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Enthüllt: Die clevere Kühlidee von Mercedes

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Enthüllt: Die clevere Kühlidee von Mercedes
Autor:
Co-Autor: Giorgio Piola
Übersetzung: Norman Fischer
03.11.2019, 15:42

Rivalen haben derzeit ein Kühlsystem von Mercedes im Auge, das Vorteile bei den Reifentemperaturen bringen soll - 2020 könnten alle Teams eine solche Lösung haben

Ein interessanter Aspekt des Duells zwischen Mercedes und Ferrari in diesem Jahr war, wie das Pendel zwischen Qualifying und Rennen hin- und hergeschwungen ist. Samstag hatte häufig Ferrari die Oberhand, weil man mehr aus dem Qualifying-Modus des Motors holen konnte. Am Sonntag war das Bild jedoch meist anders.

In den Rennen hatte Mercedes das bessere Auto. Vor allem durch das Reifenmanagement kamen Lewis Hamilton und Valtteri Bottas häufig noch nach vorne. Und diese Schwachstelle hat man bei Ferrari erkannt und will sie für 2020 verbessern.

"Ich denke, dass sechs Poles herausragend sind", sagt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto auf die gute Form seit der Sommerpause angesprochen. "Das bedeutet, dass wir zumindest im Qualifying schnell genug sind. Im Rennen sind wir es aber nicht."

"Es gibt im Rennen immer noch eine Delta-Pace zu unserem Nachteil", so der Italiener weiter. "Im Vergleich zu Saisonbeginn ist sie aber sehr klein, von daher haben wir unsere Rennpace verbessern können - aber nicht genug." Ferrari kenne aber die Schwäche, und Binotto ist sicher, dass das Team irgendwann an den richtigen Punkt kommen wird, wenn man so weiter macht.

Mercedes' Kühlschacht

Einer der Vorteile von Mercedes: Sie konnten ihre Reifentemperaturen unter Kontrolle halten. In Austin scheint es, dass die Gegner auf eine clevere Lösung schauen, auf die Mercedes gekommen ist. Und die soll bei dem Problem helfen.

Exklusive Bilder von Giorgio Piola zeigen, dass Mercedes einen Schacht in der hinteren Aufhängung versteckt hat, der Luft in einen Bereich zwischen Bremstrommel und Felge zu leiten scheint. Die Aufgabe des Loches ist klar: Die Luft soll die Reifentemperaturen hinten so kühl wie möglich halten.

Darum ist auch die Bremstrommel komplett versiegelt. Das verhindert, dass warme Luft in den Bereich entweicht, den Mercedes mit der kühlen Luft füttert.

Mercedes-Kühlschacht

Die Zeichnung von Giorgio Piola enthüllt den Mercedes-Schacht

Foto: Giorgio Piola

Luftlöcher im Bereich der Räder sind normalerweise durch Bremsschacht-Regularien abgedeckt, doch Mercedes scheint sich außerhalb dieses Bereichs zu bewegen. Denn die Regeln, wo die Löcher sein dürfen, sind eigentlich klar.

Nach Artikel 11.5 des Technischen Reglements dürfen sie nicht in einem Bereich von 160mm ober- und unterhalb der horizontalen Zentrallinie des Rades liegen, und auch nicht innerhalb von 120mm um eine gedachte Ebene an der Felge. Die Löcher von Mercedes scheinen außerhalb dieses Bereiches zu liegen.

Rivalen fragen bei der FIA nach

Somit liefern sie zwar den Vorteil eines Bremsschachtes, sind aber nicht durch die Regeln abgedeckt. Aber natürlich sorgt das bei der Konkurrenz für hochgezogene Augenbrauen. Denn eigentlich sollten Aufhängungsteile in der Formel 1 keinen aerodynamischen Vorteil bringen. Genau das könnte die Mercedes-Lösung in den Augen der Rivalen aber tun.

Mercedes könnte auf der anderen Seite aber argumentieren, dass der aerodynamische Vorteil eine ungewollte Konsequenz der Aufhängung ist, die am besten zum Design der hinteren Kipphebel passt.

Mercedes

Geheimnis: Mercedes verdeckt die entsprechende Stelle mit Heizdecken

Foto: Giorgio Piola

Es heißt, dass zumindest ein Team die FIA um Klarstellung gebeten hat, ob es erlaubt ist, so ein Design selbst zu verfolgen. Da es erlaubt wurde, steht den Teams nun die Tür offen, für 2020 selbst so ein System zu entwickeln.

Auffällig ist, dass Mercedes die Hinterradaufhängung seiner Boliden auf dem Weg zum Scrutineering zuletzt immer mit den Heizdecken der Reifen abgedeckt hat - womöglich um sich vor neugierigen Blicken zu schützen. Denn die Technische Abnahme stellt häufig die beste Möglichkeit dar, einen Blick auf innovative Designaspekte der Konkurrenz zu werfen.

Mit Bildmaterial von Giorgio Piola.

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