Erklärt: Wieso McLaren in Silverstone ohne Motoren-Upgrade fährt
Obwohl Mercedes in Österreich eine neue Spezifikation für die Power-Unit an den Start gebracht hat, fährt McLaren in Silverstone ohne dieses Upgrade
McLaren fährt in Silverstone ohne das Motoren-Upgrade von Mercedes
Foto: LAT Images
Während Audi und Ferrari ihre ersten ADUO-Upgrades des Jahres jeweils in Barcelona und Spielberg an den Start gebracht haben, ist Mercedes in Österreich auch mit einer neuen Spezifikation ihrer Power-Unit erschienen.
Bei Mercedes handelte es sich aber nicht um den ADUO-Schritt, sondern um ein Upgrade für die Zuverlässigkeit, nachdem es im Saisonverlauf zahlreiche technische Ausfälle gegeben hatte. Das verfrühte Rennende des WM-Führenden Kimi Antonelli in Barcelona wäre das jüngste Beispiel.
Die meisten Mercedes-Kundenteams haben dieses Wochenende die neue Power-Unit im Heck. Vor dem ersten Freien Training in Silverstone haben die Alpine-Fahrer Pierre Gasly und Franco Colapinto zu neuen Komponenten gewechselt. Dazu gehören neue Teile des Verbrennungsmotors, sowie des Turboladers.
Auch Carlos Sainz geht nach seinen Problemen in Österreich mit einer völlig neuen Power-Unit an den Start. Williams-Teamkollege Alexander Albon nutzt hingegen noch denselben Motor wie in Spielberg.
Das bedeutet, dass McLaren als einziges Kundenteam von Mercedes bei keinem seiner beiden Piloten mit der neuen Power-Unit in den Grand Prix von Großbritannien starten wird. Das hat Zak Brown in der offiziellen FIA-Pressekonferenz bestätigt.
"Natürlich hätten wir [das Upgrade] gerne. Das ist immer so, wenn du weißt, dass da mehr Leistung auf dich wartet, aber du diese noch nicht in deinem Auto hast. Du möchtest das so schnell wie möglich haben."
"Aber ich würde das nicht als frustrierend beschreiben. Es ist einfach so, wie es ist. Wir werden einfach weitermachen und pushen. [Das Upgrade] wird in nicht allzu ferner Zukunft im Heck [unserer Autos] stecken."
Diese Unvermeidbarkeit bringt Erinnerungen an den Start der Saison zurück. McLaren erklärte damals, dass man zum ersten Mal die Nachteile eines Kundenteams erleben würde, gerade wenn man an den Datentransfer oder die Lernkurve im Vergleich zum Werksteam von Mercedes denkt.
Diese Situation ist allerdings eine völlig andere. Brown hat klargestellt, dass es hier um die Laufzeit der bereits vorhandenen Motoren geht und dass McLaren noch nicht den Punkt erreicht hat, an dem sie die Motoren wechseln müssen.
"Du musst deine Motoren durchwechseln und wir haben in unseren Einheiten noch ein wenig Leben übrig, daher warten wir noch mit einem Wechsel."
"Williams hat [das Upgrade] bekommen, weil Carlos sein Problem hatte, also musste er den Motor wechseln. Ich weiß nicht mehr genau, wie das bei Alpine aussieht, aber ich glaube, die haben das auch zweimal bekommen. Also ist das eine Frage des Timings."
Wenn man sich die bisherigen Laufzeiten in der Formel-1-Saison 2026 anschaut, dann hat Alpine von allen Mercedes-Kundenteams bislang die meisten Meilen auf dem Buckel, und das mit deutlichem Abstand. Das liegt zum Teil daran, wie viele Ausfälle McLaren bislang zu verzeichnen hatte. Auf dieser Liste steht Williams weiter unten, was auch erklärt, warum Albon bislang noch keinen Wechsel zur neuen Spezifikation vollzogen hat.
Sollte McLaren in Silverstone signifikante Rennkilometer sammeln, dann erwartet Brown für Lando Norris und Oscar Piastri vor dem Rennwochenende in Belgien einen Wechsel zur neuen Spezifikation.
"Du möchtest das ja so schnell wie möglich, aber du musst zwischen den verschiedenen Motoren wechseln. Selbstverständlich kannst du manche Dinge austauschen, aber wir werden [die neue Spezifikation] bald haben, hoffentlich für das nächste Rennen."
Spa-Francorchamps ist eine der sensibelsten Strecken im Kalender, wenn es um den Energieverbrauch geht. Dadurch ergibt ein Motorwechsel vor dem Grand Prix von Belgien durchaus Sinn.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat bereits in Österreich erklärt, dass der Einbau einer neuen Power-Unit einen kleinen Performance-Bonus mit sich bringt. Im Lebenszyklus eines Motors gehen schließlich immer ein paar PS verloren.
Abseits von der Spezifikation der Power-Unit selbst hat McLaren-Teamchef Andrea Stella betont, dass 30 Prozent der Zeit, die man auf Mercedes verliert, auf den Geraden zu finden sind. McLaren untersucht diesen Unterschied aktuell, wobei Stella offen zugibt, dass dies vor allem am Luftwiderstand des Autos liegt.
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