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Haas-Teamchef: Die F1 braucht Teams wie Minardi
Haas-Teamchef Günther Steiner sagt, die Formel 1 brauche mehr Teams wie Minardi, da junge Fahrer nur noch sehr wenige Möglichkeiten für einen Durchbruch hätten.
Lawrence Barretto
Bearbeitet: 16.08.2017, 11:49
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Minardi fuhr von 1985 bis Ende 2005 in der Formel 1, dann kaufte Red Bull das Team und nannte es in Toro Rosso um.
Das Team aus Faenza war dafür bekannt, jungen, talentierten Fahrern eine Chance zu geben. Unter anderem gaben Fernando Alonso, Giancarlo Fisichella, Jarno Trulli und Mark Webber mit Minardi ihr Debüt.
Nach dem Aus von HRT, Caterham und Manor – bei Manor verdienten sich die Mercedes-Junioren Pascal Wehrlein und Esteban Ocon im vergangenen Jahr ihre Sporen – fehlt der Formel 1 ganz klar ein Team wie Minardi.
Als Konsequenz will Ferrari Sauber zu einem Junior-Team machen, um seinen jungen Fahrern, inklusive Charles Leclerc und Antonio Giovinazzi die Gelegenheit zu geben, Rennerfahrung in der Formel 1 zu sammeln.
"Die Schwierigkeit für junge Fahrer ist, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein müssen", sagte Steiner. "Man kann nichts weiter für sie tun, momentan kann man noch nicht einmal ein Cockpit kaufen."
"Als es Minardi noch gab, war Minardi vielleicht nicht glücklich darüber, Letzter zu sein, aber sie konnten damit leben, denn es war ihr Geschäftsmodell – junge Fahrer aufzubauen. Das ist ein gutes Geschäftsmodell."
Weiterlesen:
- Wird Sauber zum Ausbildungsteam für Ferrari in der Formel 1?
- Formel 1 2018: Das bedeutet der Ferrari-Deal für die Sauber-Fahrer
"Es ist wie, als [Daniel] Ricciardo [2011] den HRT fuhr. Man wusste, das er nichts erreichen würde, aber er konnte Erfahrung sammeln und so etwas gibt es nicht mehr."
"Vielleicht ist es gut, dass wir diese Teams [am Ende des Feldes] nicht mehr haben, vielleicht ist es aber auch schlecht..."
Steiner sagt, die großen Teams würden aufgrund der Risiken nur ungern junge Fahrer ohne Formel-1-Erfahrung einsetzen, insbesondere wegen des großen Unterschieds zwischen der Formel 2 und der neuen Generation der Formel-1-Autos.
"Ich denke, [Leclerc und Giovinazzi] sind beide gute Fahrer mit einem guten Potential", sagte Steiner.
"Zwischen Ferrari und Mercedes werden die nächsten guten Leute aus einem der beiden Lager kommen. Wie sie einen Platz bekommen, könnte schwierig sein. Die Formel 1 ist in diesem Punkt sehr schwierig."
"Zwischen der Formel 2 und der Formel 1 liegt ein großer Schritt. Man muss einiges lernen. Charles oder Antonio direkt in einen Ferrari zu setzen, ist ein großes Risiko."
"Es kann gutgehen, aber die Chancen, dass es schiefgeht, sind größer, denn die Erwartungen sind so hoch, kleine Fehler passieren leicht."
"Der Sport ist so komplex. Du machst Fehler, wenn du jung bist, denn dir fehlt die Erfahrung. Du kannst Erfahrung nicht kaufen – du brauchst Zeit."
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