Ex-Williams-Formel-1-Pilot: "Am Ende hatte ich einfach keine Lust mehr"
Ex-Williams-Pilot Logan Sargeant vermisst die Formel 1 laut eigener Aussage nicht - An die Königsklasse hat der heute 25-Jährige nicht die besten Erinnerungen
Sargeant verabschiedete sich 2024 mit einem Crash in Zandvoort aus der Formel 1
Foto: circuitpics.de circuitpics.de
Logan Sargeant fuhr rund anderthalb Jahre in der Formel 1, dann setzte ihn Williams während der laufenden Saison 2024 vor die Tür. In einem Exklusivinterview mit Motorsport-Total.com hat er nun verraten, dass sein Rauswurf für ihn rückblickend eher eine Art Erlösung war.
Auf die Frage, ob er die Formel 1 vermisse, antwortet der US-Amerikaner: "Nein, ich bin gegenüber der Formel 1 ziemlich abgestumpft. Das ist wohl das richtige Wort." Sargeant kam 2023 über das Williams-Nachwuchsprogramm als Teamkollege von Alexander Albon in die Königsklasse.
Das teaminterne Duell verlor Sargeant in seiner Rookiesaison klar mit 1:27 Punkten, und nachdem er in den ersten 15 Rennen der Saison 2024 erneut keinen einzigen Zähler geholt hatte, tauschte ihn Williams gegen Franco Colapinto aus, der ebenfalls aus dem eigenen Juniorteam kam.
"Ehrlich gesagt ist es mir völlig egal", sagt Sargeant aus heutiger Sicht über das abrupte Ende seiner Formel-1-Karriere und verrät: "Am Ende hatte ich einfach keine Lust mehr, dort zu sein, nachdem ich gesehen hatte, wie manche Teams arbeiten."
2026 geht Sargeant in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) an den Start und erklärt, dass er heute "froh" über seinen Wechsel in eine andere Kategorie sei. Seine Aussagen klingen dabei ein bisschen wie eine Abrechnung mit der Formel 1.
So erklärt er unter anderem, in der WEC herrsche "eine angenehmere Atmosphäre, eine entspanntere Atmosphäre, in der alle gemeinsam auf dasselbe Ziel hinarbeiten". Oder anders gesagt: Seine Zeit in der Formel 1 hat er umgekehrt als nicht sehr angenehm empfunden.
Die WEC sei "eine fantastische Meisterschaft mit fantastischen Herstellern", lobt Sargeant, der 2020 in der Formel 3 nur knapp den Titelkampf gegen Oscar Piastri verlor. Während der Australier sich heute als Topfahrer in der Königsklasse etabliert hat, schaffte Sargeant nie den Durchbruch.
Er selbst hat mit der Formel 1 inzwischen aber ohnehin abgeschlossen. Der 25-Jährige möchte stattdessen in der WEC Fuß fassen und antwortet auf die Frage, ob er auch in den kommenden Jahren in der Langstrecken-WM an den Start gehen werde: "Ich hoffe es!"
In diesem Jahr fährt Sargeant dort in der LMGT3-Klasse, 2027 ist er als Werksfahrer für das neue Hypercar von Ford gesetzt.
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