Neuanfang bei Sauber: Komplett neues Auto und mehr Personal für F1 2018

Bei Sauber arbeitet man daran, so schnell wie möglich wieder konkurrenzfähig zu werden - 2018 soll es zahlreiche neue Mitarbeiter und ein komplett neues Auto geben.

ie Formel-1-Saison 2017 wird Sauber wohl auf dem 10. und letzten Platz beenden. Magere 5 Punkte hat man aktuell dem Konto, selbst McLaren auf dem vorletzten Platz sammelte bereits mehr als doppelt so viele Zähler. Und unter normalen Umständen dürfte Sauber in diesem Jahr auch kein weiteres Top-10-Ergebnis mehr gelingen. Daher überrascht es kaum, dass es den Eindruck macht, dass man in Hinwil jetzt bereits zu einem großen Teil auf die Saison 2018 setzt.

"Das ganze Team konzentriert sich schon auf nächstes Jahr. In Spa kam mit dem Unterboden unser letztes Update", verrät zum Beispiel Pascal Wehrlein, und Teamkollege Marcus Ericsson erklärt: "Es kommen noch einige Strecken, auf denen Leistung eine geringere Rolle spielt. Aber wir verlieren ja sogar in den Kurven, beim Beschleunigen - aus jedem Kurvenausgang heraus. Es wird schwierig, weitere Punkte zu holen."

Ähnlich sieht es auch der neue Teamchef Frederic Vasseur. "Wir werden keine neuen Updates mehr bringen. In Singapur gibt es noch einmal ein kleines - aber sonst nichts", erklärt er. Immerhin: Das letzte große Updatepaket des Jahres habe in Belgien "gute Ergebnisse" geliefert. Das habe sich zwar nicht so sehr in den Zeiten widergespiegelt, doch das Upgrade habe wir erwartet funktioniert.

Neuer Motor, neues Auto …

Der größte Nachteil ist für Sauber natürlich der Vorjahresmotor von Ferrari. Während alle anderen Teams permanent Updates für den Antrieb bekommen, fährt das Schweizer Team das komplette Jahr mit Motoren, die auf dem Stand vom Saisonende 2016 sind. Besonders gegen Ende des Jahres ist dieser Nachteil auch mit einem guten Chassis nicht mehr auszugleichen.

"Wir verlieren auf den Geraden mehr als 20 km/h. Das tut schon weh", erklärt Ericsson. Die gute Nachricht: 2018 wird sich das ändern, dann wird man wieder mit aktuellen Antrieben von Ferrari an den Start gehen - und nicht nur das. Laut Vasseur wird Sauber "ein komplett neues Auto" für die Saison 2018 bauen. "Wir müssen wieder ganz von vorne anfangen", erklärt der neue Teamchef.

Denn das 2017er-Auto entstand unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen. Sauber steckte zu der Zeit, als der Bolide entworfen wurde, in einer finanziellen Krise. Außerdem stieß Technikchef Jörg Zander erst im November zum Team - zu spät, um noch einen Einfluss auf das neue Auto zu haben. "Das 2017er-Auto kommt nicht von Jörg", stellt auch Vasseur noch einmal klar.

Mehr Mitarbeiter und Kooperation mit Ferrari

Auch das wird sich 2018 ändern. Leicht wird es im kommenden Jahr aber trotzdem nicht werden, denn die anderen Mittelfeldteams werden ebenfalls Fortschritte machen - und die haben jetzt bereits eine bessere Basis als Sauber. Vasseur ist sich bewusst: "Es wird schwierig, es wieder ins Mittelfeld zu schaffen. Es ist ein großer Schritt, und es gibt keine großen Regeländerungen im kommenden Jahr."

"Es ist immer schwierig, sich ein Ziel zu setzen", ergänzt der Franzose, der sich aber trotzdem angriffslustig gibt und erklärt, dass er im neuen Jahr endlich wieder mit dem restlichen Feld kämpfen möchte. Doch er weiß: "Wir müssen zuerst einmal die Lücke schließen." Helfen soll dabei unter anderem Ferrari, mit denen es 2018 eine größere Kooperation geben wird.

Doch nur auf die Scuderia möchte man sich natürlich nicht verlassen. Aktuell arbeiten rund 300 Mitarbeiter bei Sauber, und noch einmal circa 100 sollen neu dazukommen. Laut Vasseur will man "besonders im Aero-Bereich" noch einmal aufstocken. "Es geht aber nicht nur um nackten Zahlen", merkt der Teamchef an. Natürlich geht es auch um Qualität - und die ist bekanntlich gar nicht so leicht zu finden.

Kommen noch Updates oder nicht?

Doch Vasseur erinnert daran, dass er auch bei Renault zu Beginn der vergangenen Saison mit einem sehr kleinen Team gearbeitet hat, das dann im Laufe der Zeit ziemlich schnell gewachsen sei. "Frederic hilft dabei, neue Ingenieure zu finden. Er ist ein respektierter Name", zeigt sich Ericsson optimistisch und erklärt: "Es kommen ständig neue Leute, die in der Fabrik anfangen. [...] Ich spüre jetzt Optimismus in der Fabrik."

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