Es geht um P5: Carlos Sainz nach Boxenfunk schockiert

Warum Ferrari-Fahrer Carlos Sainz beim Formel-1-Rennen in Sotschi aus allen Wolken fiel und weshalb er P3 unterm Strich noch als gutes Ergebnis wertet

Es geht um P5: Carlos Sainz nach Boxenfunk schockiert

Er habe "insgesamt ein starkes Rennen gefahren", sagt Carlos Sainz, aber "mit ein paar mehr Hürden als ich erwartet hatte nach Runde eins." Denn der Ferrari-Fahrer war von P2 kommend furios in den Russland-Grand-Prix gestartet: Gleich in der zweiten Kurve ging Sainz in Führung und blieb für die ersten zwölf Runde vorne. Am Ende wurde er Dritter.

Und dieser Podestplatz sei angesichts der "Schwierigkeiten", die Ferrari in Sotschi gehabt habe, noch ein gutes Ergebnis, meint Sainz. "Wir dürfen uns nichts vormachen: Wir hatten Probleme, praktisch über das ganze Rennen hinweg."

Vor allem der Reifenhaushalt habe bei Ferrari wieder einmal nicht gestimmt. "Ich hatte geglaubt, bei freier Fahrt Sprit sparen und die Reifen schonen zu können, aber wir leiden noch immer unter zu großem Verschleiß an der Vorderachse. Daran müssen wir arbeiten", sagt Sainz, der schon früh im Rennen über Graining klagte.

P5? Sainz wollte das erst nicht wahrhaben ...

Damit war er vorne ein leichtes Opfer für McLaren-Mann Lando Norris, der Sainz in Runde 13 um die Führung erleichterte. "Und danach wurde es nur noch komplizierter", sagt der Ferrari-Fahrer. "Ich fuhr mit harten Reifen im Verkehr und konnte nicht überholen."

Und auf einmal überraschte ihn das Team mit der Ansage, man fahre nicht mehr um den Sieg oder einen Podestplatz, sondern kämpfe um P5. "Das kam schon überraschend", sagt Sainz.

Er erklärt: "Wenn du das Rennen anführst, hast du die Zuversicht, dass du wenigstens um einen Podestplatz fährst. Und dann sagten unsere Simulationen, dass wir wahrscheinlich auf P5 einlaufen würden."

Das habe sich aber nicht bewahrheitet, weil er sich schließlich habe freifahren können, meint Sainz. "Dann konnte ich wieder meine eigene Pace gehen, und die war ordentlich. Am Ende war es etwas besser als P5, nachdem es zwischendurch so ausgesehen hatte, als würde es schiefgehen. Irgendwann dachte ich wirklich, es würde nicht für ein Top-3-Ergebnis reichen."

Am Ende doch auf Podestkurs

Doch in der Schlussphase lag Sainz hinter Norris und Lewis Hamilton eben doch auf P3 im Rennen. "Da sagte ich mir, die Position halten wir jetzt", so Sainz. "Dann aber kam der Regen und änderte alles."

"Meine Hard-Reifen waren alt und Medium-Reifen schneller, weil sie heißer waren. Da haben wir aber den richtigen Zeitpunkt für den Wechsel erwischt. Danach war wieder alles sicher." Drei Runden vor Rennende übernahm Sainz wieder den dritten Platz und brachte diesen auch ins Ziel.

Dafür gab es Lob von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: "Carlos ist gut gefahren, vor allem in den entscheidenden Momenten an diesem Wochenende. Ein Podium ist da eine gute Belohnung für die Gesamtleistung."

Was Sainz an der Ferrari-Form kritisiert

Doch Sainz übt auch Kritik an seinem Fahrzeug: "Das nächste Mal, wenn ich vorne bin, möchte ich nicht so einfach überholt werden. Wir waren einfach nicht gut auf Medium." Und das ist etwas, was sich schon vor einigen Rennen als Trend bei Ferrari herausgestellt hat.

"Wir brauchen jetzt mal einen Sieg", sagt Sainz. Ferrari sei aber erst dann wieder voll da, "wenn wir etwas mehr am Verschleiß arbeiten und etwas mehr Leistung haben, um die Mercedes-Attacken abzuwehren", so erklärt er.

Er könne trotzdem zufrieden sein mit dem Auftritt in Sotschi. Norris habe er schließlich mit Ansage um die Führung im Rennen erleichtert.

"Es war praktisch das erste Mal in meiner Karriere, dass ich nach Kurve 2 der Spitzenreiter sein konnte, also musste ich es versuchen, mit Risiken. Ich hatte es Lando aber am Samstag versprochen, dass ich ihn am Sonntag überholen würde", sagt Sainz. "Ich vermute, das hat er mir nicht geglaubt, aber ich habe es ihm gezeigt!"

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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