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Doping-Urteil gegen Russland: Sotschi-Grand-Prix in Gefahr?

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Doping-Urteil gegen Russland: Sotschi-Grand-Prix in Gefahr?
Autor:
Co-Autor: Oleg Karpow
09.12.2019, 15:42

Das Anti-Doping-Urteil gegen die Sportnation Russland könnte theoretisch zur Absage des Grand Prix in Sotschi führen und für Daniil Kwjat Folgen haben

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat am Montag in Lausanne bekannt gegeben, dass Russland für vier Jahre von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ausgeschlossen wird. Was auf den ersten Blick nach einer Maßnahme aussieht, die nur klassische Olympia-Sportarten betrifft, könnte unter Umständen auch Konsequenzen für die Formel 1 haben.

Der WADA-Ausschluss betrifft nämlich alle Verbände, die von der WADA als "Großveranstaltungs-Organisation" eingestuft werden - und damit auch den Automobil-Weltverband FIA, der in Doping-Fragen seit Jahren eng mit der WADA zusammenarbeitet.

Russland darf laut WADA-Urteil in den nächsten vier Jahren keine Großveranstaltungen organisieren, und darunter fällt streng genommen auch der Grand Prix von Russland in Sotschi. Allerdings gibt es eine Hintertür: Sofern kommerzielle Vereinbarungen eine Absage von bereits fixierten Veranstaltungen nicht zulassen, ist es unmöglich, das WADA-Urteil durchzusetzen.

Sofern es aus "rechtlichen oder praktischen Gründen" unmöglich sei, eine Großveranstaltung abzusagen oder an einen anderen Austragungsort zu vergeben, heißt es im WADA-Statement, müsse der Event trotz des Russland-Urteils ausnahmsweise stattfinden. Eine Formulierung, auf die sich Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media und Grand-Prix-Promoter Rosgonki aufgrund ihres bestehenden Vertrags berufen können.

Seitens Rosgonki heißt es auf Anfrage von 'motorsport.com': "Der Vertrag für den russischen Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft wurde bereits 2010 unterschrieben, lange vor den Untersuchungen durch die WADA. Der Vertrag läuft bis 2025, und der Grand Prix von Russland ist fester Bestandteil des internationalen FIA-Sportkalenders für 2020."

Rosgonki betont ferner, dass, sollte der russische Ausschluss aufrecht bleiben, es "sowohl rechtlich als auch technisch" keine Möglichkeit gibt, den Grand Prix von Russland in einem anderen Land auszutragen. Man sei daher "zuversichtlich", dass das Rennen 2020 und darüber hinaus wie geplant stattfinden werde. Der Tickerverkauf sei überdies bereits "voll angelaufen".

Die Sportnation Russland hat nun drei Wochen Zeit, gegen das WADA-Urteil in Berufung zu gehen. Sollte es zu einer Berufung kommen und diese erfolgreich sein, würde das sowieso grünes Licht für den Grand Prix bedeuten. Aber selbst wenn das Urteil aufrecht bleibt, gilt es als unwahrscheinlich, dass das Formel-1-Rennen abgesagt wird.

Denn das WADA-Urteil zielt auf systematisches Doping im russischen Sport ab, vor allem bezugnehmend auf Olympische Spiele. Die Formel 1 steht nicht unter akutem Dopingverdacht. Die FIA hat ungeachtet dessen bisher nicht auf Anfragen von 'motorsport.com' zu dem Thema reagiert.

Übrigens: Sollte die Formel 1 wider Erwarten doch vom WADA-Urteil erfasst werden, könnte das auch für russische Fahrer Implikationen haben. Daniil Kwjat zum Beispiel dürfte dann nicht unter russischer Flagge antreten.

Russische Sportler sind laut WADA-Urteil generell für vier Jahre von allen Großveranstaltungen ausgeschlossen. Wenn sie nachweisen können, dass sie sich nichts zuschulden kommen lassen haben, dürfen sie aber unter neutraler Flagge trotzdem teilnehmen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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