Norbert Haug: Formel 1 würde "bestens" zu Porsche passen

Der ehemalige Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht gute Chancen, dass Porsche 2021 mit einem neuen Motor in die Formel 1 einsteigt.

Bis einschließlich der Saison 2020 – dem Ende des aktuellen Concorde-Agreements – gilt in der Formel 1 das aktuelle Motorenformat, das zur Saison 2014 eingeführt wurde: V6-Turbomotoren mit 1,6 Liter Hubraum und Hybridtechnik.

Ab der Saison 2021 soll es neue Aggregate geben. Wie die konzipiert sein werden, steht zwar noch in den Sternen, eines ist aber schon jetzt sicher: Sie werden nicht nur einfacher gestrickt, sondern auch kostengünstiger sein. Durch ein neues Reglement will die Königsklasse neue Hersteller anziehen, die aufgrund der hohen Investitionen bisher zurückgeschreckt sind.

Einer dieser Hersteller könnte Porsche sein, nachdem Finanzchef Lutz Meschke erst kürzlich das Interesse seines Unternehmens an der F1 bestätigt hat. "Die Formel 1 könnte für uns der richtige Platz sein", sagte er Anfang September gegenüber Motorsport.com.

Ressourcen hätten die Zuffenhausener bis dahin genügend, da das Engagement in der LMP1-Kategorie der WEC Ende der laufenden Saison eingestellt wird und man künftig mehr im Formelsport vertreten sein will.

Ab Saison 5 der Formel E (2019/20), wenn dort ein neues Reglement zum Tragen kommt, steigt Porsche als Werksteam in die Elektrorennserie ein – was jedoch einen Einstieg in die Formel 1 nicht ausschließen würde. "Wie alle wissen, ist die Formel E jetzt für uns ein wichtiges Thema. Aber die Formel 1 ist ebenfalls immer etwas, über das man nachdenken sollte", hatte Meschke erklärt.

Der ehemalige Mercedes-Rennleiter Norbert Haug geht durchaus davon aus, dass Porsche nicht nur Interesse an der Formel 1 hat, sondern sich unter einem neuen Motorenreglement auch tatsächlich zu einem Einstieg entschließen könnte.

"Das kann ich mir sehr gut vorstellen und würde aus meiner Sicht bestens zum Anspruch von Porsche passen", sagte Haug gegenüber Speedweek. "Wenn man wie Porsche oder Audi jeweils angeblich 250 Millionen Euro für eine Langstreckensaison mit Prototypen ausgab, dann funktioniert - zumindest im Fall von Mercedes - die Formel 1 weitaus kostengünstiger und im Erfolgsfall mit ungleich größerer internationaler Medien- und Publikumsresonanz."

Porsche habe mit seinen LMP1-Prototypen einen "Mega-Job gemacht", erklärte der 64-Jährige und habe mit seinem "hervorragenden Motor- und Fahrzeugkonzept" allemal auch die "Kompetenz für ein Formel 1-Engagement gezeigt".

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