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"Enttäuschend": Schreibt Ferrari den WM-Titel 2026 hier schon ab?

Ferrari ist mit zwei Podestplätzen in die Formel-1-Saison gestartet - Der Rückstand auf Mercedes sorgt jedoch dafür, dass keine Euphorie in Maranello aufkommt

"Enttäuschend": Schreibt Ferrari den WM-Titel 2026 hier schon ab?

Lewis Hamilton und Charles Leclerc kamen in China auf P3 und P4 ins Ziel

Foto: LAT Images

"Nach einem Rennen wie diesem gibt es einen großen Wermutstropfen, und das ist der Rückstand auf Mercedes", sagt Ferrari-Pilot Charles Leclerc nach dem Großen Preis von China bei Sky. Der Monegasse sah die Zielflagge am Sonntag als Vierter knapp 29 Sekunden nach Rennsieger Kimi Antonelli.

Teamkollege Lewis Hamilton wurde Dritter und hatte als bester Nicht-Mercedes-Pilot im Ziel ebenfalls satte 25 Sekunden Rückstand. Zwar konnte Ferrari nach dem Start und dem Safety-Car-Restart jeweils mit Antonelli und Teamkollege George Russell mithalten.

Nachdem die beiden Mercedes-Piloten an der Spitze aber einmal freie Fahrt hatten, waren die Ferraris chancenlos. "Ich habe nicht verstanden, warum wir in Australien so nah dran waren und warum wir im Sprint so nah dran waren. Ich glaube, jetzt passt das alles ein bisschen besser zusammen", so Leclerc.

Beim Saisonauftakt in Melbourne hatte Leclerc im Ziel als Dritter "nur" 12,5 Sekunden Rückstand auf Rennsieger Russell, beim China-Sprint am Samstag waren die Abstände durch eine späte Safety-Car-Phase verzerrt. Der Grand Prix am Sonntag zeigte laut Leclerc nun erstmals Ferraris echten Rückstand.

"Das ist also ein bisschen enttäuschend", gesteht er und sagt über Mercedes: "Sie sind zweifellos die großen Favoriten." Auch Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur ist nach China darum bemüht, die Leistung seiner Truppe realistisch einzuordnen.

Ferrari fehlt eine halbe Sekunde - oder mehr

"Es sind elf Teams am Start, und wir liegen auf P2", betont er zwar. "Das Negative ist, dass wir 25 Sekunden hinter Mercedes ins Ziel gekommen sind", sagt allerdings auch er und erklärt, dass man aktuell lediglich in der Anfangsphase des Rennens in der Lage sei, mit den Silberpfeilen mitzuhalten.

So könne man im Kampf gegen Mercedes "überleben", solange man den neuen Overtake-Modus zur Verfügung habe, erklärt Vasseur. Falle man allerdings erst einmal aus dem Sekundenfenster und der Mercedes habe freie Fahrt, sei man chancenlos, so der Teamchef.

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Zum gleichen Schluss kommt auch die große Datenanalyse von Motorsport-Total.com nach dem Großen Preis von China. Diese besagt, dass Ferrari bei der Rennpace aktuell mehr als eine halbe Sekunde hinter Mercedes liegt. Bei der Scuderia selbst spricht man von ganz ähnlichen Zahlen.

"Insgesamt war es ein gutes Wochenende", betont Vasseur nach China zwar, "aber wir sind immer noch weit vom Mercedes entfernt. Uns fehlen immer noch vier oder fünf Zehntel, und das ist eine ganze Menge." Zumal man nicht nur in einem Bereich Rückstand habe.

Zwar habe Mercedes durch seinen Motor "einen klaren Vorteil" auf den Geraden, so Vasseur. Doch nicht nur da habe Ferrari Aufholbedarf. "Es geht nicht nur um die reine Leistung des Verbrennungsmotors", stellt der Teamchef klar.

Vasseur: Werden keine Wunderlösung finden

"Viel hängt vom Energiemanagement und vom Chassis ab, und es wäre ein Fehler unsererseits, sich nur auf einen einzigen Parameter zu konzentrieren", so Vasseur, der erklärt: "Bei fünf Zehnteln werden wir keine Wunderwaffe finden. Ich glaube, es ist wahrscheinlich besser, fünf Themen zu finden, die jeweils ein Zehntel bringen."

"Vielleicht können wir auf manchen Strecken und bei manchen Rennen mithalten, aber das Wichtigste ist, den Rückstand im Blick zu behalten und zu versuchen, aufzuholen", so der Teamchef, der sich von dem eigentlich guten Saisonstart nicht ablenken lassen möchte.

Denn faktisch startete Ferrari mit zwei dritten und zwei vierten Plätzen so gut wie seit 2022 nicht mehr in eine neue Formel-1-Saison. Allerdings überschattet der große Rückstand auf Mercedes diesen eigentlich soliden Auftakt. Auch Leclerc betont, dass Ferrari jetzt auf Updates angewiesen ist.

"Es sind einige Dinge in der Pipeline", betont der Monegasse, der jedoch skeptisch ergänzt: "Inwieweit wird das einen Unterschied machen, wenn wir den Rückstand auf Mercedes betrachten? Ich weiß es nicht." Für ihn ist Ferrari im WM-Kampf jedenfalls in der klaren Außenseiterrolle.

"Wenn es uns gelingt, diese Situation [gegen Mercedes] zu wenden, wäre das sehr beeindruckend", betont Leclerc. Und so klingt es nach nur zwei Saisonrennen bereits ein bisschen danach, dass der ganz große Glaube an den WM-Titel 2026 in Maranello schon nicht mehr da ist.

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