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5 wichtige F1-Lektionen vom GP Aserbaidschan 2017 in Baku

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5 wichtige F1-Lektionen vom GP Aserbaidschan 2017 in Baku
Autor:
Übersetzung: Mario Fritzsche
27.06.2017, 08:58

Motorsport.com-Chefredakteur Charles Bradley nennt seine 5 wichtigsten Themen zum 8. Rennen der Formel-1-Saison 2017, dem Grand Prix von Aserbaidschan in Baku, der im Zeichen der Kollision Sebastian Vettel vs. Lewis Hamilton stand.

#1: Titelkampf Hamilton vs. Vettel explodiert

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W08, Sebastian Vettel, Ferrari SF70H

Foto: Charles Coates / LAT Images

Die Kollision zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton, die sich in Baku während einer Safety-Car-Phase zutrug, war der Höhepunkt des bislang aufregendsten Rennens der Formel-1-Saison 2017.

Vettel fuhr Hamilton ausgangs Kurve 15 ins Heck, nachdem Hamilton mit seinem Mercedes in Vorbereitung auf einen Restart nicht so beschleunigt hatte wie Vettel im Ferrari das erwartet hatte. Die Folge war das vielleicht größte No-Go des Sports im 21. Jahrhundert: Revanche. Daneben zu fahren und mit den Fäusten zu gestikulieren, das alles war schön und gut. Der Kontakt mit den Rädern nach Rechtsschwenk war jedoch alles andere als schön und gut.

Hamilton war sich keiner Schuld bewusst – und das zurecht, wie die Auswertung der Telemetriedaten ergeben hat. Das ihm vorgeworfene Bremsmanöver, um Vettel auflaufen zu lassen, hat es nicht gegeben. Hamilton rollte einfach nur durch Kurve 15 und beschleunigte nicht in dem Moment, in dem Vettel ein Beschleunigen erwartet hatte.

 

Vettel behauptete im Nachgang, dass Hamilton erst beschleunigt und dann gebremst hätte. Das ist schlicht und ergreifend einfach nicht wahr. Auf die Frage von NBC-Reporter Will Buxton, ob die Kollision Absicht war oder nicht, entgegnete Vettel unterkühlt: "Ich glaube nicht, dass es unbedingt Absicht von ihm war, mich auflaufen zu lassen. Ich glaube nicht, dass er der Kerl für so etwas ist. Darauf ist es aber offensichtlich hinausgelaufen und das ist es, was er getan hat. Darüber war ich nicht glücklich."

Das Ganze erinnerte stark an eine Antwort eines anderen Ferrari-Stars. Michael Schumacher hatte auch die starke Tendenz, Dinge abzustreiten, wenn er Mist gebaut hatte. Im Falle von Vettel wurde zumindest eines deutlich: ein alarmierender Mangel, an das Gesamtbild denken zu können. Nach seinem Funkfluch gegen FIA-Rennleiter Charlie Whiting beim Grand Prix von Mexiko 2016 hat Vettel nun allem Anschein nach auch den Respekt gegenüber seinem Titelrivalen verloren.

Mit seiner 10-Sekunden-Strafe kam Vettel unterm Strich noch glimpflich davon. Es hätte auch eine Disqualifikation oder Sperre werden können. Zwar mag der viermalige Weltmeister die Formel-1-Gesamtwertung 2017 jetzt mit 14 Punkten Vorsprung anführen. Es sieht aber so aus, als hätte Vettel im großen Gesamtbild mehr verloren als Hamilton.

#2: Der Honigdachs ist zurück

Daniel Ricciardo, Red Bull Racing RB13, Lance Stroll, Williams FW40, Felipe Massa, Williams FW40, at the restart

Foto: Glenn Dunbar / LAT Images

Das Lachen unter dem Helm, das sich Daniel Ricciardo während der Auslaufrunde nicht verkneifen konnte, sprach für sich. Der Australier in Diensten von Red Bull Racing hätte den Grand Prix von Aserbaidschan 2017 niemals gewinnen dürfen und das war ihm bewusst.

Wir wissen aber, dass Ricciardo in der Lage ist, Eindrucksvolles zu leisten. Rennsiege, die zu erwarten sind, scheinen einfach nicht sein Ding zu sein. In einem Rennen, in dem andere ihre Fassung (und ihren Nackenschutz) verloren, hat Ricciardo beides behalten.

Am Ende von Runde 4 wurde Ricciardo auf Rang 17 geführt. Grund dafür war ein früher Boxenstopp, den der Red-Bull-Pilot außerplanmäßig einlegen musste, um Unrat aus dem vorderen Bremskanal seines RB13 befreien zu lassen. Anschließend zeigte der Australier einige beherzte Manöver, insbesondere bei den Restarts nach Safety-Car-Phasen.

Bis dahin hatte Max Verstappen das Red-Bull-Teamduell am Baku-Wochenende klar im Griff gehabt. Während des Rennens aber wendete sich das Blatt zugunsten von Ricciardo. Der schien auch kein Problem damit zu haben, als ihm auf dem Podium die Mütze von Verstappen in die Hand gedrückt wurde.

Indes wurde Verstappen einmal mehr durch einen technischen Defekt aus dem Rennen gerissen. Es muss für den Niederländer schwer gewesen sein, mitanzusehen, wie sein Teamkollege die Lorbeeren abräumte. Schließlich hätte Verstappen selbst dieses Rennen gewinnen können. Stattdessen war es Ricciardo, der dank seine 5. Grand-Prix-Sieges in der Gesamtwertung der Formel-1-Saison 2017 an Kimi Räikkönen vorbeigezogen ist.

