F1-Fahrer begrüßen System zur Löschung von Rundenzeiten unter Doppelgelb

Ab dem Formel-1-Rennen in Austin werden unter Doppelgelb erzielte Rundenzeiten automatisch gestrichen - Die Fahrer zeigen sich zufrieden

F1-Fahrer begrüßen System zur Löschung von Rundenzeiten unter Doppelgelb

Das neue System zur automatischen Löschung von Rundenzeiten, die während einer Doppelgelbphase erzielt wurden, stößt bei den Formel-1-Fahrern schon vor der erstmaligen Anwendung auf Zustimmung. "Nun ist es für jeden klar, falls das vorher noch nicht der Fall gewesen sein sollte. Aber ich denke, das war es ohnehin", sagt Ferrari-Pilot Charles Leclerc.

Beim USA-Grand-Prix in Austin kommt das neue System erstmals zum Einsatz. Dieses löscht im Freien Training und Qualifying die Rundenzeiten sämtlicher Fahrer automatisch, die während Ihrer Runde durch einen Bereich gefahren sind, in dem gelbe Flaggen doppelt geschwenkt wurden. Das Prozedere funktioniert dabei ähnlich wie die automatische Löschung von Rundenzeiten bei elektronisch überwachten Tracklimits.

"Es entfernt einfach jeden Zweifel. Sobald es eine Doppelgelbphase gibt, kannst du soweit verlangsamen wie du kannst und dich auf deine nächste Runde vorbereiten, denn die Runde wird ja ohnehin gestrichen", sagt Leclerc.

Türkei-Situation rund um Alonso der Auslöser

Auslöser für die drastische Lösung war die Situation mit Fernando Alonso in der Türkei. Der Spanier hatte zu Beginn des Qualifyings trotz Doppelgelb nicht stark genug verlangsamt und war zu diesem Zeitpunkt eine Zeit gefahren, die auf dem Niveau der Konkurrenz lag.

Da seine folgende Runde aufgrund der feuchten Strecke aber bereits 3,5 Sekunden schneller war, verzichteten die Stewards auf eine Bestrafung. Denn Alonsos erste Zeit war demnach nicht "bedeutsam" und sei deshalb zu vernachlässigen gewesen.

In Anhang H des Internationalen Sportcodes der FIA unter Artikel 2.5.5 heißt es ganz klar, dass ein Fahrer im Falle einer Doppelgelbphase seine Geschwindigkeit "signifikant" reduzieren und zum Anhalten bereit sein soll. Diese Anweisung gilt auch weiterhin. In den Veranstaltungshinweisen wurde der Passus aber mit dem Hinweis, dass die Zeiten automatisch gelöscht werden, ergänzt.

Latifi: Jetzt gibt es keine Graubereiche mehr

Williams-Pilot Nicholas Latifi stellt klar, dass es keine Grauzonen mehr geben kann. "Es ist für alle jetzt schwarz oder weiß", sagt er. "Im Qualifying ist die Regel, dass man bei Doppelgelb seine Runde mehr oder weniger abbrechen muss. Aber wenn die Strecke abtrocknet oder Mischbedingungen herrschen, dann kann sie einen anderen Fahrer trotzdem rauswerfen", erklärt Latifi.

Der Kanadier stellt dabei explizit klar, dass es zwischen einer einfachen gelben Flagge und Doppelgelb einen klaren Unterschied gibt. "Eine einzelne gelbe Flagge ist natürlich anders. Da geht der Fahrer nur vom Gas, um zu zeigen, dass er vom Gas gegangen ist. Aber bei Doppelgelb herrscht meist eine unmittelbare Gefahr. Man muss zum Anhalten bereit sein"; stellt er klar.

Latifi weiter: "Durch den Fakt, dass sie es jetzt einfach wegnehmen, nehmen sie uns die Entscheidung ab. So wird es jetzt für jeden sein."

AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda hält fest, dass es ab sofort keine Möglichkeit mehr gibt, eine Rundenzeit zu erzielen. "Ich denke, in den meisten Situationen wird es gut sein. Es ist klar, wenn es Doppelgelb gibt, wird deine Rundenzeit gestrichen. Also kann jeder langsamer machen, was gut für die Sicherheit ist. Aus meiner Sicht ist es eine gute Idee", sagt der Japaner.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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