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Experte: George Russell wird "auf Dauer die Nummer 2" bei Mercedes

Ralf Schumacher erwartet, dass Kimi Antonelli George Russell bei Mercedes intern den Rang abläuft - Auch in Montreal sei der Italiener wieder schneller gewesen

Experte sicher: George Russell hätte in Kanada sowieso nicht gewonnen

Das Duell zwischen George Russell und Kimi Antonelli endete durch einen Defekt

Foto: LAT Images

Hat der Große Preis von Kanada das Schicksal von George Russell besiegelt? Nach seinem Ausfall in Montreal liegt der Brite in der Formel-1-Fahrer-Weltmeisterschaft bereits 43 Punkte hinter seinem Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli. Der Titel ist damit in weite Ferne gerückt.

Russell selbst tröste sich nach seinem Defekt am Sonntag damit, dass er den Grand Prix zumindest anführte, als er ausfiel. "Aber gewonnen hätte er eh nicht", betont Experte Ralf Schumacher im Podcast Backstage Boxengasse von Sky.

Antonelli sei "einfach der bessere Mann" in Kanada gewesen, sagt Schumacher und erklärt: "Kimi war deutlich schneller, denn er konnte die ganze Zeit attackieren, war hinten dran. Und in der 'Dirty Air' dranbleiben zu können, bedeutet einfach, dass du schneller bist."

Er denkt daher, dass der Italiener seinen Teamkollegen früher oder später wieder überholt hätte, zumal Russell am Sonntag "ein paar zu viele" Fehler gemacht habe. "Man hat ihm den Stress schon angemerkt. Und ich glaube, das wird ihn noch mal mitnehmen", vermutet Schumacher.

Russell auch auf der "Lieblingsstrecke" geschlagen

"Das war so ein Denkzettel, weil ich glaube, er hat auf diese Strecke gewartet, weil es seine Lieblingsstrecke ist. Und dass er da dann auch eine drüber bekommt im Hauptrennen, ist natürlich bitter für ihn", analysiert der sechsmalige Grand-Prix-Sieger.

Tatsächlich gewann Russell 2025 auf dem Circuit Gilles-Villeneuve und siegte 2026 zumindest auch im Sprint. Bereits da kam es allerdings zu einem engen Duell mit Antonelli, und auch im Rennen einen Tag später konnte er seinen Teamkollegen nie abschütteln.

"George tut sich einfach schwerer mit dem Auto und das ist Kimis Vorteil", erklärt Schumacher, der bei Russell in diesem Zusammenhang leichte Selbstzweifel erkannt hat und vermutet, dass der Brite "im Moment zu verkrampft an die Sache rangeht".

"Aber ich verstehe ihn auch", so Schumacher, der daran erinnert, dass Russell bei vielen Experten als klarer WM-Favorit in die Saison 2026 gestartet war. Doch während er selbst lediglich den Saisonauftakt in Melbourne gewann, holte Antonelli in Kanada bereits seinen vierten Grand-Prix-Sieg in Folge.

Droht Russell die Rolle als Nummer 2?

"Das ist natürlich schon eine Belastung", so Schumacher, der durch die aktuelle Dynamik bei Mercedes noch ein weiteres Risiko für Russell sieht. So könnte sich Antonelli intern bald als Nummer 1 etablieren, "wenn er die nächsten drei, vier Rennen durchsteht und vor George Russell ist".

"Es kommt natürlich auch darauf an, was dahinter passiert. Wenn die beiden so weit weg sind vom Rest der Welt, dann wird man sich da nicht einmischen", so Schumacher. Wenn es in der WM allerdings doch noch eng werden sollte, könnte er sich vorstellen, dass Mercedes sich irgendwann auf eine Nummer 1 festlegen wird.

Und nach aktuellem Stand wäre das Antonelli. "George Russell stinkt das natürlich total, gar keine Frage, das merkt man ihm auch an", so Schumacher, der erklärt: "Er wird aus meiner Sicht damit umgehen müssen, dass er wahrscheinlich auf Dauer die Nummer 2 im Team sein wird, wenn Kimi denn so weitermacht."

Antonelli entwickle sich "prächtig, und er wird ja noch zulegen", prophezeit Schumacher. Denn während der Italiener mit seinen gerade einmal 19 Jahren noch Luft nach oben habe, sei Russell mit seinen 28 eher schon "am Zenit seiner Karriere", so Schumacher, der erklärt: "Da glaube ich nicht, dass er noch viel zulegen kann."

Schumacher: Wolff wird Crash "nicht vermeiden können"

Ganz unabhängig von der internen Rollenverteilung erwartet der Experte zudem, dass es zwischen Antonelli und Russell in diesem Jahr noch mindestens einen Unfall geben wird. "Ich vermute schon, dass die beiden sich irgendwann mal treffen werden", betont er.

Bereits in Kanada kam es in Sprint und Rennen jeweils zu einem Duell der beiden. Zwar krachte es dabei nicht, doch Antonelli beschwerte sich mehrfach, dass Russell ihm keinen Platz im Zweikampf gelassen habe. Auf Dauer wird das laut Schumacher nicht gutgehen.

Über Teamchef Toto Wolff sagt er: "Irgendwann wird er sich dann beide schnappen. Aber er wird den Crash nicht vermeiden können, da bin ich ziemlich sicher." Das nächste Formel-1-Rennen steht am 7. Juni in Monaco auf dem Plan, anschließend reist die Königsklasse weiter nach Barcelona.

Genau dort kam es vor zehn Jahren zur berühmten Kollision der beiden damaligen Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton.

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