#3: Der echte Lance Stroll tritt in Erscheinung

Lance Stroll, Williams in the Press Conference

Foto: Sutton Images

Lance Stroll strahlte am Sonntag über beide Backen. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass der Formel-1-Teenager auf der Ziellinie noch von Valtteri Bottas abgefangen und vom 2. auf den 3. Platz verdrängt wurde. Bottas wiederum hatte sich nach zwischenzeitlichem Rundenrückstand zurückgekämpft und war bei der Zieldurchfahrt der 1. Verfolger von Sieger Daniel Ricciardo.

Was Stroll betrifft, so hat seine 1. Top-10-Platzierung (Platz 9 beim Heimrennen in Montreal) offenbar Wunder bewirkt. Der Druck, dem sich der 18-jährige Kanadier seit seinem Einstieg in die Formel 1 gegenübergestellt sah, scheint seither verschwunden. In Baku hatte man den Eindruck, den echten Lance Stroll zu erleben.

Dabei geht es nicht nur um die Performance auf der Strecke. Auch die Art und Weise, wie Stroll nach seinem 1. Podestplatz im Warteraum hinter dem Podium auf und absprang, sprach Bände. Das war genau die Energie, die man von einem gut erzogenen, glücklichen Teenager erwartet.

Sicher, die Rennen vor dem Grand Prix von Kanada boten für Stroll wenig Grund zur Freude. Seither aber lässt der Kanadier seine Persönlichkeit durchblitzen. Und wissen Sie was? Inzwischen scheint sogar schon der eine oder andere Stroll-Hasser eines Besseren belehrt worden zu sein...

Auf der anderen Seite ist ein wenig Mitleid für Felipe Massa angebracht. Der Brasilianer hatte gute Chancen, in Baku zu gewinnen. Doch statt im Zuge des turbulenten Rennverlaufs die Führung zu übernehmen, musste Massa mitansehen, wie ein Dämpfer an seinem Williams-Boliden versagte und damit alle Träume platzen ließ.

#4: Force-India-Teamduell eskaliert

Sergio Perez, Sahara Force India VJM10 and Esteban Ocon, Sahara Force India VJM10 at the restart
Foto: Sutton Images

In Montreal hatte es erstmals Meinungsverschiedenheiten gegeben. In Baku eskalierte das Duell zwischen Sergio Perez und Esteban Ocon endgültig. Ein Moment der Verrücktheit hat einen wahrscheinlichen doppelten Podestbesuch zunichte gemacht, vielleicht sogar den ersten Sieg für das Team unter den aktuellen Besitzern.

Bei einem Restart kamen sich Perez und Ocon nicht nur einmal, sondern gleich zweimal in die Quere. Zu diesem Zeitpunkt lagen die beiden Force-India-Piloten auf den Rängen 4 und 5 – vor dem späteren Sieger Daniel Ricciardo. Die 2. Kollision, die sich ausgangs Kurve 2 zutrug, nahm Perez quasi aus dem Rennen, während sich Ocon an der Box einen neuen Reifen abholen musste.

Perez gab Ocon die Schuld für die Kollision. Der Franzose freilich trat bei den bisherigen Saisonrennen mit einer Coolness auf, dass man beinahe vergisst, dass er seine 1. volle Formel-1-Saison fährt. Mit Platz 6 hat Ocon noch Schadensbegrenzung betrieben. Das gilt auch für das Team, denn aufgrund des Ausfalls von Felipe Massa war der Verlust an WM-Punkten für Force India im Vergleich zu Williams unterm Strich doch nicht so extrem.

#5: McLaren ist selbst mit WM-Punkten nicht zufrieden

 Fernando Alonso, McLaren MCL32
Foto: Zak Mauger / LAT Images

Die Funksprüche von Fernando Alonso über sein Potenzial haben mittlerweile Kultcharakter. Nachdem wir im bisherigen Saisonverlauf schon Sprüche wie "in den Kurven bin ich der schnellste Fahrer auf der Strecke" gehört haben, hat sich Alonso am Sonntag in Baku einmal mehr selbst übertroffen. "Es war ein Rennen, das wir unter normalen Umständen hätten gewinnen müssen", tönte der McLaren-Pilot.

Nimmt man die Worte Alonsos ernst, handelt es sich dabei natürlich um nichts anderes als eine Übertreibung. Denn trotz einer Rennunterbrechung und diverser Safety-Car-Phasen hat Alonso das Rennen mit fast einer Minute Rückstand auf Sieger Daniel Ricciardo auf Platz 9 beendet.

Was Alonso mit seiner Aussage aber eigentlich meint: Ohne den Bremsklotz in Form des Honda-Motors hätte sich das Rennen durchaus zugunsten des McLaren-Piloten entwickeln können. Zwischenzeitlich lag Alonso an 5. Stelle, kämpfte aufgrund des PS-Nachteils und des hohen Spritverbrauchs seines Honda-Motors aber einmal mehr mit dem Rücken zur Wand.

McLaren-Rennleiter Eric Boullier brach trotz der ersten WM-Punkte in dieser Saison nicht in Jubelstimmung aus. "Ich grinse nicht. Ich bin nicht entzückt, denn das ist nicht der Grund, warum ich Rennsport betreibe, schon gar nicht für McLaren", so Boullier nach dem Rennen.

Alonso muss bildlich gesprochen weiterhin mit einem Arm auf dem Rücken und auf einem Bein hüpfend versuchen, das Beste aus seinen begrenzten technischen Möglichkeiten zu machen.

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