Experte über Hamilton-Abkürzung in Runde 1: "Hätte man bestrafen können"

Bei Red Bull hält man die Entscheidung, Lewis Hamilton für sein Abkürzen in Runde 1 nicht zu bestrafen, für falsch - Nicht genügend Zeit wieder abgegeben?

Experte über Hamilton-Abkürzung in Runde 1: "Hätte man bestrafen können"

Der Abu-Dhabi-Grand-Prix endete mit einer Kontroverse rund um den WM-Kampf und er begann auch mit einer kleinen Kontroverse. Schon in der ersten Runde des Finalrennens kam es zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen zu einer strittigen Szene, als Hamilton die Schikane von Kurve 6 und 7 nach einem harten Manöver seines Rivalen ausgelassen hatte.

Red Bull forderte, dass Hamilton den ersten Platz an Verstappen abgeben muss, weil er einen Vorteil neben der Strecke hatte, doch die Rennleitung hatte keine Einwände. "Das war brutal", findet Teamchef Christian Horner.

"Ich habe mich nicht einmal verbremst, habe die Kurve geschafft, bin auf meiner Linie geblieben, aber er hat sich dafür entschieden, die Auslaufzone zu nutzen und hatte dadurch einen Vorteil", schildert Verstappen den Vorfall aus seiner Sicht. "Aber nichts ist passiert."

Nun kann man sich darüber streiten, ob Hamilton gleich die ganze Position hergeben muss, doch für Experte Alexander Wurz hätte er zumindest etwas Zeit abschenken müssen: "Der Abstand hätte nicht so groß sein dürfen", sagt der Österreicher im 'ORF'.

Denn Verstappen war im Grunde auf Augenhöhe, doch nach dem Abkürzen fuhr Hamilton mit über einer Sekunde Vorsprung zum ersten Mal über den Zielstrich. "Dementsprechend hat er einen Vorteil von 0,5 bis 0,7 Sekunden", sagt Wurz.

Verstappen hätte Hamilton theoretisch auf der folgenden Geraden noch einmal mit frischen Soft-Reifen angreifen können, doch aufgrund des Vorsprungs des Briten blieb dem Red-Bull-Piloten diese Chance verwehrt. "Kann man ihn (Hamilton; Anm. d. Red.) dafür bestrafen? Könnte man. Haben sie ihn bestraft? Nein", so Wurz.

"Wir konnten nicht verstehen, warum er die Position nicht zurückgegeben hat", sagt Horner, betont dabei aber, dass es für die Kommissare unter den Umständen schwierig sei.

"Aber natürlich fanden wir die Entscheidung am Rennende dann richtig", meint der Teamchef. "Es gab einige enge Entscheidungen. Manchmal haben wir profitiert, meistens aber nicht. Und Max hatte endlich einmal das nötige Glück. Und das kam genau zur richtigen Zeit."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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