Enttäuschung für Hamilton überwiegt bei Bottas: "Wird ein paar Tage dauern"

Bei Valtteri Bottas überwiegt der Ärger über den verlorenen WM-Titel von Lewis Hamilton gegen den Gewinn des Konstrukteurstitels

Enttäuschung für Hamilton überwiegt bei Bottas: "Wird ein paar Tage dauern"

Valtteri Bottas kann sich mit seinem fünften Konstrukteurstitel von Mercedes verabschieden, doch nach dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi überwiegt beim Finnen die Enttäuschung, dass es für seinen Teamkollegen Lewis Hamilton nicht mit dem achten WM-Titel geklappt hat. "Es tut mir wirklich leid für ihn", sagt Bottas.

Denn seiner Meinung nach hätte es der Brite am Sonntag "verdient" gehabt, das Rennen und den Titel zu gewinnen: "Er hatte einen tollen Start, ein tolles Rennen, aber es war einfach nicht sein Tag", so der Finne. "Es war der Tag von Max, und so ist der Sport nun einmal. Es gibt Höhen und Tiefen, und Max und Red Bull hatten das Hoch und haben den Titel geholt."

Für ihn hatte Red Bull "das ganze Jahr über gesehen definitiv das bessere Auto", betont Bottas. "Sie hatten ein wirklich, wirklich starkes Auto, und Max hat wirklich alles reingelegt und war an jedem Wochenende superschnell."

Verstappen sei für seine 24 Jahre "ein extrem entwickelter Fahrer", wie Bottas betont. "Und versteht mich nicht falsch: Ich schätze ihn als Fahrer und beglückwünsche ihn zu seinem Titel, aber gleichzeitig bin ich für Lewis traurig."

 

Er sagt aber auch, dass man ihm ein paar Tage Zeit geben soll, dann wird man auch das Positive sehen - etwa den fünften Konstrukteurstitel in fünf gemeinsamen Jahren. Denn dieser fand bislang nicht einmal in den sozialen Netzwerken Erwähnung bei Mercedes. Seit der Zieldurchfahrt gab es auf dem Twitterkanal des Teams gerade einmal zwei informelle Tweets zu den Protesten.

Doch Bottas betont: "Das ist wichtig und wir werden es später mehr zu schätzen wissen. Wir brauchen ein paar Tage, um herunterzukommen und die erreichten Dinge zu schätzen, anstatt auf das zu schauen, was wir verloren haben."

Mercedes-Ära endet mit Platz sechs

Bottas selbst hat sich in Abu Dhabi noch einmal mit einem unbefriedigenden Ergebnis von seinem Team verabschiedet. Zwar beendet er das Jahr als WM-Dritter, doch im letzten Rennen landete er nur auf dem sechsten Rang und konnte Hamilton keine Hilfe mehr im Titelkampf sein.

Der Grand Prix hatte für ihn mit Startplatz sechs schon schlecht begonnen, doch in der ersten Runde fiel er bereits auf Rang acht zurück. "Ich kann mich gar nicht mehr an die erste Runde erinnern, aber ich denke, dass die Autos auf Softs einen Vorteil hatten - genau wie beim Neustart am Ende", sagt er. "Das hat einen großen Unterschied gemacht."

Bottas hat laut eigener Aussage "auf Sicherheit gespielt, denn ich wusste, dass das Schlimmste wäre, wenn ich mir meinen Frontflügel irgendwo beschädige. Daher habe ich versucht, das Risiko zu minimieren und sicherzustellen, dass wir zumindest die Konstrukteurs-WM holen."

Im Laufe des Rennens hatte sich der Mercedes-Pilot wieder auf Rang fünf vorgearbeitet und lag nach dem freiwilligen Rückzug von Sergio Perez auf Rang vier, doch in der letzten Runde passierte ihm genau das Gleiche wie seinem Teamkollegen. Auch er hatte seine harten Reifen in der Safety-Car-Phase nicht gewechselt und wurde von beiden AlphaTauris auf frischen Softs noch geschluckt.

Laut ihm hatte es keine Diskussion darüber gegeben, den Reifen bei ihm zu wechseln. "Ich wusste dann, dass es schwierig werden würde, und das war es auch. Ich wusste, dass es so kommen würde", so Bottas. "Und als ich gehört habe, dass Max neue Softs hat und Lewis alte Hards, wusste ich auch, dass es Game Over war."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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