Pirelli verteidigt Reifenwahl für F1-Grand-Prix in Baku

Pirelli-F1-Chef Mario Isola erklärt, man sei bezüglich der Reifenwahl nicht verwirrt – entgegen der Kritik einiger Fahrer, die am Freitag Probleme hatten, genügend Grip zu finden.

Isola gibt zu, dass es seinem Unternehmen vor dem Wochenende in Baku klar gewesen sei, dass es als weichste Mischung die Ultrasoft-Reifen hätte mitbringen können. Man hatte sich aber bereits für die Supersoft-Mischung entschieden. Die Wahl musste bereits vor fast 4 Monaten getroffen werden, als man noch wenig über die Autos von 2017 wusste.

Für die späteren Rennen der Saison, vor denen genügend Zeit war, hat Pirelli bereits einige signifikante Änderungen vorgenommen. Das geht sogar soweit, dass die harte Mischung für den Rest der Saison komplett fallengelassen wurde.

Beim Grand Prix von Spanien wurde Pirelli klar, das die Abtriebswerte der Autos in diesem Jahr geringer sind als erwartet und man so auf weichere Reifen setzen kann.

Für die Rennen, für die die Deadline zur Wahl bereits verstrichen war, konnte aber nichts mehr geändert werden.

"Es gab einige Kommentare, 'Pirelli ist verwirrt'", sagte Isola. "Wir sind nicht verwirrt. Wir kennen unser Produkt nur besser, also können wir etwas herstellen das etwas aggressiver oder herausfordernder ist."

"Wir haben eine bestimmte Anzahl Wochen, in denen wir über die Mischungen im Voraus entscheiden müssen. Das sind bei den Europarennen 9 Wochen, bei den Überseerennen 15 Wochen. Als wir über die Mischungen für Baku entschieden haben, hatten wir nicht sehr viele Informationen."

"Die einzig mögliche Wahl war also etwas vernünftiges, das war Medium, Soft und Supersoft. Wenn ich jetzt über die Mischungen für Baku entscheiden müsste, wäre es klar, dass ich den Medium nicht nehmen würde."

"Es wird noch Rennen geben, bei denen es eine Auswahl gibt, die – ich will nicht sagen, keinen Sinn ergibt – aber dahinter gibt es eine Geschichte."

"Man darf nicht vergessen, dass wir bei einigen Rennen noch immer konservativ sind und es gibt einige, bei denen wir etwas aggressiver sind. Das kommt daher, dass wir für einige Rennen lange im Voraus entscheiden mussten und einige, bei denen wir mehr Informationen hatten."

Isola betonte, dass Pirelli für 2018 weichere Mischungen im Angebot haben werde und diese auch öfter einsetzen werde.

"Für nächstes Jahr planen wir einen Schritt weicher, denn das scheint die richtige Entscheidung zu sein. Als wir zu Beginn des Jahres den Plan gemacht haben, konnten wir uns nur auf Informationen aus Simulationen verlassen."

"In der Simulation sahen wir die höchsten Lasten, also grundsätzlich mehr Stress auf den Reifen im Vergleich zu dem, was wir auf der Strecke erlebten."

"Darum waren wir im Grunde konservativ, oder es sieht jetzt so aus. Mit den Daten, die wir am Anfang das Jahres hatten, was das die richtige Entscheidung."

"Jetzt haben wir zuverlässigere Zahlen und können für nächstes Jahr einen Schritt in die weichere Richtung gehen und für einige Rennen weichere Reifen nehmen."

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