Eintagsfliege oder Schritt nach vorne: Wie gut ist Alpine wirklich?

Alpine zeigte beim Formel-1-Rennen in Portugal eine starke Leistung, Fragezeichen aber bleiben - Wie gut sind die Franzosen wirklich?

Eintagsfliege oder Schritt nach vorne: Wie gut ist Alpine wirklich?

Beide Fahrer in den Punkten, Sprung auf Platz fünf in der Konstrukteurs-WM und ein gutes Gefühl auf einer Angststrecke: für den Alpine-Rennstall verlief das Formel-1-Wochenende in Portimao äußerst zufriedenstellend. Nach zwei durchwachsenen Wochenenden in Bahrain und Imola machte die Leistung der blauen Renner in Portugal Mut.

Dabei konnte Alpine nicht nur im Rennen überzeugen, sondern schaffte es mit Esteban Ocon auch im Qualifying auf einen starken sechsten Platz. Einzig das vorzeitige Aus von Fernando Alonso in Q2 war ein kleiner Stimmungsdämpfer, den der zweimalige Weltmeister mit einer Aufholjagd am Sonntag aber direkt korrigieren konnte.

Doch wie stark ist Alpine wirklich? War Portimao ein positiver Ausreißer oder nur das erste von vielen guten Wochenenden? "Ich denke, die Strecke kam der Charakteristik unseres Autos mehr entgegen als die ersten beiden", sagt Exekutivdirektor Marcin Budkowski. Eine Verbesserung zum Vorjahr sei aber definitiv eingetreten, denn 2020 war Portimao kein gutes Pflaster für das damals noch als Renault aktive Team.

Fortschritt statt "Albtraum" für Alpine

"Vergangenes Jahr haben wir bei den schwierigen Gripverhältnissen einen Albtraum erlebt und haben die Reifen überhaupt nicht zum Arbeiten bekommen. Entsprechend hatten wir etwas Angst, als wir an vergangenes Jahr zurückgedacht haben", gibt Budkowski zu. Doch die Befürchtungen waren unbegründet, Alpine kam bestens zurecht.

Bei schwierigen Streckenbedingungen, erklärt der Pole, gebe es immer Gewinner und Verlierer. "Vergangenes Jahr waren wir die Verlierer, oder zumindest weit hinter den Gewinnern. Es scheint, als hätten wir es besser hinbekommen als andere", so Budkowski über die Entwicklung.

Doch auch bei den kommenden Veranstaltungen will Alpine wieder ein Wörtchen um die vorderen Plätze im Mittelfeld mitreden. Hoffnung machen dabei die Weiterentwicklungen im Bereich der Aerodynamik, die bereits in Imola ans Auto gebracht wurden. Im Ergebnis spiegelten sich die Verbesserungen damals noch nicht wider, doch Budkowski versichert, dass sie da sind - und gleich noch weitere Auswirkungen haben.

Fahrer bauen Vertrauen auf

"Man macht kleine Verbesserungen an der Front, am Heck und in der Mitte des Autos. Aber manchmal erhält man noch mehr, als die Summe daraus. Denn die Fahrer bekommen dadurch mehr Selbstvertrauen. Wenn man an der Aerodynamik und an der Stabilität arbeitet, dann gewinnt der Fahrer an Vertrauen und kann mehr herausholen", erklärt er.

Bestätigung bekam Budkowski von seinen Piloten. Alonso sah beim A521 einen "großen Schritt vorwärts", Ocon erkannte, "dass unsere Arbeit sehr gut funktioniert, was die Fortschritte angeht".

Schon das kommende Wochenende in Barcelona sollte Aufschluss darüber geben, wie gut das Auto wirklich ist. "Barcelona ist ein guter Maßstab. Wir werden sehen, wie viel Verbesserung tatsächlich im Auto ist und wie viel durch die Umstände kam. Aber wir bewegen uns vorwärts. Ob wir schon da sind, weiß ich nicht. Aber wir bewegen uns. Und das ist das Wichtigste für mich", sagt Budkowski.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Erklärt: Darum hat Kimi Räikkönen seine Imola-Punkte nicht zurückbekommen

Vorheriger Artikel

Erklärt: Darum hat Kimi Räikkönen seine Imola-Punkte nicht zurückbekommen

Nächster Artikel

Nach Kollision in Monaco: Das sagen Jean Alesi und Marco Werner

Nach Kollision in Monaco: Das sagen Jean Alesi und Marco Werner
Kommentare laden