F1-Pilot Esteban Ocon über seine harte Kindheit: "Hatte keine Freunde"

Welch schwere Zeiten Force-India-Pilot Esteban Ocon in seiner Kindheit durchmachte, wann der Durchbruch gelang und was ihm Ruhm bedeutet.

Für viele Menschen ist es ein Kindheitstraum, selbst Formel-1-Star zu sein. Das war auch beim nunmehrigen Force-India-Piloten Esteban Ocon so. Doch die Opfer, die der von Mercedes unterstützte Franzose dafür brachte, sind enorm. "Ich hatte keine Freunde", beschreibt der 20-Jährige gegenüber auto motor und sport seine Kindheit. "Meine Konzentration galt nur dem Rennfahren. Wenn ich mal PlayStation spielte, dann halt alleine."

Die Familie des Talents verkaufte sogar das eigene Haus, um die Karriere zu finanzieren. Eine Zeitlang lebte man sogar in einen Wohnmobil. Doch woher wussten die Ocons damals, dass die Rechnung am Ende aufgehen würde? "Irgendwann bemerkst du, dass du das Talent hast, deine Träume zu verwirklichen", erklärt Ocon. Bei ihm sei diese Erkenntnis "mit 10 oder 11 Jahren" eingetreten.

"Du musst eine Entscheidung treffen: Jetzt oder nie. Du musst Opfer bringen", erklärt er, warum er und seine Familie aufs Ganze gingen. "Es waren schwere Zeiten. Aber ich wusste, dass ich später Spaß haben werde, sobald ich meinen Platz in der Szene gefunden habe. Wenn von nun an alles nach Plan läuft, sollte ich den Rest meines Lebens genießen können."

Ocon hatte Glück, denn sein Talent blieb im Kartsport nicht unerkannt: Bereits mit 12 Jahren wurde er von Eric Boulliers Managementfirma Gravity entdeckt und unterstützt. Und zwar just in dem Moment, als die Karriere durch die enormen Kosten der internationalen Rennen vor dem Aus stand und der Familie das Geld ausging. "Von da an verlief meine Karriere professioneller", erklärt er.

Dennoch lebt Ocon nach wie vor ein bescheidenes Leben: Der Force-India-Pilot wohnt im Haus seiner Eltern in der Normandie, sein Vater werkt als Automechaniker. Ocon ist gerade dabei, seine Altlasten zu begleichen. "Zuerst muss ich denjenigen etwas zurückgeben, die alles für mich gegeben haben", stellt er klar. "Das ist meine Familie. Da bin ich gerade dabei." Und auch bei Gravity habe er noch Schulden.

Ein Luxusleben sei aber ohnehin nichts für ihn, beteuert er: "Ich werde mein Geld nicht für sinnloses Zeug verschwenden. Ich gebe nichts auf Statussymbole."

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