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5 wichtige F1-Lektionen vom GP Großbritannien 2017 in Silverstone

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5 wichtige F1-Lektionen vom GP Großbritannien 2017 in Silverstone
Autor:
Übersetzung: Mario Fritzsche
18.07.2017, 13:34

Motorsport.com-Chefredakteur Charles Bradley nennt die 5 wichtigsten Themen zum 10. Rennen der Formel-1-Saison 2017, dem Grand Prix von Großbritannien in Silverstone.

#1: Hamilton einmal mehr König von Silverstone

Race winner Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 goes crowd surfing
Crowdsurfing: Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, feiert mit seinen Fans

Foto: JEP / LAT Images

Die Art und Weise, mit der Lewis Hamilton in Silverstone dominiert hat, bringt ihn nicht nur bis auf einen Punkt an Titelrivale Sebastian Vettel heran. Mit seinem 5. Sieg beim Grand Prix von Großbritannien hat Hamilton in der ewigen Bestenliste mit Jim Clark und Alain Prost gleichgezogen. Zudem ist es Hamilton gelungen, Clarks Rekord von 4 aufeinanderfolgenden Siegen bei diesem Grand Prix einzustellen – eine bemerkenswerte Leistung.

Nur wenige Tage, nachdem Hamilton der "Bösewicht" war, weil er als einziger Fahrer im aktuellen Formel-1-Feld nicht an der Show-Veranstaltung in London teilnahm, war alles wieder gut. Vergessen war Kritik, die da lautete: "Er denkt, er ist größer als der Sport". Die Stimmung der Fans am Wochenende war bestens. Das Crowdsurfing am Sonntag sprach für sich. Zumindest in Silverstone kann Hamilton nichts falsch machen.

Und während Hamiltons Wochenende wie ein Traum verlief, entwickelte es sich für Ferrari zum Albtraum. Auch dann, wenn man die späten Reifenschäden unter Pech verbucht, war Mercedes an diesem Wochenende in einer eigenen Liga unterwegs. Selbst Startplatz 9 für Valtteri Bottas stand dem silbernen Doppelerfolg nicht im Weg.

Hamilton holte sich die Pole-Position mit über einen halben Sekunde Vorsprung. Seine Runden im "Push"-Modus kurz vor dem Boxenstopp waren sogar mehr als eine ganze Sekunde schneller als jene von Verfolger Kimi Räikkönen. Indes schlug sich Sebastian Vettel im Zweikampf mit Max Verstappen herum.

So wurde Vettel zu einem frühen Boxenstopp und einem sogenannten Undercut gezwungen. Die aggressive Runde aus der Box heraus setze den Pirelli-Reifen am Ferrari arg zu. Hinzu kam ein heftiger Verbremser in Vale Corner, als Vettel sich kurzzeitig gegenüber Bottas behauptete. In der vorletzten Runde schließlich flog Vettel besagter linker Vorderreifen um die Ohren und ließ den WM-Spitzenreiter bis auf Platz 7 im Endergebnis des Rennens abrutschen.

Doch damit nicht genug. Hamiltons finstere Miene der vergangenen 2 Rennen ist verschwunden und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er schon beim nächsten Rennen in Ungarn den Pole-Position-Rekord von von Michael Schumacher (68 Pole-Positions) einstellt. Anschließend könnte es für jeden im Feld schwierig werden, Hamilton aufzuhalten.

#2: Pirelli mit weiterem Silverstone-Wochenende zum Vergessen

Sebastian Vettel, Ferrari SF70H, with a front puncture
Reifenschaden: Sebastian Vettel, Ferrari SF70H

Foto: Sutton Images

4 Jahre nach der desaströsen Serie an Reifenschäden, die beinahe das Rennen ruiniert hätte, fand sich Pirelli in Silverstone abermals im Kreuzfeuer. In der Schlussphase des Rennens traten an beiden Ferrari-Boliden Reifenschäden auf.

Erste Untersuchungen seitens des Reifenherstellers deuteten aber darauf hin, dass es 2 komplett separate Probleme waren. Bei Räikkönen löste sich die Lauffläche vom Reifen, während Vettel einen klassischen Platten erlitt, der vermutlich durch den heftigen Verbremser im Zweikampf mit Bottas ausgelöst wurde. Zuvor wurde Vettel nach verlorenem Zweikampf gegen Verstappen zu einer aggressiven Out-Lap nach seinem frühen 1. Boxenstopp gezwungen.

Das linke Vorderrad steht in den schnellen und langgezogenen Kurven in Silverstone ohnehin unter großer Belastung, erst Recht mit den diesjährigen Autos, die Fliehkräfte von mehr als 5G produzieren. Das sah weder für Pirelli noch für Ferrari besonders gut aus. Für letztgenannte italienische Truppe ist das Reifendrama besonders schmerzvoll, da sich der Mercedes-Doppelerfolg nachhaltig auf beide WM-Wertungen (Fahrer und Konstrukteure) auswirkt.

"Für mich kam es ziemlich überraschend, als sich der Reifen entschied, mich nicht bis ins Ziel zu tragen", stöhnte Vettel nach dem Rennen und fügte hinzu: "Kimi hatte ein ähnliches Problem mit einem Reifen, der 6 Runden frischer war. Die Reifen hatten rund 30 Runden auf dem Buckel, aber anhand unserer Berechnungen hätte es bis ins Ziel keine Probleme geben sollen. Die Reifenschäden kamen überraschend."

Mercedes nahm das überraschende Geschenk dankend an. Ferrari hingegen sieht sich nun im Zugzwang, in Ungarn zurückzuschlagen, um Vettels geringen Vorsprung in der Fahrerwertung bis in die Sommerpause zu retten.

