Ex-Pilot Klien vor Portimao: "Würde Verstappen Favoritenrolle zuschieben"

ServusTV-Experte Christian Klien analysiert die Ausgangslage von Mercedes und Red Bull vor dem dritten Saisonrennen - In Portimao sieht er Max Verstappen vorne

Ex-Pilot Klien vor Portimao: "Würde Verstappen Favoritenrolle zuschieben"

Die Ausgangslage vor dem dritten Saisonrennen der Formel 1 2021 könnte nicht spannender sein: Mercedes und Red Bull liegen mit ihren Aushängeschildern Lewis Hamilton und Max Verstappen durch nur einen Punkt getrennt an der Spitze der Weltmeisterschaft. Wer wird in Portugal die Favoritenrolle einnehmen? Ex-Rennfahrer Christian Klien tippt auf sein ehemaliges Team, Red Bull.

"Ich würde Verstappen die Favoritenrolle zuschieben, da Red Bull meiner Ansicht nach das etwas bessere Paket hat und auch die Strecke dem Auto mehr entgegenkommen sollte", schildert der ServusTV-Experte. Bislang lagen der W12 und der RB16B Kopf an Kopf.

In Portimao wird Red Bull kleinere Updates ans Auto bringen, dass könnte Verstappen einen Vorteil verschaffen. Auch das Layout des Kurses mit nur einer langen Geraden und ansonsten mittelschnellen und schnellen Passagen könnte den Bullen entgegenkommen.

Unter Druck "schleichen sich kleine Fehler ein"

Gleichzeitig wird moderates Wetter rund um die 20-Grad-Marke erwartet, und tiefere Temperaturen liegen eher Mercedes. Außerdem hat das Team von Toto Wolff seine Stärken im Reifenmanagement am Sonntag. Ob die Weltmeister diese Stärke auf dem relativ glatten Asphalt mit den härtesten Pirelli-Mischungen aufspielen können, wird sich zeigen.

"Man merkt, dass es sehr wohl auch auf die Fahrerleistung ankommt", wirft Klien außerdem ein. "Wenn die Piloten unter Druck geraten, schleichen sich kleine Fehler ein. Und gerade weil man die Rennen schwer voraussagen kann, sind sie so spannend und cool", freut er sich.

In Bahrain sah Verstappen das gesamte Wochenende wie der sichere Sieger aus, erst ein Fehler gegen Rennende (Missachten der Tracklimits) kostete ihm den Sieg. In Imola konnte der Niederländer im Qualifying nicht sein Maximum abrufen, trumpfte dafür im Regenchaos am Sonntag auf.

Auch Hamilton blieb in den ersten beiden Entscheidungen nicht fehlerfrei, vor allem im Nassen in Italien patzte der siebenmalige Weltmeister. Dennoch hatte er im entscheidenden Moment des Rennens das Glück auf seiner Seite, findet Klien.

Denn der Unfall seines Teamkollegen Valtteri Bottas mit George Russell sorgte für eine Rennunterbrechung in Imola, die Hamilton nach dessen Ausritt ins Kiesbett überhaupt erst wieder ins Rennen brachte. "Wenn man das große Ganze betrachtet, wurde Hamilton vielleicht gerade wegen des Unfalls nicht überrundet und konnte so erst auf Platz zwei vorfahren."

Was die Rolle von Bottas im WM-Duell betrifft, hofft der Vorarlberger darauf, dass Mercedes - und auch Red Bull mit Sergio Perez - keine voreilige Stallorder ausgeben wird. "Für die am Ende des Jahres ausgeschütteten Gelder wäre es besser, beide Autos frei fahren zu lassen - für die Zuschauer sowieso."

McLaren & Ferrari an der Spitze des Mittelfeldes

"Und bis Mitte der Saison werden auch weder Mercedes noch Red Bull ihre Fahrer zurückpfeifen. Wenn es aber um den Titel geht, nehmen sich die Teamgefährten gegenseitig die Punkte weg." Daher könnte es durchaus passieren, dass Bottas und Perez in der zweiten Jahreshälfte für ihre Teamkollegen fahren müssen.

Generell ist Klien gespannt, wie sich die Dynamik in der Saison 2021 weiterentwickeln wird. Schon jetzt kann er einen Trend erkennen: "Die Topteams sind zusammengerückt, das Mittelfeld hat aufgeschlossen." Hinter den Top 2 rechnet er vor allem mit McLaren und Ferrari.

"McLaren hat mit der neuen Mercedes-Power-Unit einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Und auch Ferrari konnte über den Winter mehr Leistung finden", weiß der Österreicher und bedauert: "Eigentlich schade, dass im nächsten Jahr wieder eine Regeländerung kommt."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Portimao
Fahrer Lewis Hamilton , Max Verstappen
Teams Red Bull , Mercedes
Urheber Maria Reyer