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Kein Fahrer hat die Historie der Königsklasse so miterlebt wie Fernando Alonso: Der zweifache Weltmeister verrät nun, was ihn an der "neuen" Formel 1 besonders stört

"Ein wenig nervig": Fernando Alonso rechnet mit der "neuen" Formel 1 ab

Alonso findet die "neue" Formel 1 "aus Fahrersicht ein wenig nervig"

Foto: Aston Aston

In der Formel 1 tritt in diesem Jahr ein neues Reglement in Kraft, das noch nicht bei allen Fahrern auf Zustimmung stößt. Auch der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso hat sich im Rahmen der Design-Präsentation des Aston Martin AMR26 nun kritisch zum neuen Regelwerk der Königsklasse geäußert.

Der Spanier stört sich vor allem an der veränderten Fahrweise. "Ich denke, alle Regelwerke haben ihre eigenen Besonderheiten, und für unterschiedliche Autos und unterschiedliche Regelsätze braucht man verschiedene Fahrtechniken. Dieses hier ist in dieser Hinsicht ein bisschen drastischer", antwortete Alonso auf Nachfrage von Motorsport.com.

Und weiter: "Ein Teil des Energiemanagements und einiges von dem, was man tun muss, um die Energie über eine Runde zu optimieren - und manchmal sogar in der Qualifikation -, ist aus Fahrersicht ein wenig nervig. Man will zu 100 Prozent fahren, und ich glaube, heute muss man ein bisschen mehr denken als das."

Alonso hat Erfahrungen aus anderen Rennserien

Gleichzeitig sieht der Aston-Martin-Pilot auch Chancen, und das nicht nur aufgrund der Beteiligung von Top-Designer Adrian Newey. Alonso konnte in seiner Karriere bereits in zahlreichen Rennserien Erfahrungen sammeln, die ihm unter den neuen Bedingungen nun zugutekommen könnten.

"Ich bin IndyCar gefahren, und dort besteht das Hauptspiel darin, 75 Prozent des Rennens Sprit zu sparen", erinnert der Spanier. "Ich bin in der WEC gefahren, und dort war das Hauptziel ebenfalls die Energiekontrolle mit dem Hybridsystem und im Verkehr. Am Ende des Tages ist es einfach Racing."

Selbst in Indy scheiterte Alonso an Honda

Alonso hat auch schon Erfahrungen in der IndyCar-Serie gesammelt

Foto: LAT

"Das erste Gefühl ist, dass man voll fahren und ein anderes Auto haben möchte, aber die Formel 1 ist diesen Weg gegangen - mit diesen Hybrid-Power-Units. Das erfordert diese Art von Energiemanagement, und ich denke, wir werden uns daran gewöhnen."

Formel 1 wird nie mehr so, wie sie einst war

Alonso fährt mit einigen Unterbrechungen bereits seit 25 Jahren in der Formel 1 und hat viele Epochen der Königsklasse selbst miterlebt. Doch der zweifache Weltmeister glaubt nicht, dass der Sport jemals zu früheren Ausprägungen zurückkehren wird.

"Ich denke, wir werden nie zurückgehen zu den späten 90ern oder frühen 2000ern, als die Autos leicht und schnell waren, der Motorenlärm - alles war wahrscheinlich auf dem Höhepunkt der Formel-1-DNA", meint der Spanier. "Und jetzt bewegen wir uns mehr in Richtung einer anderen Formel 1."

"Ich weiß nicht, ob sie besser oder schlechter ist, aber auf jeden Fall anders", betont der mittlerweile 44-Jährige. Die V10-Ära, auf die Alonso anspielt, habe ihm aus Fahrersicht allerdings mehr Befriedigung gegeben als die Richtung, die der Sport in den vergangenen Jahren eingeschlagen hat.

"Ich denke, es war früher interessanter, aber wir müssen das der neuen Generation verkaufen. Wir können nicht sagen, dass die Autos heute schlechter sind, aber niemand wird zustimmen, dass das Fahren früher schlechter war als heute. Mit den älteren Autos gibt es definitiv mehr Adrenalin, es gibt ein stärkeres Gefühl, am Limit zu fahren."

Alonso: Nicht mehr so viel Spaß in der Formel 1

"Selbst wenn wir in ein Go-Kart steigen - das ist wahrscheinlich der reinste Motorsport, den man haben kann. Es ist schön, Autos am physikalischen Limit zu fahren und solche Dinge zu erleben, und nicht durch eine Art Effizienz- oder Roboter-Fahrstil, den man braucht, um maximale Effizienz zu erzielen."

"Es gibt ein paar Dinge, die interessant sind und mit denen wir ein wenig spielen werden, aber wie gesagt: Ich fahre lieber mit nicht zu vielen Systemen, die mit deinem Fahrstil oder deinem Ansatz für die Kurven interagieren", sagt der zweimalige Formel-1-Weltmeister.

Mit der neuen Regel-Ära kann sich Alonso daher bislang nicht vollständig anfreunden. "Es scheint, als müsse man während des Fahrens ein bisschen zu viel nachdenken - und das ist immer ein Risiko, am Lenkrad weniger Freude zu haben", sagt er.

Veränderung kein alleiniges Formel-1-Problem

Dabei sieht Alonso diese Entwicklung nicht ausschließlich als Problem der Formel 1. Denn auch in anderen Sportarten erkennt der Spanier eine grundlegende Verschiebung der Prinzipien. "So scheint sich die Welt in den letzten Jahrzehnten zu entwickeln - nicht nur im Motorsport."

"Alles ist mehr oder weniger so, und ich bin sicher, das passiert auch in vielen anderen Sportarten: Fußball, Basketball, NBA, was auch immer. Früher, vor 20 Jahren, war es vielleicht ein Typ, der eine magische Nacht hatte und das Spiel gewonnen hat."

"Heute geht es mehr um Struktur, und man braucht bestimmte Mechanismen, um in einem Basketballspiel wirklich Leistung zu bringen", findet der 44-Jährige und ergänzt: "Die Inspiration durch Einzelne geht in dieser Generation ein Stück weit verloren."

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