Druck standgehalten: War das Max Verstappens Meisterstück?

Die "Orange Army" erwartete einen Sieg und Max Verstappen enttäuschte nicht: Christian Horner zeigt sich beeindruckt und lobt vor allem die mentale Stärke

Druck standgehalten: War das Max Verstappens Meisterstück?

Für Max Verstappen war es ein Heim-Grand-Prix nach Maß: Poleposition und Sieg in Zandvoort, WM-Führung zurückerobert. Nach dem Triumph vor Zehntausenden frenetischen Fans hat der Red-Bull-Pilot bei noch neun ausstehenden Rennen in dieser Formel-1-Saison nun drei Punkte Vorsprung auf Lewis Hamilton.

Das ist nicht viel. Doch die Nervenstärke, die Verstappen in Zandvoort bewiesen hat, lässt für seinen Teamchef Christian Horner keinen Zweifel daran, dass er im Duell mit dem Mercedes-Konkurrenten bestehen kann. Denn Horner weiß: Der Druck auf Verstappen war beim Grand Prix der Niederlande immens.

"Er war bemerkenswert an diesem Wochenende", betont der Brite. "Denn wenn man durch die Stadt zur Rennstrecke fuhr, hatte jedes Haus Verstappen-Flaggen - so viel Unterstützung für ihn. Ich habe noch nie gesehen, dass eine Nation so hinter einem Fahrer steht. Von dem Moment an, als wir ankamen, lief die Musik, es war so intensiv und die einzige Person, die das nicht gespürt hat, war Max."

Horner: "Schien fast so, als ob er es gar nicht mitbekam"

Damit meint Horner keineswegs, dass Verstappen die Unterstützung der Fans entgangen sei. Aber: "Er hat sich auf seine eigene Arbeit konzentriert. Er hat sich genauso um seine Arbeit gekümmert wie bei anderen Rennen, und es schien fast so, als ob er gar nicht mitbekam, was auf der anderen Seite des Zauns passierte."

Diesen Tunnelblick braucht man, um sich auf das Wesentliche zu fokussieren, weiß Horner. "Er hat sich also unglaublich gut geschlagen. Ich denke, das Team hat sich gut geschlagen. Es hat sich konzentriert und einen phänomenalen Job gemacht."

Dass Verstappen sein Heimwochenende mit einem Sieg und der WM-Führung krönen würde, war der Wunsch. Wirklich planen lässt sich das aber nicht, weiß der Red-Bull-Pilot: "Natürlich haben die Fans hohe Erwartungen, wenn man hierherkommt. Sie wollen, dass du gewinnst, aber es ist nie so einfach. Man konnte das ganze Jahr über sehen, dass Mercedes und wir sehr eng beieinander lagen."

Verstappen: Immer konzentriert trotz der Ablenkungen

"An diesem Tag zu liefern, klar bin ich da sehr zufrieden. Erst mit der Poleposition, aber auch mit dem Sieg im Rennen. Entscheidend war vor allem der Start und dann während des gesamten Rennens der Abstand, damit sie keinen Undercut machen konnten", analysiert Verstappen seinen Heim-Grand-Prix.

"Das ganze Rennen über war es ziemlich eng zwischen mir und Lewis, er hat wirklich Druck gemacht. Er drehte ein paar tolle Runden, aber zum Glück hat es am Ende gereicht. 72 Runden hier herum pushen, ja, das war befriedigend. Es war cool."

König Willem-Alexander

Auch die Königsfamilie drückte Verstappen in Zandvoort die Daumen

Foto: Motorsport Images

Noch befriedigender dürfte nur das Gefühl gewesen sein, diesen Sieg mit der "Organe Army" zu feiern: "Es war unglaublich, vor den Fans zu gewinnen. Auch der König hat mit seiner Familie zugeschaut. Es war einfach ein toller Tag", so Verstappen.

Trotz dieses Trubels bestätigt der Niederländer, was sein Teamchef sagt: "Ich war immer sehr konzentriert. Ich weiß, dass ich mich auf das Fahren konzentrieren muss, und das war ziemlich einfach. Natürlich gibt es mehr Ablenkungen, vor allem, wenn man in der Startaufstellung steht oder rausfährt, aber wir sind professionell genug, um uns auf den Job zu konzentrieren, sobald wir im Auto sitzen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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