Experte: Formel-1-Fahrer durch neues Reglement mental "völlig erschöpft"
Zwar hat die körperliche Belastung für die Formel-1-Piloten durch die neuen Regeln abgenommen, dafür ist die mentale Beanspruchung wegen der Komplexität größer
Die Formel-1-Fahrer sind 2026 vor allem mental stärker gefordert
Foto: LAT Images
Die diesjährigen Formel-1-Autos sind durch das neue Reglement etwas langsamer geworden, wodurch die körperliche Belastung für die Fahrer im Vergleich zu den Vorjahren etwas abgenommen hat. Ex-Pilot Martin Brundle ist überzeugt, dass nun vor allem die mentale Beanspruchung zum größeren Problem wird.
"Ich weiß nicht, ob es den Zuschauern auffällt, aber jeder Fahrer, der zu uns kommt, ist völlig erschöpft", sagt der Brite bei der Rennanalyse des Großen Preis von Japan bei F1 TV. "Sie haben hart gearbeitet. Man sieht es ihnen an. Sie haben wirklich alles gegeben."
Auch Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve bestätigt diesen Eindruck: "Es ist nicht die körperliche, sondern die mentale Belastung", ergänzt der Kanadier. "Es ist die mentale Erschöpfung durch die ganze Energie und Konzentration, die sie dafür brauchen, denn die Autos sind im Vergleich zum letzten Jahr nicht mehr so schnell."
"Es ist also nicht die körperliche, sondern die mentale Belastung." Und das hat seinen Grund: Die neuen Formel-1-Autos sind deutlich komplexer geworden. Die Fahrer müssen Energiemanagement, Overtake- und Boost-Modus sowie zahlreiche weitere Systeme und Änderungen beherrschen.
Damon Hill scherzt: "Damals war es kinderleicht"
Ein Vergleich mit früheren Jahren sei kaum möglich. "Nein, denn damals war es kinderleicht", lacht Damon Hill, räumt aber ein, dass die Aufgaben heute deutlich umfangreicher sind: "Ich habe heute Morgen mit Jacques darüber gesprochen, und sie haben wirklich unglaublich viel zu bedenken."
"Es ist, als würde man sich gleichzeitig den Kopf tätscheln, den Bauch reiben und nebenbei noch jonglieren und versuchen, eine Massengleichung zu lösen", scherzt Hill. "Ich meine, es ist wirklich so ... Sie müssen so viele Knöpfe und Funktionen bedienen."
Auch Liam Lawson gab nach dem Großen Preis von Japan bei F1 TV zu, dass er "mental erschöpft" sei. "Es ist dieses Jahr sehr intensiv", erinnert der Racing-Bulls-Pilot. "Man muss beim Fahren an viel mehr denken. Es war also tatsächlich ein ziemlich hartes Rennen."
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