinzu: "[Das war] gut mit uns koordiniert. Man muss sichergehen, dass alles ordentlich geplant und organisiert ist. Wir bringen also [viele Erkenntnisse] mit nach Hause." Er hofft, dass die niederländischen Fans auch weiterhin zu anderen Grands Prix reisen werden.

Der Formel-1-Chef macht allerdings auch noch einmal deutlich, dass die Corona-Pandemie die Königsklasse weiterhin einschränkt. "Wir leben immer noch in dieser Situation, wir dürfen deshalb aber nicht aufgeben. Aber natürlich fokussieren wir uns weiterhin auf die Impfung und Checks, das ist der einzige Weg vorwärts."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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