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Entschuldigung bei Red Bull: Vettel "bereut" Umstände des Ferrari-Wechsels

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Entschuldigung bei Red Bull: Vettel "bereut" Umstände des Ferrari-Wechsels
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21.07.2020, 10:18

Sebastian Vettel ist im Interview mit Martin Brundle nicht zurückgetreten, sondern hat die Gelegenheit genutzt, sich erstmals öffentlich bei Red Bull zu entschuldigen

Sebastian Vettel hat erstmals öffentlich zugegeben, dass er die Art und Weise, wie er Red Bull Ende 2014 verlassen hat, bereut. Zuletzt waren Medienberichte aufgekommen, wonach ihm Dietrich Mateschitz seinen Umgang mit dem Wechsel zu Ferrari lange nicht verziehen haben soll. Was Vettel, wie er jetzt zugibt, im Nachhinein verstehen kann.

Obwohl Mateschitz "ein Gedächtnis wie ein Elefant" hat, wie Helmut Marko nicht müde wird zu betonen, sollen die Spannungen zwischen dem Red-Bull-Konzernchef und Vettel inzwischen abgebaut sein. Vettel hat vergangene Woche ein Interview mit Martin Brundle für den Pay-TV-Sender 'Sky' genutzt, um sich nun auch in der Öffentlichkeit für sein damaliges Verhalten zu entschuldigen.

Er bereue zwar nicht, dass er Red Bull verlassen hat, um zu Ferrari zu wechseln, stellt er klar. Aber: "Was ich ein bisschen bereue, ist die Art und Weise, wie es zu Ende gegangen ist." Denn Vettel stellte die Red-Bull-Führung am Wochenende des Grand Prix von Japan 2014 vor vollendete Tatsachen, ohne dass er Mateschitz und Co. davor in einem persönlichen Gespräch informiert hatte.

Zwar hatte Vettel intern nie einen Hehl daraus gemacht, dass er eines Tages für Ferrari fahren möchte, so wie sein großes Jugendidol Michael Schumacher. Aber letztendlich informierte er Teamchef Christian Horner, der zu dem Zeitpunkt gerade beim Abendessen saß, am Freitag in Suzuka per SMS und bat ihn um ein vertrauliches Gespräch in seinem Hotelzimmer.

Herbst 2014: Was Vettel am meisten bedauert

"Als Christian diese SMS erhalten hat, wusste er, was da kommt - das wussten wir alle. Aber es konnte noch keiner drüber reden", bedauert Vettel. "Im Nachhinein betrachtet war es eine merkwürdige Konstellation der Verträge, was ich sagen durfte und was nicht. Dadurch ist das alles vielleicht ein bisschen plump rübergekommen."

"Das, muss ich sagen, bereue ich im Nachhinein", gibt er zu - und macht Red Bull einmal mehr eine Liebeserklärung: "Denn wir hatten gemeinsam eine geile Zeit! Wir haben so viel erreicht. Ich hätte mehr auf mein Bauchgefühl hören und geradeheraus sagen sollen, was Sache ist. Das wäre sicher nicht verkehrt gewesen."

Gleichzeitig bereut er nicht, nach vier WM-Titeln auf Red Bull eine neue Herausforderung angenommen zu haben. "Ferrari", sagt Vettel, "war immer mein Traum. Ich will nicht sagen, dass ich da wie einer Gehirnwäsche unterzogen war. Aber in meiner Kindheit habe ich natürlich zu Michael in diesem roten Auto aufgeschaut. Es ist einfach eine faszinierende Marke."

"Es ist in Ordnung, dass mich die rothaarige Dame gereizt hat, die mir da schöne Augen gemacht hat", grinst der 33-Jährige. "Rückblickend war mein Ziel, die WM zu gewinnen. Das haben wir nicht geschafft. In der Hinsicht haben wir versagt. Aber wir hatten auch viele Highlights und tolle Rennen. So gesehen bereue ich nichts."

