Ein "absolut kalkuliertes Risiko": Toto Wolff kontert Kritik zu Kimi Antonelli
Mercedes-Teamchef Toto Wolff verteidigt den Umgang mit Kimi Antonelli und spricht beim Umgang mit dem Italiener in seiner Debütsaison von einem kalkulierten Risiko
Mercedes-Teamchef Wolff kontert der Kritik im Umgang mit Antonelli
Foto: LAT Images
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat auf die Kritik reagiert, dass Kimi Antonelli bereits in jungen Jahren einem zu hohen Druck in der Königsklasse ausgesetzt gewesen sei. Der Österreicher sieht aber kein Problem darin, wie das Team bislang mit dem 19-jährigen Italiener umgegangen ist - im Gegenteil.
"Nun, ich war selbst Fahrer, also verstehe ich den Druck, dem diese jungen Leute ausgesetzt sind. Und es ist multidimensionaler Druck", sagt Wolff in einem Interview mit The Athletic. Bevor der Österreicher 2013 zu Mercedes kam, fuhr er in der österreichischen Formel-Ford-Meisterschaft und der deutschen Formel-Ford-Serie.
Hinzu kommen Teilnahmen bei den 24 Stunden am Nürburgring 1994, der FIA-GT-Meisterschaft sowie der italienischen GT-Meisterschaft. Deshalb kann Wolff die aktuelle Situation rund um Antonelli teilweise auch aus eigener Erfahrung nachvollziehen.
"Wenn wir einen aufstrebenden Fahrer sehen, beurteilen wir ihn natürlich nach Talent, roher Geschwindigkeit, Entwicklungsfähigkeit, aber auch danach, wie er mit Druck umgeht", sagt der Teamchef. "Denn in der Formel 1 dreht sich alles um Druck und darum, unter Druck Leistung zu bringen."
Mercedes hält trotz Fehlern an Kimi Antonelli fest
"Wenn man sich die Politik anderer Junior-Teams anschaut, entlassen sie Fahrer, wenn sie nach drei Rennen nicht gut performen. Wir haben mit Kimi genau das Gegenteil gemacht." In seiner Formel-1-Debütsaison 2025 lief bei Antonelli nicht alles wie gewünscht.
"Wir haben im Grunde einen 18-Jährigen ins Team geholt, der die beste Bilanz aller Juniorfahrer im Kartsport und in kleineren Formelserien hatte, aber er hat im ersten Jahr viele Fehler gemacht", ergänzt Wolff. "Die Leute haben uns dafür stark kritisiert."
"Sie sagten, er sei zu jung, er mache zu viele Fehler, und wir würden ihn verbrennen. Und das war ein absolut kalkuliertes Risiko. Wir wussten, dass das im ersten Jahr passieren würde." Antonelli hat sich in seiner zweiten Saison stabilisiert, bereits zwei Formel-1-Rennen gewonnen und führt nun sogar die Fahrer-WM an.
Eine angenehme Situation, die Wolff ebenfalls aus eigener Erfahrung kennt: Mercedes holte unter der Führung des Österreichers bislang acht Konstrukteurstitel und sieben Fahrertitel mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg. In diesem Jahr dürften zwei weitere WM-Titel durch George Russell beziehungsweise Kimi Antonelli hinzukommen ...
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