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"Einzigartig" und "ziemlich verrückt": F1-Piloten gespannt auf Bahrain-"Oval"

Die Idee, für das zweite Bahrain-Wochenende vom Standard-Layout abzuweichen, begrüßen viele Piloten - Die Variante sehe zwar einfach aus, habe es aber in sich

"Einzigartig" und "ziemlich verrückt": F1-Piloten gespannt auf Bahrain-"Oval"

In Bahrain findet der letzte Doubleheader der Formel-1-Saison 2020 auf ein und derselben Strecke statt. Zum ersten Mal werden dabei aber zwei verschiedene Layoutvarianten genutzt: So bestreiten die Piloten das zweite Wochenende auf der 3,543 Kilometer langen Außenstrecke statt auf dem Standardlayout.

Die Außenbahn schneidet das kurvenreiche Innenfeld mit einem Verbindungsstück aus, sodass zum ersten Mal seit der Verwendung des kurzen Dijon-Formats für den Grand Prix von Frankreich 1974 Rundenzeiten unter 60 Sekunden zu erwarten sind.

"Es wird definitiv verrückt werden", sagt Williams-Pilot George Russell vorab. "Ich denke, es ist spannend, weil die Rundenzeiten so knapp sein werden. Ich schätze, im Qualifying wird wahrscheinlich jeder innerhalb einer Sekunde sein, was bedeutet, dass man bei einem kleinen Fehler am Samstag viele Positionen verlieren kann."

Russell erwartet Chaos am Qualifying-Samstag

"Ich denke also, man wird absolut alles geben müssen, was man hat und die Runden auf den Punkt bringen", fährt Russell fort, "denn wenn man einen Fehler macht, hat man sonst nicht genug Kurven, um die Rundenzeit wieder wettzumachen."

Gerade am Samstag könnte es durchaus chaotisch werden, mutmaßt der Brite: "Jeder wird auf der Suche nach einem Windschatten sein. Die Strecke ist, ich weiß nicht wie kurz. Aber es ist wahrscheinlich nicht genug Platz für 20 Autos auf der Strecke. Und das Rennen wird ziemlich verrückt sein. Das wird sicherlich spannend."

Williams-Teamkollege Nicholas Latifi gibt zu bedenken, dass der neue Streckenabschnitt, auf dem gefahren wird, "ziemlich holprig" ist. "Er wird offensichtlich nicht oft benutzt. Der Asphalt ist sehr, sehr alt." Auch das Layout sei nicht zu unterschätzen.

Herausforderung bei der Abstimmung am größten

"Im Grunde sind es jetzt nur noch drei lange Geraden, im Gegensatz zu einem ganzen Infield-Abschnitt in Bahrain, wo man etwas mehr Abtrieb braucht. Ich denke, es wird eine einzigartige Herausforderung für das Set-up des Autos darstellen, da es sich komplett von dem unterscheidet, was am ersten Rennwochenende der Fall war", so Latifi.

McLaren-Pilot Lando Norris stimmt ihm in diesem Punkt zu: "Natürlich wird dieses oder das nächste Wochenende sehr viel schwieriger sein, weil wir uns auf mehrere Rennen vorbereiten müssen. Auch wenn das Layout sehr einfach und anders ist, gibt es viel zu verstehen und zu verändern mit dem Auto, um wirklich alles zu maximieren."

Die äußere Streckenvariante in Bahrain erinnert Norris an den Thruxton Circuit in England. "Weil es nicht viele Kurven gibt", erklärt der Brite. "Es sind kleine, scharfe Kurven, wie wir sie in Bahrain haben, aber gleichzeitig ist es eine kleine, ovalförmige Strecke, und sie ist auch sehr kurz. Sie sollte gutes Racing ermöglichen."

"Mehr Simulations-, mehr Ingenieursarbeit nötig"

Carlos Sainz stuft die Strecke an sich zwar als nicht wirklich anspruchsvoll ein: "Ich glaube, es gibt nur zwei zusätzliche Kurven, die wir in Bahrain fahren werden. Die restlichen zwei oder drei Kurven auf der Strecke werden wir eine Woche vorher fahren, also wird es ziemlich einfach sein, sie zu lernen und jede Kurve zu maximieren."

Allerdings sieht auch er in der Abstimmung die größte Herausforderung. "Denn es ist keine typische Strecke in der Formel 1", betont der McLaren-Pilot. "Man geht nie auf eine solche Rennstrecke mit nur langen Geraden und zwei oder drei Kurven."

Carlos Sainz

Carlos Sainz sieht im richtigen Kompromiss beim Set-up die Herausforderung

Foto: Motorsport Images

"Es wird für die Formel 1 wirklich ein bisschen ein Experiment sein. Ich denke, es wird eine andere Art von Rennen hervorbringen. Es wird viel geredet werden über Heckflügel, welches Abtriebsniveau man fährt und all das. Natürlich gibt es unseren Input als Fahrer, aber es ist mehr Simulationsarbeit, mehr Ingenieursarbeit, die das Team braucht."

Ricciardo ein Fan von verschiedenen Layouts

Die meisten Fahrer machten sich vorab im Simulator mit der Strecke vertraut, so etwa Daniel Ricciardo. Auch der Renault-Pilot sagt: "Das wird interessant. Ich glaube nicht, dass wir schon einmal auf eine solche Strecke gekommen sind, auf der es nur so wenige Kurven gibt, auf die aber auch ziemlich lange Geraden folgen."

"Ich hoffe, dass wir in der Schikane genug Schwung haben, um nahe heranzukommen, in den Windschatten zu gelangen und ein paar Überholmanöver vorzubereiten, zum Beispiel in der letzten Kurve. Das wird die Zeit zeigen", blickt Ricciardo voraus.

"Aber ich bin ein Fan davon, das Layout zu ändern, wenn wir an zwei aufeinander folgenden Wochenenden auf derselben Rennstrecke fahren", betont der Australier abschließend. "Also bin ich dafür. Und ich bin gespannt, wie es sich bewährt."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Event Sachir 2
Urheber Juliane Ziegengeist