Max Verstappen, Sebastian Vettel

Sebastian Vettel und Max Verstappen beim gemeinsamen Auftritt bei ServusTV

Foto: ServusTV

Italienische Presse berichtet: Vettel könnte zurückkehren

Indes reißen Gerüchte nicht ab, wonach Mateschitz Red-Bull-intern den Gedanken geäußert haben soll, Vettel 2021 zurück ins Team zu holen. Nach dem ursprünglichen Kommentar auf 'motorsport.com' ("Bringt ihn nach Hause!") berichten nun auch die italienische Redaktion des Pay-TV-Netzwerks 'Sky' und das Fachmagazin 'Autosprint', dass Mateschitz ein Vettel-Comeback wünscht.

Vettel trägt jedenfalls nichts dazu bei, die Gerüchte im Keim zu ersticken. Nachdem er zunächst öffentlich erklärt hat, dass er ein Angebot von Red Bull, 2021 als Teamkollege von Max Verstappen Formel 1 zu fahren, sicher annehmen würde und es ihm dabei nicht mehr ums Geld geht, legt er im Interview mit Brundle mit typischem Vettel-Humor nach.

Brundle will vom inzwischen dreifachen Familienvater wissen, ob Ferrari-Fahrer auch Windeln wechseln. Worauf Vettel antwortet: "Charles nicht. Ich schon. Habe ich schon immer. Auch als Red-Bull-Fahrer. Red-Bull-Fahrer wechseln auch Windeln. Verstehst du den Hinweis?" Ein Witz, mit dem er die Fantastie seiner Fans stimuliert ...

Vettel wirkt jedenfalls nicht besonders besorgt, was seine Zukunft betrifft. Brundle verrät er, dass er es sogar irgendwie "aufregend" findet, die Fortsetzung seiner Karriere zum ersten Mal nicht hundertprozentig selbst in der Hand zu haben: "Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf. Ich weiß nur noch nicht welche", sagt er.

"Vielleicht bleibe ich in der Formel 1. Vielleicht fahre ich woanders. Vielleicht verabschiede ich mich für eine bestimmte Zeit. Oder für immer", philosophiert der Ferrari-Fahrer. "Das Alter ist kein Problem. Ich habe noch viele Jahre vor mir. Und ich habe in letzter Zeit für mich herausgefunden, dass ich es liebe, Rennen zu fahren und Rennen zu gewinnen."

Vettel wirkt entspannt: "Bin ein Optimist"

Sich von den wenig schmeichelhaften Umständen der Kündigung durch Ferrari per Saisonende unterkriegen zu lassen, kommt für Vettel nicht in Frage: "Manchmal kriegst du halt eine ins Gesicht. So ist das Leben. Aber ich bin ein Optimist. Ich sehe das jetzt als Chance, mich selbst besser kennenzulernen."

"Wenn du einfach immer weitermachst, kommst du in so einen Trott rein. Aber in einer neuen Situation wie dieser gerade muss ich mich selbst hinterfragen. Und ich muss mir die Frage stellen, was ich wirklich will", sagt Vettel. "Unter den richtigen Umständen kann ich - so selbstbewusst bin ich - mit jedem anderen mithalten. Aber es muss passen."

Ein Wechsel zu einem kleinen Team, wie ihn sein langjähriger Teamkollege und Freund Kimi Räikkönen (von Ferrari zu Alfa Romeo) vollzogen hat, kommt für Vettel nicht in Frage: "Ich will gewinnen. Im Moment brauchst du dafür ein bestimmtes Auto. Das Auto kann ich wahrscheinlich nicht haben. Also muss ich schauen, ob ich ein Auto kriegen kann, das dem möglichst nahekommt."

"Ich bin nicht hier, um mitzurollen, um Formel-1-Fahrer zu sein und damit Geld zu verdienen. Ich hatte das große Glück, dass ich schon genug Geld verdient habe", so Vettel. "Im Moment versuche ich zu verstehen, was möglich ist und was nicht. Dann werde ich mich entscheiden. Ich bin hier, um noch mehr zu erreichen. Wir werden in nächster Zeit sehen, ob das möglich ist oder nicht."

Mit Bildmaterial von Red Bull.

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