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Ilmor sucht Partner für neues F1-Projekt ab 2021

Ilmor-Chef Mario Illien würde unter bestimmten Voraussetzungen gerne einen Formel-1-Motor für die Saison 2021 bauen und sucht nach einem Partner, der das Projekt finanziert.

Adam Cooper

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Bearbeitet: 22.07.2017, 14:48

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Christian Horner, Red Bull Racing, Teamchef; Mario Illien, Ilmor

Start: Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W08, führt

Ross Brawn, Formel-1-Motorsportchef

Start: Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W08, führt

Mario Illien, Ilmor

Mario Illien

J.J. Lehto, Sauber C12

Mika Häkkinen, McLaren MP4/13

Mika Häkkinen, McLaren MP4/14

Christian Klien und Mario Illien

Christian Horner, Red Bull Racing, Teamchef; Mario Illien, Ilmor

Antriebseinheit: Mercedes PU106

Antriebsstrang

Renault-Antriebseinheit

Start-Abbruch

Der neue Formel-1-Motorsportchef Ross Brawn möchte mit Blick auf die Zukunft wieder unabhängige Motorenhersteller in den Grand-Prix-Sport locken. Diese Initiative wird von Teams wie McLaren und Red Bull unterstützt, da sich beide nach Optionen für die Zukunft umsehen.

Ein möglicher Kandidat in Reihen der unabhängigen Motorenhersteller ist Ilmor. Firmenchef Mario Illien ist mit der aktuellen Technik vertraut, war er doch als Berater für das TAG-Projekt bei Red Bull Racing tätig. Bei den Meetings der FIA, die sich um ein neues Motorenreglement ab 2021 drehen, ist Illien regelmäßig dabei.

Kostensenkung als Voraussetzung

Dem Vernehmen nach wird derzeit ein Twin-Turbo mit KERS favorisiert, aber auch andere Motorenkonzepte werden sich für die Zeit nach dem aktuellen Reglement, das Ende 2020 ausläuft, angesehen.

"Es gibt ganz klar den Wunsch, dass unabhängige Hersteller zusteigen", sagt Illien gegenüber Motorsport.com und fügt hinzu: "Das einer der Gründe, warum ich bei den Gesprächen dabei bin. Ich möchte einfach feststellen, ob es in die richtige Richtung für unabhängige Hersteller geht."

Nach Aussage des Ilmor-Chefs sei mit Blick auf die Zukunft "jede Menge Vereinfachung und eine immense Reduzierung der Kosten", notwendig. Doch damit nicht genug. "Das Racing muss besser werden und der Sound muss besser werden."

Der Vorschlag des Schweizers, der einst die Mercedes-Motoren konstruiert hat, mit denen McLaren in den Jahren 1998 und 1999 gleich 3 von 4 möglichen WM-Titeln gewann: "Die Regeln sollten so geschrieben werden, dass man sich mit viel Entwicklung nur einen geringen Vorsprung erarbeiten kann."

Kritik an geplanter Erhöung der Laufleistung

Ein anderer Punkt, an dem sich Illien beim aktuellen Reglement stört, ist die für 2018 geplante Beschränkung auf 3 Antriebseinheiten pro Saison. Diese führe komplett am Ziel vorbei, wie der Ilmor-Chef anmerkt: "3 Motoren zu bauen ist teurer als 4 zu bauen. Alle neuen Teile müssen intensiv auf dem Prüfstand getestet werden, um sicherzugehen, dass die neue Laufleistung erreicht wird. Das ist teuer."

"Ich finde, selbst 4 Motoren reichen nicht aus. Wir sind jetzt gerade mal bei Halbzeit der Saison und die Hälfte das Feldes hat schon ein Problem", spricht Illien auf die latente Gefahr von Startplatzstrafen für diverse Teams und Fahrer an.

So sieht sich Illien beim Gedanken, zur Saison 2021 in die Formel 1 zurückzukehren, nach möglichen Partnern um, die sein Projekt finanzieren können. "Jemand muss die initialen Entwicklungskosten übernehmen. Kunden sind da wahrscheinlich nicht der richtige Weg, denn sie zahlen nicht."

"Was es braucht, ist wohl ein großer Hersteller, der das Ganze unterstützt", so Illien und weiter: "Man muss sich nur Red Bull ansehen. Sie haben TAG. Das zeigt, dass es nicht zwingend ein Automobilhersteller sein muss. Es kann jeder sein."

Relevanz für Straße sollte sekundär sein

Ein weiterer Punkt, der dem Ilmor-Chef beim aktuellen Reglement der Hybrid-Motoren ein Dorn im Auge ist: die zu starke Konzentration auf das Thema Relevanz für den Straßenverkehr.

"Ich finde, die Relevanz für die Straße ist nicht so wichtig. Meiner Ansicht nach müssen wir wieder richtig Rennen fahren. Ja, wir können bis zu einem gewissen Grad einen Nutzen für Straßenfahrzeuge liefern, aber diese Relevanz sollte sekundär sein. Wenn sich niemand mehr für die Formel 1 interessiert, haben wir nichts gewonnen", gibt Illien zu bedenken.

"Die MGU-H ist mit Sicherheit eines der teuersten Bauteile überhaupt", legt der Schweizer den Finger in die Wunde und schlägt vor: "Wir könnten extrem denken und sogar zu Saugmotoren mit KERS zurückkehren. Ich glaube nicht, dass dieser Vorschlag auf dem Tisch liegt, aber ich bin mir sicher, dass es den Zuschauern gefallen würde."

Das Credo des Ilmor-Chefs lautet: "Jetzt, da sich die Welt immer mehr dem Thema Hybrid-Antrieb und Elektroautos öffnet, müssen wir auf der Rennstrecke etwas haben, was nicht jedermann zu Hause haben kann."

Abschließend macht sich Illien noch Gedanken zum Thema Sound. "Das ist ein schwieriges Thema, denn je effizienter die Motoren werden, desto leiser werden sie. Ich glaube, wir sollten da einen Kompromiss finden. Ein Verzicht auf die MGU-H würde sicherlich helfen. Der Ladedruck ist auch ein Faktor. Je stärker der Auspuff als Dämpfer wirkt, desto niedriger ist die Geräuschkulisse."

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