Palmer-Sainz-Rochade in F1 2017: Was wirklich dahinter steckt

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Palmer-Sainz-Rochade in F1 2017: Was wirklich dahinter steckt
Autor: Christian Nimmervoll
07.10.2017, 14:09

Jolyon Palmer hat mehrere Millionen Gründe, Red Bull einen großen Gefallen zu tun und das Renault-Cockpit vorläufig für Carlos Sainz zu räumen.

Jolyon Palmer, Renault Sport F1 Team walks the track
Jolyon Palmer, Renault Sport F1 Team RS17
Carlos Sainz Jr., Scuderia Toro Rosso
Carlos Sainz Jr., Scuderia Toro Rosso STR12
Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso
Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso, nach Crash
Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso STR12
Pierre Gasly, Scuderia Toro Rosso STR12
Pierre Gasly, Scuderia Toro Rosso STR12
Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso STR12, Nico Hulkenberg, Renault Sport F1 Team RS17

Am Rande des Grand Prix von Japan in Suzuka wurde am Samstag bekannt gegeben, dass Carlos Sainz ab dem nächsten Rennen in Austin das Renault-Cockpit von Jolyon Palmer übernehmen wird. Gleichzeitig feiert Daniil Kwjat ein Comeback im Toro-Rosso-Cockpit.

Die Hintergründe des Deals erschließen sich auf den ersten Blick nicht, schließlich war ein vorzeitiger Wechsel von Sainz zu Renault schon für den Grand Prix von Ungarn vor der Sommerpause angedacht. Renault bot Palmer kolportierte drei Millionen US-Dollar dafür an, das Feld zu räumen. Doch das lehnte der 26-Jährige damals ab.

Alle Beteiligten fanden sich zunächst damit ab, dass der Transfer erst 2018 über die Bühne gehen würde. Aber dann kam Red Bull auf die Idee, Pierre Gasly trotzdem vorzeitig ins Toro-Rosso-Cockpit zu setzen und stattdessen Daniil Kwjat auf Stand-by zu schicken. Worauf der Russe laut Aussage von Helmut Marko "aggressiv" reagierte.

Genau daher weht der Wind, der am Samstag zur vorzeitigen Rochade geführt hat. Laut Informationen von Motorsport.com soll Kwjat in seinem Frust signalisiert haben, dass er für Toro Rosso auch 2018 nicht zur Verfügung stehen wird, wenn er 2017 kein Rennen mehr fahren darf.

Für 2018 wiederum ist Toro Rosso de facto auf Kwjat angewiesen - mangels besserer Alternativen. Von Palmer hält Marko fahrerisch nicht genug, Robert Kubica scheint ebenfalls kein Thema zu sein. Und einen eigenen Red-Bull-Junior, der schon Formel-1-reif wäre, gibt es nicht. Auch ein Comeback von Sebastien Buemi wurde nie in Betracht gezogen. Zumindest nicht ernsthaft.

Also galt es, Kwjat bei Laune zu halten, und so erhöhte Marko den Druck auf Renault, Sainz noch dieses Jahr ins Boot zu holen. Gleichzeitig kann Gasly wertvolle Erfahrungen für seine erste volle Saison holen. Und Palmer kassiert nun doch noch eine Ablösesumme (wenn auch mutmaßlich nicht mehr die vollen drei Millionen), um die er sonst komplett gestorben wäre.

Palmer hatte im Sommer noch gehofft, sich im letzten Saisondrittel mit starken Leistungen bei anderen Teams empfehlen zu können. Diese Hoffnung ist nun auf ein Minimum reduziert, sein Abschied aus der Formel 1 scheint unvermeidlich. Da ergibt es Sinn, zumindest ein bisschen Geld als Trostpflaster mitzunehmen.

Die Variante, dass Takuma Sato 2018 für Toro Rosso ein Comeback feiern könnte, hat zwar Charme, war aber nie ein Thema. Der japanische Nationalheld (amtierender Indy-500-Sieger) hätte Honda als neues PR-Zugpferd dienen können (Fernando Alonso fällt als solches bekanntlich weg), aber sein letzter Grand Prix liegt zu lange zurück: Barcelona 2008. Und Nobuharu Matsushita wird die für ein Formel-1-Debüt nötigen Superlizenz-Punkte nicht zusammenbekommen.

Interessantes Detail am Rande: Dadurch, dass Gasly Kwjats Cockpit übernommen hat, steigt Kwjat selbst nun rein theoretisch ins Sainz-Auto. Was das für das Fortführen der Antriebskomponenten-Tabelle bedeutet, muss nun von der FIA geklärt werden ...

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