Ex-Fahrer kritisiert: Adrian Newey ist überfordert mit seiner Doppelrolle
Aston Martin kämpft mit massiven Problemen und sieht Motorenpartner Honda in der Verantwortung - Ein Experte kritisiert auch die Doppelrolle von Adrian Newey
Kommt Adrian Newey mit seiner Doppelrolle bei Aston Martin nicht klar?
Foto: LAT Images
Das Debakel um Aston Martin ist beim diesjährigen Saisonauftakt der Formel 1 in Australien das große Thema: Aufgrund von heftigen Vibrationen, die von der Honda-Antriebseinheit verursacht werden, kommt es zu Schäden an der Batterie. Fernando Alonso und Lance Stroll können nur wenige Runden am Stück fahren.
Es liegt nahe, den schwarzen Peter ausschließlich Honda zuzuschieben und den Motorenpartner für die aktuelle Misere verantwortlich zu machen. Doch Ex-Formel-1-Pilot Ivan Capelli, der zwischen 1985 und 1993 bei insgesamt 93 Rennen am Start war, hat noch eine zusätzliche Theorie, warum es bei Aston Martin derzeit nicht läuft.
"Vielleicht treten jetzt Neweys Grenzen zutage, auch wenn ich ihn aus konstruktiver und ingenieurtechnischer Sicht weiterhin für das einzige wirkliche Genie in der Formel 1 halte", sagt der Italiener gegenüber Sky Italia und trifft damit möglicherweise einen wunden Punkt.
Adrian Newey mit seiner Doppelrolle überfordert?
Denn seit Jahresbeginn ist Adrian Newey nicht nur für die Entwicklung des AMR26 verantwortlich. "Adrians Problem ist, dass er nun auch Teamchef ist und damit zwei Rollen gleichzeitig ausfüllen muss - eine Rolle, die er noch nie zuvor innehatte", erinnert Capelli.
"Es gibt Anzeichen dafür, dass er mit dieser Doppelrolle zu kämpfen hat", deutet der Ex-Formel-1-Pilot an. Ob dies ein zusätzliches Problem für Aston Martin darstellt? Schon nach der Ankündigung im Vorjahr, dass Newey ab 2026 die Rolle des Teamchefs übernehmen wird, gab es deutliche Zweifel.
Sowohl die Fans als auch Red-Bull-Berater Helmut Marko zeigten sich von der zusätzlichen Position des Briten skeptisch. Ein Rennteam an der Strecke zu führen, sei "sicher nicht seine Stärke", sagte der Österreicher schon vor einigen Monaten im Gespräch mit der Kleinen Zeitung und könnte damit wohl Recht behalten.
Muss Adrian Newey den Teamchef-Posten abgeben?
Denn jetzt könnte genau das eintreten, was viele Fans befürchtet hatten: Ein genialer Ingenieur ist nicht automatisch ein guter Teamchef. Erinnerungen an Mattia Binotto bei Ferrari werden wach: Der Italiener übernahm 2019 zusätzlich zu seiner Rolle als technischer Leiter den Posten als Ferrari-Teamchef - ohne großen Erfolg.
Aston Martin droht möglicherweise ein ähnliches Schicksal. Das Team kämpft aktuell um den Anschluss an die Konkurrenz, und sogar ein Scheitern an der 107-Prozent-Regel im Qualifying ist denkbar. Experte Timo Glock machte im Gespräch mit Sky deutlich, dass es für Aston Martin "ein absoluter Tiefschlag" und "eine Vollkatastrophe" sei.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob Honda eine schnelle Lösung für die Probleme finden kann. Sollte Aston Martin die Wende nicht zeitig schaffen, könnte das auch die Zukunft von Adrian Newey - oder zumindest die Rolle und Aufgaben innerhalb des Teams - erheblich beeinflussen.
Diese Story teilen oder speichern
Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!
Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.