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Exklusiv: Was ist dran an den Gasly-Kwjat-Gerüchten?

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Exklusiv: Was ist dran an den Gasly-Kwjat-Gerüchten?
Autor:
25.06.2019, 11:50

Im Formel-1-Podcast 'Starting Grid' haben wir mit Franz Tost über Pierre Gasly und Daniil Kwjat gesprochen: "Daniil könnte eine gute Leistung bringen"

Der Druck auf Pierre Gasly im Red-Bull-Team nimmt vor dem Heimspiel des Rennstalls in Österreich zu. Nach der erneut enttäuschenden Leistung beim Grand Prix von Frankreich hat Teamchef Christian Horner zwischen den Zeilen durchblicken lassen, dass es "frustrierend" sei, aktuell de facto nur mit einem Auto konkurrenzfähig zu sein. Prompt tauchten im Internet erste Wechselgerüchte auf.

Und das auch nicht ganz zufällig. Denn Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko, teamintern der entscheidende Player, wenn es um Fahrerbesetzungen geht, wurde in Le Castellet bei einem Treffen mit Nicolas Todt fotografiert. Der wiederum ist nicht nur Sohn von FIA-Präsident Jean Todt, sondern auch Manager von Daniil Kwjat.

Daraus gleich die Anbahnung eines Red-Bull-internen Fahrertauschs zu konstruieren, wäre unseriös. Aber Tatsache ist: Während Kwjat, einst selbst beim A-Team in Ungnade gefallen, seit einigen Rennen tadellose Leistungen abliefert, tut sich Gasly (an der Seite eines Max Verstappen in Überform) schwer damit, den Erwartungen gerecht zu werden.

In einem exklusiven Interview mit dem Formel-1-Podcast 'Starting Grid' haben wir Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost konkret darauf angesprochen, was denn nun dran sei an den aktuellen Gerüchten. Ein entschiedenes Dementi kommt ihm dabei nicht über die Lippen: "Daniil Kwjat", sagt er, "ist ein Red-Bull-Fahrer. Er ist momentan bei Toro Rosso ausgeliehen."

Tost glaubt: Kwjat hat den Speed für Red Bull

"Wie sich das in Zukunft alles herauskristallisiert, werden wir dann sehen. Ich würde mich freuen, wenn Daniil wieder in ein Topteam, sprich zu Red Bull, zurückkommen könnte. Warum? Weil ich glaube, dass er den Speed hat. Wenn dort die ganzen Umstände passen, kann er eine sehr gute Leistung bringen", ist der Österreicher überzeugt.

 

Bereits in Baku hatte Tost in einem exklusiven Interview mit 'Motorsport-Total.com' erklärt, dass er Kwjat durchaus zutraut, noch einmal den Sprung von Toro Rosso in ein Topteam zu schaffen. Tost sagte damals: "Vom Speed her kann er das. Wenn er alles andere zusammenbringt und wenn das Auto passt."

Marko hat inzwischen sehr wohl dementiert, dass Kwjat schon bald anstelle von Gasly im Red Bull sitzen wird. Die Spekulationen seien falsch, hält der 76-Jährige fest, genau wie auch jene über Nico Hülkenberg vor ein paar Wochen falsch gewesen seien. Auch der Deutsche wurde kürzlich mit einem Wechsel zu Red Bull in Verbindung gebracht.

Was Kwjat betrifft, ist für viele schwer vorstellbar, dass Red Bull den Russen ein zweites Mal engagiert. In 'Starting Grid' stellt Tost aber klar, dass so eine Rochade aus seiner Sicht "keinen Gesichtsverlust" für Red Bull bedeuten würde: "Entscheidend ist in der Formel 1 die Performance. Wenn ein Fahrer die Performance bringt, wieso soll man ihn dann nicht zurückholen?"

In Bezug auf Gasly, der sich 2018 bei Toro Rosso mit grundsoliden Leistungen für eine Beförderung zu Red Bull aufgedrängt hat, ist Tost "selbst ein bisschen überrascht", dass der Franzose nicht besser zurechtkommt, "weil ich denke, dass Pierre Gasly wesentlich besser und schneller ist, als das momentan rüberkommt. Ich kenne aber die genauen Umstände nicht."

