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"Eigenleben entwickelt": Darum fand der umstrittene Young-Driver-Test statt

Der sogenannte "Young-Driver-Test" mit Oldies wie Fernando Alonso sorgte 2020 für einige Diskussionen - Zak Brown erklärt, wie es zu dem Chaos kommen konnte

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"Eigenleben entwickelt": Darum fand der umstrittene Young-Driver-Test statt

Fernando Alonso (39 Jahre), Robert Kubica (36), Sebastien Buemi (32). Diese Namen würde man mit vielen Dingen in Verbindung bringen, aber wohl kaum mit einem Formel-1-Test für Nachwuchsfahrer im Jahr 2020. Wie konnte es dazu kommen, dass der sogenannte "Young-Driver-Test" im Dezember zu so einer Farce wurde?

"Es hat sich ganz sicher nicht zu dem entwickelt, was es sein sollte, als wir den Young-Driver-Test beschlossen haben", schmunzelt McLaren-Boss Zak Brown, dessen Team nicht an dem eintägigen Test in Abu Dhabi teilnahm. Er erklärt, warum der umstrittene Test überhaupt angesetzt wurde und was anschließend passierte.

"Ich glaube, es war im April, als wir all unsere Maßnahmen zur Kostenersparnis beschlossen haben. Wir wollten den Test aus Kostengründen absagen, so wie wir auch die Tests für [2021] reduziert haben", erklärt Brown um Hinblick auf die Coronakrise 2020. So wird es vor der Saison 2021 nur noch drei offizielle Testtage geben.

Eigentlich ging es nur ums Geld ...

Auch der Young-Driver-Test im Dezember 2020 sollte in diesem Zusammenhang gestrichen werden. "Damals haben einige Teams, die Einnahmen aus dem Young-Driver-Test generieren, ihre Hand gehoben und gesagt, dass sie dadurch Einnahmen verlieren, die sie brauchen", erklärt Brown, ohne dabei konkrete Namen zu nennen.

Es ist allerdings kein Geheimnis, dass einige Piloten Geld zahlen, um bei Testfahrten im Auto zu sitzen. Diese Einnahmequelle habe McLaren den entsprechenden Teams nicht abdrehen wollen, weshalb man damals zugestimmt habe, den Test trotzdem auszutragen. "Dann hat es ein gewisses Eigenleben entwickelt", erinnert sich Brown.

"Die Regeln wurden erweitert, dann tauchten Fernando Alonso und andere Fahrer auf", so der McLaren-Boss. Für sein Team habe eine Teilnahme aus sportlicher Sicht allerdings keinen Sinn ergeben, weshalb man sich frühzeitig dagegen entschied. "Wie waren in einer Situation gefangen, in der wir unsere Power-Unit wechseln", erinnert Brown.

Warum McLaren nicht dabei war

2021 wechselt McLaren von Renault zu Mercedes. "Für uns hätte es daher keinen Sinn ergeben, mit einem Motor für 2021 zu testen, den wir gar nicht mehr verwenden werden", betont Brown. Neben McLaren verzichtete auch Racing Point auf eine Teilnahme, die anderen acht Teams waren dabei - wenn auch nicht unbedingt mit jungen Fahrern.

Für Brown kein großes Problem, doch er betont, dass die anderen Teams nun einen kleinen Vorteil hätten - zum Beispiel Renault. Dort konnte sich Rückkehrer Fernando Alonso schon einmal wieder an ein aktuelles Formel-1-Auto gewöhnen. "Ich denke nicht, dass es ein großer Vorteil ist", grübelt der McLaren-Boss.

"Aber im Motorsport ist jeder Vorteil, den man bekommen kann, ein Vorteil", erinnert er. Zwar werde der Tests in der Saison 2021 kein "entscheidender Faktor" in der WM sein. "Aber sagen wir mal so: Sie hätten keinen Druck gemacht, [Alonso] ins Auto zu setzen, wenn sie nicht denken würden, dass sie irgendetwas davon haben", so Brown.

Sein Fazit daher: "Ich denke, wenn wir es noch einmal machen müssten, dann würde es vermutlich ein reiner Test für junge Fahrer bleiben."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Ruben Zimmermann