#3: Verstappen packt wieder die Ellbogen aus

 Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Sebastian Vettel, Ferrari SF70H
Max Verstappen, Red Bull Racing RB13, Sebastian Vettel, Ferrari SF70H

Foto: Charles Coates / LAT Images

Oh, Max, wie haben wir dich vermisst. Nachdem uns einige bittere Zuverlässigkeitsprobleme in den vergangenen Wochen um das Bestaunen von Verstappens fahrerischem Talent gebracht hatten, machte der Niederländer in Silverstone alles wieder wett.

In den ersten Kurven setzte sich Verstappen gegen den schlecht gestarteten Vettel durch. Dabei kam ihm zu Gute, dass die Bremsen am Ferrari des Deutschen in der Startaufstellung zu brennen begannen. Im Zweikampf einige Runden später stellte Verstappen abermals unter Beweis, dass er so gut wie nicht zu überholen ist, wenn man einmal hinter ihm liegt.

Vettel versuchte es wieder und wieder. Als es so schien, dass der Ferrari-Pilot vorbei wäre, wirbelte Verstappen in Stowe Corner etwas Dreck auf und verteidigte sich auch in dieser Situation, um Vettel in Vale Corner ebenso heftig – wenn nicht heftiger – in die Schranken zu weisen.

Das war packendes Racing, das von den Tribünen mit tosendem Applaus anerkannt wurde. Vettel wurde durch den harten Zweikampf zu einem frühen Boxenstopp mit Undercut gezwungen. "Hart, aber fair", meinte Verstappen und wusste ganz genau, dass Vettel genörgelt hatte.

Vettels Kommentar, wonach Verstappen in den Bremszonen die Spur nicht gehalten hätte, kommentierte der Red-Bull-Youngster mit den Worten: "Ich nehme das nicht ernst. Vor allem nicht nach dem, was er alles angestellt hat. Schau dir nur einmal an, wie viele Strafpunkte er hat." Das hat gesessen!

#4: Der "Torpedo" hat direkt eingeschlagen

 Helmet design detail on the rear of Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso
Helm von Daniil Kvyat, Scuderia Toro Rosso

Foto: Andrew Hone / LAT Images

Seit Daniil Kvyat infolge der Startkollision beim Grand Prix von Russland 2016 den Spitznamen "Torpedo" verpasst bekommen hat, schien er diesen mit Stolz zu tragen. Er trägt auf dem Helm sogar eine Karikatur, die ihn selbst auf einer, sagen wir mal, zigarrenförmigen Unterwasserrakete zeigt.

Und Kvyat hat es geschafft, seinen Toro-Rosso-Teamkollegen Carlos Sainz Jr. in der 1. Runde aus dem Rennen zu reißen. Zur Verteidigung von Kvyat muss gesagt werden, dass sich Sainz in Copse Corner auf ihn gestürzt hatte und der Russe in der Maggots/Becketts-Passage zurückschlagen wollte. Dabei kam es zur Kollision.

Kvyat kassierte eine Durchfahrtsstrafe und schäumte anschließend in Richtung Sainz und Rennkommissare: "Als er mich bei den ersten 4 Rennen von der Strecke drängte, hat niemand etwas gesagt. Ich ließ ihm Raum in Kurve 11 (Copse; Anm. d. Red.) und ich ging davon aus, dass er im Gegenzug in Kurve 12 mitspielen würde. Doch dem war nicht so."

Nachsatz von Kvyat in Richtung Sainz: "Ich glaube, solche Dinge passieren. Sie gehören dazu. Ich glaube auch, er sollte sich in der 1. Runde einfach von mir fernhalten." Die Reaktion des Spaniers wiederum: "Ich glaube, ein Auto hat die Kontrolle verloren und das andere getroffen. Die Bilder sprechen für sich."

Toro Rosso muss die Situation so schnell wie möglich bereinigen, denn Renault ist in Silverstone in die Top 6 gefahren und Haas hat zuletzt öfter gepunktet als nicht. Weitere teaminterne Kollisionen könnten dem B-Team von Red Bull in der Konstrukteurswertung noch mehr schaden als ohnehin schon.

#5: Alonso drängt auf zügige Motorenentscheidung

 Fernando Alonso, McLaren

Foto: Andrew Hone / LAT Images

Nach einem weiteren Schaden in Silverstone beharrt Fernando Alonso auf seinem Standpunkt, wonach sich McLaren rasch über den zukünftigen Motorenlieferanten im Klaren sein sollte. In der Startaufstellung wurde Alonso diesmal nur um 30 Plätze nach hinten versetzt. Im Rennen fiel er diesmal mit einem Schaden an der Benzinpumpe aus.

"Es liegt an ihnen", so Alonso mit Blick auf McLarens Motorentscheidung, "aber je früher die Entscheidung fällt, desto besser kann man sich auf das kommende Jahr vorbereiten, so viel steht fest. Daher gehe ich davon aus, dass sie zügig eine Entscheidung treffen wollen."

Es gab jedoch auch einen Lichtblick für Alonso am Silverstone-Wochenende. In Q1 war er mit 1,3 Sekunden Vorsprung Schnellster – mit Slicks auf einer abtrocknenden Strecke. Die Fans auf den Tribünen reagierten mit tosendem Applaus.

Nun steht der kurvenreiche Hungaroring an, wo die Motorleistung nicht die ganz große Rolle spielt. Drücken wir die Daumen, dass es Alonso bei diesem Rennen ins Ziel schafft.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Silverstone
Ort Silverstone Circuit
Urheber Charles Bradley