Experte: Kanada wird "entscheidendes Wochenende" für George Russell
Während die Leistungskurve bei Kimi Antonelli nach oben zeigt, hat Experte Jolyon Palmer beobachtet, dass George Russell zuletzt immer schlechter geworden ist
Landet George Russell in Kanada endlich wieder vor Kimi Antonelli?
Foto: Sutton Images
Nach zuletzt drei Grand-Prix-Siegen in Folge führt Mercedes-Pilot Kimi Antonelli die Formel-1-Weltmeisterschaft mit 20 Punkten Vorsprung auf seinen Mercedes-Teamkollegen George Russell an. Vor dem kommenden Rennen in Kanada steht der Brite nun unter Druck.
Experte Jolyon Palmer hat beobachtet, dass Russells Performance in diesem Jahr "mit jedem Wochenende" schlechter geworden ist. "In Melbourne war er überragend, in China hatte er Pech, in Japan tat er sich schwer und in Miami war er dann nirgendwo", so Palmer in seiner Kolumne für F1.com.
Tatsächlich gewann Russell den Saisonauftakt in Australien, wurde in China immerhin noch Zweiter und verpasste in Japan und Miami dann jeweils das Podium. Bei Antonelli sei derweil genau das Gegenteil der Fall, so Palmer. Der Teenager werde nämlich immer besser.
"So gut [wie in Miami] habe ich Kimi noch nie gesehen", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot und erklärt: "Seine Siege in China und Japan waren zwar überzeugend, aber nicht besonders spektakulär. In China hatte er das mit Abstand schnellste Auto, und sein Teamkollege geriet in Schwierigkeiten."
"In Japan war er zweifellos der Schnellste, erhielt im Rennen jedoch zusätzliche Unterstützung durch das Safety-Car", erinnert er. In Miami dagegen habe er "seinen Teamkollegen so deutlich wie nie zuvor" im Griff gehabt, lobt Palmer.
"George hatte Mühe, auch nur ein paar Zehntelsekunden an ihn heranzukommen", so der Experte, der betont: "Nun hat sein Teamkollege eine neue Leistungsstufe erreicht, und er sieht sich allmählich denselben Fragen und Bedenken gegenüber wie sein Landsmann Lando Norris vor zwölf Monaten."
Warum Russell einen "Neuanfang" braucht
Bei McLaren bot sich 2025 ein ähnliches Bild, als Norris den Saisonauftakt in Australien gewann, in den folgenden Monaten aber Oscar Piastri in der WM vorbei- und davonzog. Erst nach der Sommerpause drehte sich das Blatt wieder und Norris wurde schließlich Weltmeister.
"George braucht einen Neuanfang", erklärt Palmer, "und beim nächsten Mal bietet sich ihm die perfekte Gelegenheit dafür". Denn während Miami laut Russell selbst eine Strecke ist, die ihm noch nie sonderlich lag, gilt der Brite durchaus als "Kanada-Spezialist".
2024 und 2025 stand er in Montreal jeweils auf der Poleposition, im vergangenen Jahr konnte er den Grand Prix sogar gewinnen. "Es scheint, als wäre Kanada in dieser Saison 2026 bereits ein entscheidendes Wochenende", erklärt Palmer daher.
"Antonelli befindet sich in einer Form, die im Februar kaum jemand hätte vorhersagen können. Sollte er erneut auf einer Rennstrecke gewinnen, auf der Russell in den letzten Jahren geglänzt hat, wäre das ein noch deutlicheres Statement als seine Leistung in Miami", betont er.
Der Druck liegt beim kommenden Rennen also eindeutig bei Russell.
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