Gasly: Schwieriger Start, dann Formsteigerung

Gasly hatte mit einem Testunfall in Barcelona einen denkbar schlechten Start in das Abenteuer Red Bull erwischt. Das hing ihm in Australien und Bahrain nach - zumindest wurde er dort mit dieser Begründung von Horner und Marko in Schutz genommen. Ab China, Aserbaidschan, Spanien schienen sich seine Leistungen zu erholen.

Aber in Montreal tat er sich im direkten Vergleich mit Verstappen schon schwer, und ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Le Castellet lieferte er die bisher vielleicht schlechteste Leistung ab: Im Qualifying benötigte er als einer von nur zwei Piloten einen Soft-Reifen, um ins Q3 zu kommen - was sein Rennen ruinierte, in dem er auch nicht glänzen konnte.

Horner hat bereits nach China gewarnt: "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer." Gleichzeitig betonte er aber: "Pierre war in den unteren Kategorien ein Kaliber und hat mit Toro Rosso gut abgeschnitten. Ich bin zuversichtlich, dass er das hinkriegt." Man müsse aber bedenken: "Er sitzt neben einem Fahrer, der womöglich gerade die heißeste Aktie im Paddock ist."

Vielleicht, spekulieren manche, ist Red Bull für den 23-Jährigen zu früh gekommen. Tost schwört normalerweise darauf, dass junge Fahrer zwei, besser drei Jahre bei Toro Rosso fahren sollen, um ausgebildet zu werden, bevor man sie zu Red Bull befördert. Aber als Daniel Ricciardo zu Renault ging, hatte man im Grunde keine andere Wahl - zumindest nicht aus den eigenen Reihen.

Trotzdem findet Tost, dass sein altes Credo im Fall Gasly nicht gilt. Bereits im Interview im April in Baku hat er erklärt: "Gasly hatte einen sehr guten Aufbau. Er ist die Renault-World-Series 3.5 gefahren, die vom Speed her ähnlich der Formel 2 ist. Dann ist er zwei Jahre Formel 2 gefahren und ein Jahr in Japan. Japan ist das, was am nächsten an der Formel 1 ist."

Tost: Gasly "vom Talent her außer Frage"

"Vom Talent her", findet der Österreicher, "steht er außer Frage. Er kann das alles. Aber er braucht halt seine Zeit. Man muss ihm die Zeit geben, damit er das alles richtig adaptiert. Er hat das Pech, dass er neben Max Verstappen fährt, der jetzt natürlich etabliert ist im Team. Aber Max war auch einmal bei uns und hat auch seinen Lernprozess durchgemacht."

‘¿’Gasly habe aktuell Schwierigkeiten, "weil er mit dem Auto so nicht zurechtkommt. Das Auto ist für ihn unvorhersehbar, leicht auf der Hinterachse, und das ist etwas, was er nicht mag. Er mag eine stabile Hinterachse", so Tost in Baku. Vom Level eines Verstappen sei er "meilenweit" entfernt: "Nicht weil ihm das Talent fehlt, sondern weil ihm die Erfahrung fehlt."

"Und es kommen zwei Faktoren zusammen. Erstens Verstappen mit seinem eigenen Level vom natürlichen Speed her. Zweitens dass das Auto in der Konzeption Gasly nicht hundertprozentig passt. Die zwei Faktoren reichen, um in jeder Kurve zwei, drei Hundertstelsekunden zu verlieren. Wenn das dann 15 Kurven sind, sind das gleich mal drei, vier Zehntel."

Fest steht, dass Gasly in den nächsten Rennen unter Druck steht. Ein überhasteter Fahrerwechsel gilt als unwahrscheinlich - aber wenn er sich bis zur Sommerpause (Spielberg, Silverstone, Hockenheim, Budapest) nicht steigern kann, ist nicht ausgeschlossen, dass am 1. September in Spa bereits ein anderer Fahrer im zweiten Red Bull sitzt ...

Übrigens: Das Interview mit Franz Tost, über seine Liebe zum Kochen, seinen schonungslos direkten Charakter, seine Pläne für den Ruhestand und natürlich auch vergangene und aktuelle Fahrer des Red-Bull-Juniorteams gibt's jetzt in voller Länge (1:22 Stunden) zum Nachhören. Im Radioplayer auf Motorsport-Total.com, bei meinsportpodcast.de oder via iTunes.

Mit Bildmaterial von LAT.

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